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Cesare Scaratti in der Umkleidekabine der "Azzurri" Der Bozner beim Beflocken der Trikots, hier gerade jenes des Torschützen zum 1:0 gegen England, nämlich von Claudio Marchisio Das Team der "Casa Azzurri" mit Italiens Teamchef Cesare Prandelli

Cesare Scaratti, Italiens "Tuttofare" bei der Fußball-WM

Der Bozner, in der vergangenen Saison Stürmer von Landesliga-Absteiger Meran, befindet sich derzeit in Mangaratiba. Dort, wo die „Azzurri“ ihre Zelte aufgeschlagen haben. Scaratti ist aber nicht als Fußball-Fan in Brasilien. Er arbeitet in der Logistikabteilung des italienischen Fußballverbandes FIGC mit. „Eine einmalige Erfahrung. Wir arbeiten fast rund um die Uhr, abseits der Partys auf den Straßen. Wenn ich zurückkomme, muss ich mir einen neuen Verein suchen.“

Wer Cesare Scaratti nicht kennt (in der Südtiroler Fußball-Szene sind das aber nur sehr wenige), der könnte meinen, dass sich der Offensivspieler als Fußball-Liebhaber einen schönen Urlaub im Fußball-Land schlechthin leistet: Sonne, Meer, weite Strände und allem voran natürlich die schönste Nebensache der Welt. Doch dem ist nicht so, denn Scaratti befindet sich aus Arbeitsgründen in Brasilien. Er ist in der Logistikabteilung des Fußballverbandes FIGC im Einsatz. Eine Arbeit, die ihm Spaß macht, die gleichzeitig aber auch sehr anstrengend ist, wie er im Interview mit SportNews unterstreicht.


Cesare Scaratti, Sie wissen schon, dass Sie gar einige um Ihren Job in Brasilien beneiden werden?

Wer den Fußball liebt, für den ist so eine Erfahrung natürlich das Maximum. Ich arbeite seit 2008 bei den großen Turnieren mit. 2008 bei der EM in Österreich hat alles begonnen. Ich danke Roberto Muraro für diese tolle Möglichkeit. Obwohl wir uns in einem schönen Ressort befinden, unweit der paradiesischen Strände und des Meeres, wird hier gearbeitet. Rund um die Uhr.


Welches sind Ihre Aufgaben?

Casa Azzurri ist der Treffpunkt für Sponsoren, Medien und wichtige Persönlichkeiten, die die italienische Nationalmannschaft verfolgen. Eine Woche bevor das Team nach Brasilien gekommen ist, waren wir schon hier. Wir kümmern uns um alle logistischen Belange und sorgen dafür, dass es den Spielern an nicht, rein gar nichts, fehlt. Immer in Absprache mit dem Verband und dem Trainerstab natürlich.So haben wir zum Beispiel einen Spieleraumeingerichtet, denn wir sind hier meilenweit von einer Stadt entfernt. Wir stehen der Mannschaft rund um die Uhr zur Verfügung. 24 Stunden auf 24.


Wie ist die Stimmung in der italienischen Delegation?

Die Mannschaft lebt abgeschottet, bzw. die Casa Azzurri ist eine Einrichtung außerhalb ihres Quartiers. Vor dem Englandspiel war das Team schon angespannt, aber das ist ganz normal. Nach dem Sieg sind nun alle sehr zuversichtlich und bester Dinge. Ich denke, dass es Italien weit bringen kann. Brasilien bleibt Favorit, aber ich sehe auch die Niederlande und Deutschland sehr stark.


Bleibt Ihnen Zeit, die WM vor Ort zumindest ein bisschen mitzuerleben?

Nein, denn ich habe den ganzen Tag Arbeit. Wir befinden uns in einem wunderschönen Ressort, 100 Kilometer von Rio De Janeiro entfernt. Es ist schade, dass wir so isoliert sind, denn die Feste auf den Straßen sind sehr weit entfernt und es bleibt keine Zeit, um zum Beispiel nach Rio zu fahren. Ich hoffe, dass wir uns lange hier aufhalten werden. Vielleicht bis zum 13. Juli, dem Tag des Finals.


Sobald Sie nach Bozen zurückkehren, gilt es für Sie einen neuen Verein zu finden…

Ja, das Jahr in Meran ist schlecht verlaufen mit dem traurigen Höhepunkt des Abstiegs in die 1. Amateurliga. Ich werde Mannschaft wechseln, aber ich weiß noch nicht, wohin. Ich hoffe, dass ich ein paar Anrufe bekommen werde und höre mir von jedem ein Angebot an. Ich möchte in der Ober- oder Landesliga spielen. Und ich möchte zeigen, was ich drauf habe.

Autor: sportnews

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