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Denis Mair stürmt für Caronnese (Foto Agostino Castelnuovo)

Den Happen vom Teller genommen: Denis Mairs Lega-Pro-Traum geplatzt

Eigentlich wäre alles angerichtet gewesen, damit der Brixner Denis Mair mit seinem Serie-D-Klub Caronnese ins Profigeschäft, sprich in die Lega Pro, zurückkehrt. Doch am Ende machte der Verein dem Ausnahmestürmer einen Strich durch die Rechnung – und schrieb sich wieder in die Serie D ein, anstatt das Freilos für die Lega Pro zu nutzen.

Bei Denis Mair ist es genauso wie bei guten TV-Serien: Auf ein tolles Staffelfinale folgt ein mindestens genauso spektakulärer Auftakt in die neue Reihe. Vor zehn Tagen war der wieselflinke Stürmer, der im Vorjahr beiCaronnese in der Serie Dherausragende 17 Tore geschossen hat, beim Tim-Cup gegen Lega-Pro-Verein Matera im Einsatz. Nach einer halben Stunde schnappte sich der Brixner in der gegnerischen Hälfte die Kugel, sprintete anschließend an den staunenden Gegnern vorbei wie ein 20-Jähriger beim Senioren-100-Meter-Lauf und schloss anschließend 20 Meter vor dem Tor mit der Trockenheit eines Knäckebrots links unten erfolgreich ab.

Das Spiel gegen den Lega-Pro-Klub endete schließlich mit einer 1:2-Niederlage für Denis Mair & Co. Doch es war weniger die Niederlage, die im Herzen des Südtiroler Fußballers so etwas wie Wehmut auslöste, sondern vielmehr die Gewissheit, dass er sich in der Meisterschaft nicht gegen solche Drittliga-Mannschaften messen kann. Denis Mairs Rückkehr in die Lega Pro muss nämlich noch warten.


Was ist passiert?

Ein Rückblick. In der letztjährigen Meisterschaft führte Caronnese im Kreis A der Serie D lange Zeit das Feld an, ließ sich im Schlusssprint aber noch von Sporting Bellinzago überholen. Da Bellinzago aber auf eine Lega-Pro-Teilnahme verzichtet, wäre Caronnese, das zudem auch noch die Play-Off-Finalspiele gewonnen hat, aufgrund seiner ersten Position in der Nachrücker-Ranglistefür den Aufstieg berechtigt gewesen. „Der Verein begann, das Stadion zu renovieren. Kabinen und dergleichen wurden den Lega-Pro-Standards angepasst“, so Denis Mair. Doch als die Nachricht kam, dass für den Aufstieg nur mehr ein paar Papierzettel ausgefüllt werden mussten, hieß es plötzlich von Vereinsseite aus, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig würden. Die anstehende Meisterschaft werde deshalb in der Serie D absolviert.


„Ich brauchte einige Tage, um diesen Schock zu verdauen“

„Es war für mich ein sehr harter Schlag“, erklärte der 31-Jährige, der den Lega-Pro-Happen schon vor sich auf dem Teller sah, ihn am Ende aber trotzdem nicht genießen durfte. „Ich brauchte einige Tage, um diesen Schock zu verdauen. Mittlerweile habe ich mich damit aber abgefunden und bin schon wieder voller Tatendrang für die kommende Spielzeit.“

Am 4. September geht Mair, der in den letzten beiden Serie-D-Saisonen bärenstarke 35 Treffer erzielte, also in ein neuerliches Abenteuer in der vierthöchsten Liga. Das Ziel ist wiederum der Aufstieg. „Hoffentlich schaffen wir es diesmal auf sportlichem Wege“, lautet die Botschaft an die Konkurrenz.


Thomas Debelyak, SportNews


Autor: sportnews