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Und der Joker sticht: Federico Chiesa. © APA/afp / FRANK AUGSTEIN

Italien ringt Österreich in Verlängerung nieder

Im zweiten Achtelfinale der EM kam es zu einem regelrechten Krimi. Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung zugunsten der Italiener (2:1).

Nach 120 Minuten stand der Einzug ins Viertelfinale fest. Bis dahin war es ein harter Kampf, den sich die Squadra Azzurra mit den Nachbarn aus Österreich geliefert hatte. Erst in der Verlängerung gelangen durch Chiesa und Pessina die Treffer zum Weiterkommen, Sasa Kalajdzic verkürzte für Österreich kurz vor Schluss (2:1).


Während Italien die Gruppe A souverän als Tabellenerster für sich entscheiden konnte (drei Siege, 7:0 Tore), qualifizierten sich die Österreicher erst am letzten Spieltag durch ein 1:0 gegen die Ukraine. Der historische Achtelfinaleinzug seiner Schützlinge veranlasste ÖFB-Trainer Franco Foda wohl auch dazu, seine Formation unverändert zu lassen.

Ganz im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen Roberto Mancini. Im Vergleich zum Spiel gegen Wales (3:0) wechselte Mancini erneut durch, weshalb sich sieben neue Spieler in der Anfangsformation wiederfanden. Einen schmerzvollen Verlust hatte Italien im Vorfeld zu verzeichnen: Kapitän Giorgio Chiellini fehlte verletzungsbedingt. Der 36-jährige Innenverteidiger zog sich gegen Wales eine Oberschenkelverletzung zu. Chiellini befindet sich aber bereits wieder im Training.

Nicht nur die aktuelle Form, sondern auch die Historie sprach eindeutig für die italienische Nationalmannschaft. 1962 gab es letztmals eine Niederlage gegen die Österreicher. Seither konnte man in dreizehn Partien zehnmal gewinnen und drei Remis erspielen.

Überlegene Azzurri belohnen sich nicht
Die Anfangsminuten waren vom italienischen Versuch geprägt, die Spielkontrolle zu übernehmen und den Gegner tief in die eigene Hälfte zu drücken. Immer wieder schalteten die Azzurri nach Balleroberungen schnell um und griffen überwiegend über die Flügel an. In der 17. Minute gelang Italien die erste Großchance. Eine flache Hereingabe rutscht irgendwie zu Barella durch, der trocken abzieht. ÖFB-Keeper Bachmann kann den Torschuss aber mit seinem Fuß abwehren. In der Folge konnte sich Österreich erstmals richtig aus der italienischen Umklammerung befreien, Arnautovic zeigte sich aber aus 20 Metern zu optimistisch und verzog letztlich deutlich.

Ciro Immobile sorgte für den größten Aufreger der ersten Hälfte. © APA/afp / LAURENCE GRIFFITHS

Italien war mittlerweile weit aufgerückt und suchte gegen die zwischenzeitlich gut organsierte Abwehr der Österreicher eine Lücke. Diese festgefahrene Situation verleitete Ciro Immobile in der 32. Minute zu einem Distanzschuss, der aber nach einer langen Flugphase ans Lattenkreuz klatscht. Größte Chance in der ersten Halbzeit! Bis zur Pause änderte sich am Spielverlauf nichts. Die Italiener führten in allen Statistiken deutlich – lediglich das Tor fehlte. Mit dem 0:0 ging es schließlich in die Pause.

Nach der Pause versuchten die Azzurri ihre Überlegenheit weiterhin auszuspielen. Nichtsdestotrotz gelang Österreich die erste aufsehenerregende Aktion der zweiten Hälfte. Nach einem Foul von Di Lorenzo an Baumgartner kam das ÖFB-Team zu einer aussichtsreichen Freistoßposition. Dieser Möglichkeit nahm sich David Alaba an, der den Freistoß knapp über die Latte setzte.
Österreich schockt mit Abseitstor – Spiel mit offenem Visier
Bis zur 60. Minute befanden sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, niemand konnte sich klare Chancen herausspielen. Durch Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic kam die österreichische Auswahl jedoch in kürzester Zeit zu zwei gefährlichen Annäherungen an das italienische Tor, die Chancen blieben aber erfolglos.

Plötzlich legt der vermeintliche Außenseiter einen selbstbewussteren Auftritt hin und tritt offensiver in Erscheinung. In der 65. Minute verlängert Alaba eine Flanke per Kopf, Arnautovic lauert dahinter und köpft den Ball an der Unterseite der Latte ins Netz – 1:0! Doch die vermeintliche Führung wird durch den Videoassistenten zurückgepfiffen, der Torschütze stand im Abseits.

Die Szene vor der vermeintlichen österreichischen Führung. © APA/afp / LAURENCE GRIFFITHS

Der Schreckmoment war der Squadra Azzurra deutlich anzumerken, immer wieder tauchten nun die Österreicher gefährlich vor dem Tor der Italiener auf. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, die defensive Organisation wurde gegen überfallartige Konter eingetauscht. Das Publikum im Londoner Wembley bekam von beiden Mannschaften ein Spiel mit offenem Visier geboten. Der in den Schlussminuten aufkommende italienische Druck sorgte aber für kaum Gefahr, weshalb das Spiel letztlich in die Verlängerung ging.
Chiesa reicht ein Moment – Kalajdzic macht es spannend
In der fünften Minute der Verlängerung war es Juve-Flügelspieler Federico Chiesa, der eine Flanke von Spinazzola im österreichischen Strafraum annehmen kann. In der Folge lässt er ÖFB-Verteidiger Lainer aussteigen und vollstreckt Volley aus spitzem Winkel (95.) – 1:0 für Italien!

Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte der Verlängerung kam es zur Vorentscheidung. Nachdem Insigne zuvor noch einen aussichtsreichen Freistoß vergeben hat, macht es Pessina besser. Acerbi behauptet im österreichischen Zentrum eine Flanke und gibt das Spielgerät im Liegen an Pessina weiter, der aus nächster Nähe zum 2:0 einschieben kann (105.).

Sechs Minuten vor Schluss segelt eine österreichische Ecke in den Strafraum der Azzurri. Der eingewechselte Sasa Kalajdzic setzt zu einem Flugkopfball an und trifft den Ball auf Kniehöhe. Das Spielgerät landet im kurzen Eck, Donnarumma hat keine Chance (114.) – 2:1! Das letzte Aufbäumen der Österreicher war letzten Endes aber zu wenig. Italien steht somit nach 120 intensiven Minuten im Viertelfinale der Europameisterschaft. Der Gegner der Azzurri wird am Sonntag zwischen Belgien und Portugal ausgefochten.


Italien – Österreich 2:1

1:0 Chiesa (95.), 2:0 Pessina (105.), 2:1 Kalajdzic (114.)

Schlagwörter: Fussball EM 2021

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