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Der 19-jährige Bukayo Saka fand Trost bei Trainer Gareth Southgate. © APA/afp / LAURENCE GRIFFITHS

Rassistischer Hass ergießt sich über Englands Fußballer

Tausende feierten im Wembley-Stadion während des Finales friedlich. Doch es gibt auch die andere Seite: Vor und in der Arena wurderd randaliert, es gab etliche Festnahmen. Und wieder hat der englische Fußball mit ausuferndem Rassismus zu kämpfen.

Die Spuren des Chaos einer unrühmlichen englischen Fußball-Nacht waren nicht zu übersehen. Vor dem Wembley-Stadion bot sich den letzten Enttäuschten auf dem Weg nach Hause ein Meer aus kaputten Bierdosen und sonstigem Abfall, auch um den Trafalgar Square und Piccadilly Circus türmte sich in der Nacht der Müll. Die Londoner Polizei meldete am Montag knapp zwei Dutzend verletze Beamte, der englische Verband FA verurteilte, dass Fans versucht hatten, das Finalstadion zu stürmen – und die niedergeschlagenen Spieler in den Sozialen Medien rassistisch beleidigt wurden.


Prinz William sprach am Montag von inakzeptablem und „abscheulichem Verhalten“. „Es muss jetzt aufhören, und alle Beteiligten sollten zur Rechenschaft gezogen werden“, so der Queen-Enkel. Die rassistischen Kommentare würden ihn „krank“ machen. Beim 2:3 im Elfmeterschießen gegen Italien hatten Bukayo Saka (19) als letzter Schütze und vor ihm Jadon Sancho (21) und Marcus Rashford (23) verschossen.

„Es muss jetzt aufhören“
Prinz William
„Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist“, teilte die FA mit, der Prinz William vorsteht. „Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist.“ Die Londoner Polizei kündigte Ermittlungen an.

Die englischen Spieler waren vor allen ihren EM-Spielen auf ein Knie gegangen, um ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Der britische Regierungschef Boris Johnson und seine Innenministerin Priti Patel hatten durchaus Verständnis für Menschen gezeigt, die ihren Unmut über die Geste äußerten. Nach dem Finale meldete sich Johnson: „Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen.“

Bukayo Saka verschoss den entscheidenden Elfmeter, es folgte untragbarer Hass in den sozialen Medien. © APA/afp / PAUL ELLIS


Rashford, der bei Manchester United spielt, hatte in der abgelaufenen Saison mehrfach rassistische Beleidigungen gegen ihn öffentlich gemacht. „Was zur Hölle denken sich diese Menschen?!“, sagte am Montag Ex-Nationalspieler Alan Shearer bei der BBC. „Was stimmt mit ihnen nicht?! Das ist so lächerlich, absolut ekelhaft.“ Die Diskussion wird hängen bleiben von diesem EM-Finale – ebenso die Bilder stark betrunkener und ausfällig werdender Fans.

Zwar hatten rund um das Finale Zehntausende friedlich gefeiert. Einigen Engländern stieg der Finaleinzug der Three Lions aber sichtbar zu Kopf. Abgesehen von der fast zu erwartenden Randale auch in der Innenstadt war es an den Sicherheitszäunen des Stadions zu hässlichen Szenen gekommen.

Nachdem Johnson angekündigt hatte, am 19. Juli das Land komplett zu öffnen, hielten sich schon am Sonntag und in der Nacht zum Montag nur die wenigsten Fans an Masken- und Abstandsregeln. Es bleibt zu befürchten, dass auch in London vermehrt Virusinfektionen in Zusammenhang mit der EM festgestellt werden. In Großbritannien steigen die Zahlen insbesondere wegen der als ansteckender geltenden Delta-Variante.

Schlagwörter: Fussball EM 2021

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