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Tommaso Teofoli ist seit einem Jahr Präsident der LIHG (Lega Italiana Hockey su Ghiaccio)

Teofoli: „In Zukunft weniger Ausländer, mehr Einheimische”

Einen Tag nach dem letzten offiziellen Saisonspiel und den Titelgewinnen von Eppan und Asiago ergreift Lega-Präsident Tommaso Teofoli das Wort. Er zieht eine erste Bilanz und wirft bereits einen Blick auf die nächste Spielzeit: „Bis Ende April werden wir die Meisterschaftsregeln definieren. Sicherlich wird in Zukunft die Anzahl der Transferkartenspieler reduziert. Auch der Spielmodus wird überdacht.“


Herr Teofoli, welches Fazit ziehen Sie nach der abgelaufenen Saison?


„Ein durchaus positives, denn wir blicken auf eine niveaureiche, spannende Spielzeit zurück. Asiago hat mit dem vierten Meistertitel einmal mehr unterstrichen, dass es zu den Top-Adressen im heimischen Eishockey zählt. Valpellice hat sich mit dem Finaleinzug und dem Pokalsieg ganz oben etabliert. Was die Serie A2 betrifft, gilt es so schnell als möglich wichtige Bausteine zu setzen. Die Meisterschaft muss unbedingt auf weitere Regionen, wie das Trentino, Veneto oder Piemont ausgeweitet werden. Die Konzentration auf ein einziges territoriales Gebiet war ein gutes Experiment, das aber auf Dauer keine Zukunft hat.“


Kommen wir nochmal auf die Serie A zu sprechen: Unter welchen Vorzeichen startet man dort in die kommende Saison?

„Am 13. April gibt es in Verona ein erstes Treffen mit den einzelnen Klubvertretern. Dort sollen erste Richtlinien definiert werden. Die Wirtschaftskrise hat längst auch den Sport erfasst, nichtsdestotrotz werden alle zehn Teams, die heuer am Start waren, auch nächste Saison wieder teilnehmen. Dies wurde mir versichert.“


Wie beurteilen Sie den Spielmodus in der höchsten Klasse, der ja keinesfalls unumstritten ist?

„Ich persönlich war bereits im Sommer davon überzeugt, dass eine Meisterschaft aufgeteilt in Regular Season und Playoff, die beste Lösung sei. Die Zwischenrunde hat den Spielern viel Kraft gekostet, zudem hatten sich auch einige Vereine mehr von dieser Lösung erhofft. Eines ist klar: Die Anzahl der Spiele muss herabgesetzt werden. Denn insbesondere die „englischen Wochen“ mit zwei Heimspielen binnen weniger Tage haben gezeigt, dass die Klubs ihre Stadien nur schwer füllen. Fakt ist, dass das Eishockey auf gesunden Beinen steht und sich auch gut vermarkten lässt, uns muss es jetzt gelingen mehr Zuschauer in die Arenen zu locken.“


Wie sieht es mit der Reduzierung der Transferkartenspieler aus? Sind Sie dafür oder dagegen?

„Grundsätzlich müssen wir daran arbeiten, die Anzahl der ausländischen Spieler zu reduzieren. Nur so können die Einheimischen gefördert werden und schlussendlich einen Qualitätssprung machen. Noch ist nichts entschieden, doch das Thema Transferkartenspieler wird die Planungen für die kommende Saison bestimmen. Die Klubs müssen ihre Budgets zurückschrauben.“


Wird zu viel Geld in die Mannschaftskader investiert?

„Das Probleme sehe ich eher darin, dass die Verantwortlichen häufig an der falschen Stelle investieren. Ich wiederhole: Die Basis des Eishockeysports ist solide, die Attraktivität und die Show, die geboten werden, sind unumstritten. Es muss nur jedem klar sein, dass einzig das gesunde und langfristige Planen von Erfolg gekrönt ist. Wir müssen alle zusammen an unserer Zukunft basteln, und das geht nur mit ausgeglichenen Bilanzen.“


Wäre die Aufstockung der Liga eine Lösung?

„Es ist durchaus eine Überlegung wert, die Serie A zu erweitern. Es gibt gleich mehrere Zweitligisten, die den Sprung wagen könnten. Allerdings darf man das Gesamtpaket nicht außer Augen lassen, denn auch die Serie A2 muss ihre Attraktivität beibehalten und weiter Interesse wecken. Entwicklungspotenzial hat auch die Serie C. Dort sind ganz klare Zielsetzungen gefragt. Die Finalserie zwischen Auer und Trient mit teilweise tausend Zuschauern pro Spiel hat gezeigt, dass das Eishockey auch in den unteren Ligen Massen bewegen kann.“


Was sind die nächsten Termine der LIHG (Lega Italiana Hockey su Ghiaccio)?

„Wie erwähnt, steht kommende Woche zunächst ein Treffen mit den Vereinsvertretern an. Dann müssen bis Ende des Monats klare Meisterschaftsregeln stehen, um den Vereinen Planungssicherheit zu garantieren und uns allen einen Sommer voller Ungewissheiten zu ersparen.“


Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf ihr erstes Jahr als Lega-Präsident zurück?

“Mein Hauptaugenmerk lag erst einmal darauf, eine gute Kommunikationsbasis mit und zwischen den Vereinen zu schaffen. Das ist mir, denke ich, ganz gut gelungen. Für die nähere Zukunft gilt es zwei Baustellen in Angriff zu nehmen: Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie bilden die Basis für die erfolgreiche Zukunft dieser wunderbaren Sportart.“


Gibt es neue Unternehmen, die in den Eishockeysport investieren möchten?

„Die Zusammenarbeit mit unserem Hauptsponsor Proraso wird auch in der kommenden Saison fortgesetzt. Zeitgleich arbeiten wir aber auch daran, neue Geldgeber zu finden. Mit einigen stehen wir bereits in Verhandlungen. Ich bin überzeugt, dass es zum Start der nächsten Spielzeiten einige Neuheiten geben wird.“

Autor: sportnews

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