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Fotoquellen: HCAP, APA/EXPA/JFK

Overtime | Diego und Hannu

Ein Südtiroler, der wie ein Schweizer Messer durch die gegnerischen Abwehrreihen dringt, und ein Übungsleiter, dessen Wirken Verwunderung auslöst. Die Auf- und Absteiger der letzten Eishockey-Woche sind wieder da – verpackt in der wöchentlichen SportNews-Overtime.

Der Aufsteiger
Diego Kostner (HC Ambrì-Piotta)


Herbst 2019, kurz vor der Pandemie: In einem Bergdörfchen namens Ambrì verletzt sich Südtirols einziger Vertreter in der höchsten Schweizer Spielklasse. Sein Name: Diego Kostner. Was nach einer kurzen Pause aussieht, entwickelt sich zu einem schier endlosen Problem. Der damals 27-Jährige fällt die ganze Saison aus, viele schreiben ihn ab. Sein Team aber nicht.

Dieses Vertrauen zahlt der Mann aus Runggaditsch zurück – und wie. Im letzten Jahr absolviert er seine mit Abstand beste Saison, sammelt in der hoch gehandelten NLA 23 (!) Scorerpunkte und führt die +/-Wertung seines Team an, zieht man jene Spieler in Betracht, die alle Partien bestritten haben. Heuer knüpft Kostner nahtlos an diese Leistungen an: In 12 Partien traf er bereits vier Mal ins Schwarze, wodurch er Ambrìs zweitbester Torschütze ist. Zahlen, die Südtirols zurzeit wohl besten Eishockeyspieler zu unserem Aufsteiger der Woche machen.

Der Absteiger
Hannu Järvenpää (HC Gherdëina)

Mit vielen Vorschusslorbeeren und einem imposanten Curriculum nach Gröden gekommen, wird Hannu Järvenpää, Headcoach beim kriselnden HCG, schon jetzt kritisch beäugt. Nimmt man die aktuelle Tabellensituation heran (Rang 14), muss die HCG-Führungsriege konstatieren: Zurecht.

Der Finne übernahm im Sommer das Erbe seines Landsmannes Joni Petrell. Und eine Mannschaft, die zwar den Abgang von Punktegarant Matt Wilkins verkraften musste, ansonsten aber – wie etwa durch Max Oberrauch – punktuell verstärkt wurde. Die dadurch gestiegenen Erwartungen konnte der 58-Jährige mit langjähriger EBEL-Erfahrung aber nicht erfüllen, im Gegenteil: Der HCG hat sechs von acht Spielen verloren, das drittschwächste Powerplay und Penalty Killing der Liga und insgesamt schon 34 Gegentreffer kassiert. Der schwarze Peter wird in all dem Järvenpää zugeschoben. Er kann das Potential seiner Topspieler (noch) nicht voll ausschöpfen und, vor allem, dem Team nicht eine klare Identität verleihen. Die Zeit wird zeigen, ob der Finne die Kurve kriegt oder vorzeitig seine Koffer packen muss.

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