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Claudio Rastelli steht im Kreuzfeuer der Kritik. Doch nicht nur er, sondern auch die Spieler.

Der schwarze Monat des FC Südtirol

Was ist los mit Südtirols einzigem Profiklub? Von Kurswechsel hin zu einheimischen Spielern, Offensivfußball und Aufbruchsstimmung war im Sommer allgemein die Rede. Bereits nach dem elften Spieltag jedoch scheint sich der FCS in einer Sackgasse festgefahren zu haben. Hauptverantwortlich dafür ist der Monat Oktober, in dem nahezu alles schief lief, was auch nur schief laufen konnte.

Vor der Saison war die Euphorie rund um den FC Südtirol so groß wie lange nicht mehr. Der knapp verpasste Aufstieg in die Serie B in der Vorsaison sollte mit einem hochgehandelten Kader vergessen gemacht werden. Zudem sollte der eingeschlagene „Südtiroler Weg“ die Zuschauer zurück ins Drusus-Stadion locken. Soweit der Plan. Die Realität sieht bisweilen aber anders aus: Beim letzten Heimspiel am vergangenen Freitag sahen 400 zahlende Zuschauer – so wenige wie noch nie in dieser Saison – das 1:1 gegen Albinoleffe und somit das fünfte sieglose Spiel in Folge von Kiem und Mitspieler.


Vom Alessandria-Spiel geblendet


Ende September lag der FC Südtirol nach dem 2:0-Sieg gegen Pro Patria noch auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Es folgte das 2:2 im schwierigen Auswärtsmatch in Alessandria. Nach diesem Spiel prasselte reichlich Lob auf den FCS ein. Nicht wegen des Ergebnisses, sondern vielmehr aufgrund der gezeigten Leistung, die als die beste in dieser Saison gefeiert wurde. Dabei wurde über vieles hinweggetäuscht, dass in den darauffolgenden Wochen aber noch zum Vorschein treten sollte.

Dem guten Auftritt im Piemont folgte die unerklärlich schwache Vorstellung beim 1:2 zuhause gegen Renate. Eine Woche später konnte die Rastelli-Elf bei Real Vicenza zwar einen schmeichelhaften Punkt einfahren, das Auftreten der Weiß-Roten blieb aber besorgniserregend. Ähnlich die Situation beim nächsten Auswärtsspiel in Novara, das mit 0:1 verloren ging. Dabei fanden die FCS-Verantwortlichen, allen voran Trainer Claudio Rastelli, im Unparteiischen den Sündenbock. So gelang es den anhaltenden Abwärtstrend zumindest in Teilen zu retuschieren.


Spieler und Trainer stehen in der Pflicht


Seit vergangenem Freitag gibt es jedoch nichts mehr schönzureden. Der FC Südtirol muss handeln! Schaffen es die Spieler nicht, am kommenden Spieltag in Salò die Kehrtwende einzuläuten, so ist wohl die Vereinsführung zu einem Machtwort gezwungen. Die Beurlaubung vom mitunter ideenlos wirkenden Rastelli scheint in jenem Fall unumgänglich. Doch reicht dieser Schritt, um den schwarzen Monat Oktober vergessen zu machen? In Tagen wie diesen muss sich beim FC Südtirol wohl jeder hinterfragen von der Führungsebene, dem Sportdirektor über den Spielern bis hin zum Trainer. Denn klar ist: Anspruch und Wirklichkeit klaffen nach knapp einem Drittel der Saison weit auseinander.



Die letzten fünf Meisterschaftsspiele im Überblick:

US Alessandria - FC Südtirol 2:2 (5. Oktober)
FC Südtirol - AC Renate 1:2 (11. Oktober)
Real Vicenza - FC Südtirol 1:1 (19. Oktober)
Novara Calcio - FC Südtirol 1:0 (26. Oktober)
FC Südtirol - Albinoleffe 1:1 (31. Oktober)


Autor: sportnews