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Auf die angekündigte Regenbogen-Beleuchtung muss München nun verzichten. © APA/afp / ANDREAS GEBERT

Wirbel um Stadionbeleuchtung: UEFA fällt Urteil

Die Europäische Fußball-Union bestätigte am Dienstag, was schon zuvor spekuliert wurde: Das EM-Stadion in München darf nicht in den Farben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen. Nun wollen andere Stadionbetreiber ein Zeichen für Toleranz setzen.

Die UEFA lehnte einen entsprechenden Antrag von Reiter ab. Sie sei „aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation.. Während der EM-Partie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch (21.00 Uhr) sollen die Fußball-Arenen in Berlin, Frankfurt, Köln, Wolfsburg und Augsburg bunt erstrahlen. Andere Bundesligaclubs wie der FSV Mainz 05, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach oder der VfL Bochum erklärten sich solidarisch, können aus technischen Gründen aber nicht an der Aktion teilnehmen.


„Wir machen da gerne mit, weil wir uns für Toleranz und Menschenrechte einsetzen“, sagte Christoph Meyer, Sprecher der Berliner Olympiastadion GmbH, am Dienstag der „Berliner Zeitung“. Nach Informationen des Blattes soll der Senat darüber nachdenken, ob auch das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben erstrahlen könnte.

Nicht nur Stadien sollen im Regenbogen erstrahlen
Zu der Aktion aufgerufen hatte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann. „Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga“, twitterte er bereits in der Nacht zum Dienstag und kündigte an: „Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt.“

In Dortmund soll zwar nicht das Stadion des BVB in Regenbogenfarben getaucht werden, dafür aber unter anderem das Deutsche Fußballmuseum.
Ähnliches plant jetzt auch München: Dort soll am Spieltag das Rathaus mit Regenbogenflaggen geschmückt und das Windrad in unmittelbarer Nähe der Arena in Regenbogenfarben beleuchtet werden, kündigte Oberbürgermeister Dieter Reiter an.
Entscheidung sorgt für Empörung
Reiter äußerte sich darüber hinaus kritisch hinsichtlich der Positionierung des DFB: „Ich bin auch sehr enttäuscht, dass der DFB, trotz der unglaublich deutlichen Positionierung hier in München, in Bayern und auch in der Bundesrepublik nichts erreicht hat oder erreichen wollte.“ Der Alternativvorschlag, die Arena an einem anderen Tag zu beleuchten, konterkariere doch jegliche Botschaft.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern kündigte Protestaktionen vor der Arena an. Zudem forderte der Verband die Betreiber der Münchner Fußball-Arena und den Besitzer FC Bayern auf, das Stadion der Ablehnung der UEFA in den Regenbogenfarben zu beleuchten. „Hier muss ein Zeichen gesetzt werden“, sagte Markus Apel, der Vorstand des LSVD Bayern, der Deutschen Presse-Agentur. „Die UEFA zeigt sehr klar, auf welcher Seite sie steht“, meinte Apel – nicht auf der Seite jener, die sich für eine vielfältige und faire Gesellschaft einsetzen, sagte er.

Kapitän Manuel Neuer setzte bereits mit seiner Armbinde ein kleines Zeichen. © APA/afp / PHILIPP GUELLAND

DFB-Kapitän Manuel Neuer setzte in den bisherigen Spielen gegen Frankreich und Portugal bereits ein Zeichen, indem seine Kapitänsbinde die Regenbogenfarben beinhaltete. Dies führte jedoch zu einer kurzweiligen Untersuchung seitens der UEFA aufgrund der vorhandenen politischen Motivation. Das Verfahren wurde aber wieder eingestellt. Nach dem Wirbel um die Stadionbeleuchtung will der mehrfache Welttorhüter nun erst recht nicht auf seine Armbinde und die damit verbundene Nachricht verzichten.
Ungarn zeigt sich über Entscheidung erfreut
In Ungarn wurde die Entscheidung wenig überraschend der UEFA dagegen begrüßt. Die Europäische Fußball-Union habe „die richtige Entscheidung getroffen“, sagte Außenminister Peter Szijjarto am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg vor ungarischen Journalisten. „Man hat entschieden, sich nicht für eine politischen Provokation gegenüber Ungarn einspannen zu lassen“, fügte er hinzu.

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am vergangenen Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde.

Schlagwörter: Fussball EM 2021

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