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Nick Bonino fühlt sich in Neumarkt pudelwohl (Fotos: Max Pattis) Der US-Amerikaner verspricht seinen Fans, dass er bis zum Ende des NHL-Lockouts im Unterland bleiben wird

Nick Bonino: „Neumarkt ist mein Zufluchtsort“

Nach nur zwei Wochen seit seiner Ankunft in Südtirol fühlt sich Nick Bonino in Neumarkt pudelwohl. Der NHL-Star der Anaheim Ducks zog exklusiv mit SportNews Bilanz über seine ersten Einsätze mit dem HC Neumarkt Riwega. Den Fans der Unterlandler versprach Bonino indessen: „Ich werde bis zum Ende des Lockouts hier bleiben.“

Fast auf Zehenspitzen erscheint Nick Bonino zum Interviewtermin mit SportNews-Redakteur Thomas Laconi. Und genau so still, ruhig und bescheiden ist auch die Persönlichkeit des 24-jährigen NHL-Stars, der während des Streiks in den USA nach Italien gekommen ist, um das Land seiner Urgroßeltern kennenzulernen (seine Familie stammt aus Avellino und Campobasso).

In Neumarkt verzaubert Nick Bonino derzeit nicht nur auf dem Eis, sondern auch außerhalb der Würth Arena haben ihn die Unterlandler längst schon in ihr Herz geschlossen. Und solange sich die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA nicht einig werden, wird Bonino weiterhin in Südtirols Süden dem Puck nachjagen. „Ich hätte es nicht besser erwischen können. Neumarkt ist ein phantastischer Ort, die Leute und der Verein lassen es mir an nichts fehlen und fühle mich schon wie bei mir zu Hause. Ich liebe die Berge. Hier kann ich frohen Mutes arbeiten“, lacht Bonino.


Bonino schlüpft in die Leader-Rolle

Nach Italien ist Bonino also vorwiegend gekommen, um eine neue Lebenserfahrung zu machen. „Ich wollte eine neue Kultur kennenlernen und Italien hat in dieser Hinsicht sehr viel zu bieten. In der nächsten Woche haben wir zwei Tage frei. Ich denke, dass ich dann nach Rom oder Mailand fahre und mir eine dieser beiden Städte anschauen werde“, erklärt der Stürmer.

Im Dress der Wildgänse macht Nick Bonino aber auch auf dem Eis neue Erfahrungen. Denn in Neumarkt ist Nick Bonino der alleinige Star. Der Leader. Der Spieler, auf den alle Blicke gerichtet sind. Das ist eine Rolle, an die sich der Amerikaner erst gewöhnen muss. In Anaheim sind Saku Koivu, Cory Perry oder Kapitän Ryan Getzlaf die Größen, die den Takt innerhalb des Teams vorgeben. „Ich fühle mich schon als ein Führungsspieler, aber natürlich haben wir bei den Ducks sehr viele routinierte und talentierte Spieler in unseren Reihen. Ich versuche allen Mitspielern zu helfen und meinen Beitrag zu leisten. Aber glaubt mir, jeder weiß genau was er zu tun hat. So ist alles viel leichter und das merkt man auch an den Ergebnissen“, erklärt Bonino.


Neumarkt die ideale Wahl

Im Gespräch kehrt Nick Bonino noch einmal zu Neumarkt zurück. „Mein Agent hatte Kontakte zu Mannschaften in Deutschland und Österreich. Ich habe aber die richtige Wahl getroffen. Hier fehlt es mir an nichts. Ich liebe die italienische Küche, besonders die Spaghetti alla carbonara. Die Fans haben mich gern, aber ich werde nicht von morgens bis abends belagert.“ Auch über die zweite italienische Eishockeyliga hat sich der 24-Jährige ein genaues Bild gemacht. „Es wird sehr körperbetont gespielt, die Gegner schenken mir nichts, übertreiben es aber mit der Härte auch nicht. Die Serie A? Ich habe ein Match im Fernsehen gesehen, das Niveau ist schon in Ordnung.”


Die Zukunft

Der NHL-Streik wird zumindest bis Ende November fortgesetzt. Die Zukunft der besten Eishockeyliga der Welt steht in den Sternen. „Für uns Spieler ist die Situation natürlich frustrierend. Ich hoffe, dass eine Lösung gefunden wird, vielleicht sogar schon im Dezember. Viele meiner Kollegen wie Saku Koivu oder Ryan Getzlaf sind ohne Mannschaft und können nicht spielen. Ich verspreche aber, dass ich bis zum Ende des Streiks in Neumarkt bleiben werde. Darauf könnt ihr euch verlassen.“

Apropos Zukunft: Am 6. November werden die Weichen mit den Präsidentschaftswahlen in den USA gelegt. Amtsinhaber Obama wird vom Republikaner Mitt Romney herausgefordert. „Leider kann ich nicht zur Wahl gehen, aber ich würde Romney wählen. Die USA hat eine Veränderung nötig“, erklärt der Offensivspieler.


Der Bonino-Effekt

Inzwischen frohlocken in Neumarkt die Verantwortlichen der Wildgänse. „Seit Boninos Ankuft haben wir 20 Prozent mehr Fans im Stadion und kommen auf über 1000 Zuschauer pro Partie. Boninos Gehalt und die Versicherung machen knapp 10.000 Euro im Monat aus. Geld, das gut investiert ist“, sagt Werner Zanotti. Sein Bruder Manfred pflichtet ihm bei: „Am Sonntag haben wir innerhalb von einer halben Stunde 400 Lose verkauft. Als Gewinn winkte das Trikot von Nick. Unglaublich.“ Und alle lebten glücklich und zufrieden…

Autor: sportnews

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