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Simon Kostner und Brad McGowan stehen sich erst im Februar gegenüber. © Andreas Senoner Photography

Overtime | Ein Modus, der nicht gefällt

Auf- und Absteiger für die dieswöchige SportNews-Overtime ausfindig zu machen, war angesichts der unzähligen Spielabsagen ein aussichtsloses Unterfangen. Stattdessen knüpft sich die Redaktion eine gut gemeinte Regeländerung vor, die jedoch nicht gut ankommt.

Eigentlich hätte am Mittwoch das Halbfinale der IHL Serie A beginnen sollen. Aus Südtiroler Sicht hatten sich viele Fans auf das Duell zwischen den Rittner Buam und dem HC Gherdëina gefreut. Nun avanciert das Coronavirus aber erneut zum Spielverderber. Wie der italienische Eissportverband FISG am Montag mitteilte, wurde die finale Phase um den Scudetto nicht nur in den Februar verschoben, sondern auch mit einer einschneidenden Modus-Änderung versehen. Anstatt einer Best-of-three-Serie findet nun eine Art Gruppenphase statt, an deren Ende der Erstplatzierte zum Italienmeister gekürt wird.


Eines vorneweg: Aufgrund des dichten Terminkalenders war der Verband dazu gezwungen, ein Format auszuhecken, das deutlich kürzer ist als zwei Serien, wie in einem Halbfinale und Finale. So finden jetzt nur noch drei Spiele pro Team statt, anstatt deren sechs, die möglich gewesen wären. Aber ist eine Gruppenphase wirklich für die Vergabe des wichtigsten heimischen Eishockey-Titels geeignet? Wir finden: Nein, ist sie nicht. Eine große Sorge betrübt die Overtime-Redaktion.


Entscheidung am Rechenschieber
Man stellte sich vor, drei Mannschaften gewinnen jeweils zwei Partien und stehen am Ende mit der gleichen Punktausbeute da. Weil die direkten Duelle in diesem Falle nicht den Sieger ermitteln könnten, müsste das Torverhältnis herangezogen werden. Alleine die Vorstellung, dass mit dem Rechenschieber entschieden wird, wer sich den 88. Scudetto der Geschichte schnappt, ist surreal. Mag besagtes Szenario unwahrscheinlich erscheinen, so ist das tatsächlich aber nicht der Fall. Dafür sind die Unterschiede zwischen den vier Vereinen zu klein.

Relativierend muss betont werden, dass der von der FISG ausgewählte Modus fair ist und allen Teams die gleiche Möglichkeit bietet, den Pokal zu gewinnen. Wahr ist jedoch auch, dass besonders die Spannung darunter leidet. So könnten Mannschaften nach zwei Spielen aus dem Rennen sein und in der dritten Partie nur noch um die goldene Ananas spielen. Um dies zu verhindern, wäre eine K.o.-Runde mit einem einzigen Duell im Halbfinale und Finale eine Alternative gewesen. Dieser Modus hätte auch nur zwei Spieltage in Anspruch genommen. Letzten Endes haben die Entscheidungsträger jedoch einen anderen Beschluss gefasst, der die Attraktivität der finalen Phasen nicht steigert, im Gegenteil.

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