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Fotos: M. Pattis/HCB

Overtime | Neuer Derby-Thron und angesägter Trainerstuhl

Die neue Overtime ist da – und mit ihr wieder die Auf- und Absteiger der zurückliegenden Eishockey-Woche. Ein Hauptthema dabei: Bozens krachende Niederlage gegen Znojmo.


Der Aufsteiger
Rittner Buam

Die Eishockey-Cracks vom Ritten haben einen Lauf! In den vergangenen 9 Tagen feierten sie gleich 3 Derby-Siege und dazwischen auch noch ein 7:2-Torfestival gegen Linz. In den zurückliegenden 4 Partien haben die Buam immer mindestens 4 Treffer erzielt – und dabei wurde kein einziges Mal ein Torschütze auf dem Scoreboard zweifach vermerkt.

Die vielen unterschiedlichen Torschützen sind ein Indiz für die mannschaftliche Geschlossenheit der Heiskanen-Truppe. Aus dem Kollektiv ragt keiner heraus – auch nicht Topscorer MacGregor Sharp (14 Tore, 10 Vorlagen), der sich trotz seines beachtlichen Curriculums voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellt. Selbiges gilt für Torjäger Alex Frei (10 Treffer). Sie alle wissen: Nur mit unbändigem Willen und enormem Zusammenhalt sind auch vermeintlich besser besetzte Ligarivalen zu biegen.

Das Ergebnis spricht Bände, denn keine andere Mannschaft in der Alps Hockey League ist aktuell so schwer zu bespielen, wie die Rittner Buam. Das können nicht zuletzt die Cracks aus Meran, Gröden, Linz und Sterzing bestätigen. Folgerichtig steht die Truppe vom Hochplateau seit dem Wochenende als Zweiter im Klassement soweit oben wie noch nie in dieser Saison – was auch Eishockey-Ritten durchaus zu quittieren weiß: Am Samstag strömten 600 Zuschauer in die Arena. Ebenfalls ein neuer Bestwert!

Der Absteiger
Doug Mason (HCB Südtirol Alperia)

Klar, den Trainer des HC Bozen in dieser Woche als Absteiger zu degradieren, ist wie mit dem Gewehr auf ein angeschossenes Reh zu zielen. Zumal Mason zuletzt nicht nur von seinen Torhütern, sondern gleich von seiner gesamten Mannschaft erbärmlich im Stich gelassen wurde. Die Schuld für den holprigen Saisonstart, klare Leistungstiefs und das indiskutable 2:10 am Sonntag in Znojmo, liegt auf den Schultern der Vereinsführung, dessen Verpflichtungen bislang allesamt enttäuschten, und bei den Spielern, die wie lustlose Solisten über das Eis gleiten.

Aber die Schuld liegt eben in großen Teilen auch beim Trainer, der es in den vergangenen Monaten nicht geschafft hat, die Cracks hinter sich zu scharren, ihnen Zusammenhalt einzuimpfen und eine klare Spielstruktur zu verleihen. Dabei war das Aufatmen in der Bozner Kabine im Sommer noch riesengroß, als Mason als Nachfolger von „General“ Greg Ireland mit einem freundlichen Lächeln durch die Katakomben der Eiswelle spazierte, für einen harmonischeren Umgang sorgte und Spielern große Freiheiten gewährte. Da stellt sich die Frage, ist Mason einfach „zu gut“ für die HCB-Truppe? Fakt ist, dass in jüngerer Vergangenheit in Bozen mit Greg Ireland, Kai Suikkanen und Tom Pokel ausschließlich Trainer Erfolg hatten, die eine klare Ansage hatten und mitunter eine harte Gangart pflegten.

Seine umgängliche Art, die offenbar von so manch einem falsch aufgenommen wurde, dürfte sich für Mason nun jedenfalls als Boomerang erweisen. Er hat den HC Bozen nicht in den Griff bekommen. Seine Tage in der Landeshauptstadt sind gezählt.

+++ UPDATE: Mittlerweile hat der HC Bozen die Trennung von Trainer Doug Mason bekanntgegeben +++

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