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Die Niederlande konnte letzten Endes erfolgreich in die EM starten. © APA/afp / PIROSCHKA VAN DE WOUW

Niederlande entscheidet Fünf-Tore-Krimi für sich

Die Niederlande sind mit einem Heimsieg in die Fußball-EM gestartet. Die „Oranjes“ gewannen in Amsterdam gegen die Ukraine mit 3:2, womit Österreich die Gruppe C nach der ersten Runde dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz anführt.

Die Gastgeber, die erstmals seit der WM 2014 wieder bei einem großen Turnier dabei sind und eine schwache EM-Vorbereitung absolviert hatten, starteten furios in die vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych fehlerfrei geleitete Partie. Schon in der 2. Minute setzte Memphis Depay zu einem Solo an, scheiterte beim Abschluss aber am ukrainischen Torwart Georgi Buschtschan. Der 27-Jährige von Dynamo Kiew avancierte zum besten Mann der Osteuropäer und entschärfte wenig später mit einer Fußparade die nächste Großchance der Niederländer durch Dumfries.


Die Elftal von Bondscoach Frank de Boer, der im gesamten Turnier auf den verletzten Star-Verteidiger Virgil van Dijk vom FC Liverpool verzichten muss, spielte erfrischend nach vorn. Wijnaldum führte im Mittelfeld umsichtig Regie und sorgte auch vor dem Tor für Gefahr. Erst zielte der Oranje-Kapitän ein wenig zu hoch, später scheiterte er mit einem abgefälschten Schuss am stark reagierenden Buschtschan.
Der ukrainische Torwart hatte zuvor bereits gegen Weghorst gerettet.

Die Ukrainer, die in der Qualifikation für das Turnier überraschend Titelverteidiger Portugal hinter sich gelassen hatten, hielten mit großer Lauf- und Kampfbereitschaft dagegen. Chancen konnte sich das Team von Trainer Andrej Schewtschenko, der 2012 die beiden bisher einzigen EM-Tore für sein Land erzielt hatte, aber kaum herausspielen.
Bis auf einen harmlosen Schuss des Ex-Dortmunders Andrej Jarmolenko (30.) blieb Oranje-Keeper Maarten Stekelenburg – mit 38 Jahren und 264 Tagen der älteste Profi, der bei einer EM oder WM jemals für die Niederlande gespielt hat – in der ersten Halbzeit beschäftigungslos.
Seine Vorderleute hatten die Partie fest im Griff, belohnten sich zunächst aber nicht. Fünf Minuten vor der Pause vergab Dumfries die größte Chance zur Führung, als er den Ball aus fünf Metern völlig frei stehend am Tor vorbei köpfte.

Torflut nach Wiederanpfiff
Wie es geht, zeigte Wijnaldum kurz nach Wiederanpfiff. Bei einer scharfen Hereingabe von der rechten Seite klärte Buschtschan in höchster Not vor dem heranstürmenden Depay, den Abpraller versenkte der künftig für Paris Saint-Germain spielende Mittelfeld-Regisseur eiskalt (52.).

Nun waren die letzten Fesseln gelöst. Nur sechs Minuten nach der überfälligen Führung legte Weghorst nach (58.). Nach einer weiteren Unsicherheit in der ukrainischen Abwehr traf der 28-Jährige mit einem Flachschuss.

Im Vorgefühl des sicheren Sieges erlahmte der Schwung bei den Niederländern – und plötzlich kippte die Partie. Jarmolenko traf mit einem herrlichen Schuss zum Anschluss (75.), der die Ukrainer beflügelte. Vier Minuten später bestrafte Jaremtschuk per Kopf die Passivität der Hausherren (79.), die jedoch noch einmal in Person von Denzel Dumfries (85.) zurückschlugen und durch seinen wuchtigen Kopfball ein Happy End feierten.
Die Spiele vom Sonntag
England – Kroatien 1:0
1:0 Sterling (57.)

Österreich – Nordmazedonien 3:1
1:0 Lainer (18.), 1:1 Pandev (28.), 2:1 Gregoritsch (78.), 3:1 Arnautovic (89.)

Niederlande – Ukraine 3:2
1:0 Wijnaldum (52.), 2:0 Weghorst (59.), 2:1 Yarmolenko (75.), 2:2 Yaremchuk (79.), 3:2 Dumfries (85.)


Schlagwörter: Fussball EM 2021

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