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Philipp Pircher wird die Broncos nicht mehr als Kapitän aufs Eis führen (Fotos: O. Brunner) Pircher absolvierte für Sterzing 194 Serie-A-Spiele (21 Punkte) und 247 Zweitligapartien (26 Zähler)

Philipp Pircher: „Es war eine geile Zeit“

Im zarten Eishockeyalter von 28 Jahren schien Philipp Pircher am Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Er spielte seine beste Serie-A-Saison überhaupt, führte seinen Stammverein WSV Sterzing als Kapitän bis ins Halbfinale. Doch ausgerechnet jetzt zieht der Verteidiger aus Brixen überraschend einen Schlussstrich.


Wie kam es zum Entschluss, die Eishockeybühne so abrupt zu verlassen?

„Die Entscheidung ist bereits im Januar gereift, als mir eine Arbeitsstelle in München angeboten wurde. Dort kann ich mein Studium abschließen und gleichzeitig als Bauingenieur aktiv sein. Es ist dies eine Gelegenheit, die ich nicht alle Tage geboten bekommen. Ich bin einfach an dem Punkt angekommen, an dem ich mich für mein geliebtes Hobby oder meine berufliche Laufbahn entscheiden muss.


Die Broncos haben Ihre beste Saison seit Jahren gespielt, sind als Überraschungsteam bis ins Playoff-Halbfinale vorgestoßen. Ist dies der perfekte Zeitpunkt, um sich guten Gewissens zu verabschieden?

Nein, im Gegenteil: Ausgerechnet jetzt, wo es so rund läuft, fällt es noch schwerer, diesen bedeutenden Schritt zu setzen. In Sterzing wurde eine neue Euphorie entfacht, das Team hat unter Trainer Clayton Beddoes einen wahren Qualitätssprung hingelegt und auch ich persönlich habe mich nochmal enorm weiterentwickelt. Dieser Aufwärtstrend ist noch lange nicht abgeschlossen. Deshalb ist diese Entscheidung auch mit sehr viel Wehmut verbunden.


Wie haben Sie die letzten Spiele im blau-weißen Dress erlebt?

Ich muss zugeben, das war nicht einfach. Ich wusste, dass dies meine letzten Begegnungen sein würden. Diesen Hintergedanken hat man einfach, egal ob vor, während oder nach dem Spiel. Ich wollte im Halbfinale unbedingt noch einen Sieg einfahren, doch leider blieb uns dieser verwehrt. Dies schmälert aber keinesfalls diese phantastische Saison.


Werfen wir abschließend einen Blick zurück auf Ihre zehnjährige Karriere. Welche Erinnerungen nehmen Sie mit in den Eishockeyruhestand?

Ich könnte hier glanzvolle Triumphe nennen, wie etwa die beiden Titelgewinne mit den Broncos. Diese habe ich jedoch teilweise verletzungsbedingt nur am Rande miterlebt. Auch einige bittere Momente waren in meiner Karriere dabei. Vielmehr als Siege oder Niederlagen bleiben mir aber die Momente abseits der Eisfläche in Erinnerung. Die Freundschaften etwa, die ich im Laufe der Jahre geknüpft habe. Im Sommer treffe ich mich noch immer mit ehemaligen und aktuellen Mitspielern, gehe mit ihnen ein Bier trinken, wir grillen zusammen oder fahren gemeinsam in den Urlaub. Und dann das Gefühl, für eine Mannschaft zu kämpfen und den Respekt der Mitspieler zu ernten. Kurzum: Es war eine richtig geile Zeit.



SportNews/Alexander Foppa

Autor: sportnews

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