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Jubel bei der Squadra Azzurra. © APA/afp / CHRISTOF STACHE

Italien ist zurück „unter den Großen des Fußballs“

Veni, vidi, vici: Italien siegt sich in die Garde der „Großen des Fußballs“ zurück. Die Squadra Azzurra freut sich nach der „magischen Macht“ von München auf den Halbfinal-Gipfel mit Spanien. Eine EM-Demütigung ist unvergessen.

Tief in der Nacht sangen die euphorisierten Halbfinalisten voller Inbrunst ihren Teamsong „Un'estate italiana“. Das imposante 2:1 im Viertelfinalduell zweier Top-Favoriten bestärkte den Glauben der Italiener an die eigene Stärke und den ersten Titel seit anderthalb Jahrzehnten weiter. 32 Spiele ohne Niederlage, fünf Siege in fünf Partien der Europameisterschaft und jetzt die mit Bravour abgelegte EM-Reifeprüfung gegen Belgiens Goldene Generation – wer soll diese Azurri schlagen?


„Wir haben noch nichts erreicht, wir müssen noch mehr leisten. Wir können Großartiges erreichen“, sagte Lorenzo Insigne. Mit seinem Traumtor in bester Arjen-Robben-Manier sorgte der Stürmer vom SSC Napoli für eines der offensiven Highlights in der Münchner Arena, die damit ihr letztes Spiel des Turniers erlebt hat. Vor der Einstimmung auf den Halbfinal-Gipfel am Dienstag gegen Spanien in der Londoner Fußball-Kultstätte Wembley ließ Trainer Roberto Mancini seine Stars am trainingsfreien Samstag durchschnaufen. Erstmal genießen, lautete der Auftrag des hochgeschätzten Spieler-Verstehers.

Die Gazetten sind in Ekstase
„Ich habe noch nie mit so einem Lächeln gespielt“, berichtete Insigne. „Es ist, wie mit Freunden unter der Woche zu spielen. Er macht es möglich, dass wir unseren besten Fußball spielen.“ Den Treffern von Insigne und Nicolò Barella stand durch Belgiens Super-Offensive um den trotz Bänderriss aufgebotenen Kevin De Bruyne nur ein Treffer durch Romelu Lukaku gegenüber. Und der fiel nach einem Foulelfmeter, der im Falle eines italienischen Ausscheidens sicher für reichlich aufgebrachte Diskussionen gesorgt hätte. Jetzt war's allenfalls ein Randaspekt.

Italiens Fans sind aus dem Häuschen. © ANSA / Alessandro Di Marco


„Italien, du bist großartig, großartig, großartig“, frohlockte die Gazzetta dello Sport und stellte drei Jahre nach der verpassten WM in Russland stolz fest: „Wir sind wieder unter den Großen des Fußballs.“ Wie groß, das wird auch vom Halbfinale im EM-Dauerbrenner mit den Spaniern abhängen. Bei der EM 2016 in Frankreich siegten zwar die Italiener im Achtelfinale. Doch die Lehrstunde aus dem EM-Finale 2012, als La Furia Roja den Südeuropa-Rivalen mit 4:0 demütigte, wirkt immer noch nach.
Der Traum vom Titel wird immer realer
„Der Titel ist keine Fata Morgana mehr. La Roja zittert: Jetzt kommt Italien“, schürte der Corriere dello Sport weitere Euphorie. „Wir werden das genießen, entspannen und dann wird ein weiteres schweres Spiel folgen“, sagte Mancini nach dem verdienten Sieg. Der frühere Weltklassestürmer war „stolz“ auf sein Team, das taktisch sehr reif agiert hatte. Wenn es ein Manko gab, dann war es die Schlussphase, in der es die Italiener mit dem Zeitspiel etwas übertrieben und so die glanzvolle Vorstellung im Stile eines Champions etwas an Strahlkraft verlieren ließen.

Marco Verratti (links) tröstet Belgiens Kevin De Bruyne. © APA/afp / CHRISTOF STACHE


Tränen mischten sich wegen der schweren Verletzung des italienischen Verteidigers Leonardo Spinazzola in den Freudentaumel. Ihm droht nach einem vom Verband vermuteten Achillessehnenriss eine lange Pause. Der Defensivspieler von AS Roma reiste vom Team in die Heimat ab. Auf der Rückreise feierten die Kollegen ihn mit Sprechchören besonders.

In Anspielung an den legendären Julius-Cäsar-Satz hatten die Belgier vor dem Spiel Lukaku bewaffnet als Gladiator mit den berühmten Worten „Veni, vidi...“ in Szene gesetzt. Italiens Verband konterte nach dem Schlusspfiff mit einem in Landesfarben verzierten „vici“. Veni, vidi, vici: Ich kam, sah und siegte.

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