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Tefana & Rodez: Ein besonderes Gruppenfoto vor einem Pokalspiel. (Foto: Facebook) AS Tefana, der amtierende Meister aus Tahiti vor dem Pokalspiel gegen Rodez. (Foto: Facebook)

Eine Weltreise für ein Pokalspiel

15.000 Kilometer weit – oder umgerechnet 31 Stunden lang – für ein Pokalspiel. Was wie ein Witz klingt, war für den französischen Verein AF Rodez Realität. Wie kam es dazu?

Türkisblaues Wasser, von Palmen umsäumte weiße Sandstrände und luxuriöse Resorts. Daran denken die meisten Menschen, wenn sie an Französisch-Polynesien denken. Verständlich, immerhin zählt die Inselgruppe in der Südsee zu den teuersten und exklusivsten Reisezielen der Welt. Der französische Drittligist AF Rodez hatte mit alldem nichts zu tun. Stattdessen ging es um Fußball.


Teams aus Guadeloupe und Neukaledonien im französischen Pokal mit dabei

Der französische Pokal ist wie ein Staffellauf. Die Kleinen beginnen, die Großen hören auf. Mannschaften wie Paris Saint Germain oder Olympique Lyon greifen erst spät ein – aus gutem Grund. Das Reglement besagt nämlich, dass auch Mannschaften die außerhalb von Frankreich, aber auf französischem Staatsgebiet liegen, mitspielen dürfen. Und das sind einige, denn eine Menge Inselstaaten die weit außerhalb von Europa liegen gehören zu Frankreich.

So spielen im französischen Pokal Mannschaften aus Guadeloupe, Neukaledonien oder Guayana mit. 1988 schaffte es Geldar Kourou, eine Mannschaft aus Guayana, sogar bis in das Sechzehntel-Finale. Meistens bleiben diese Mannschaften unter sich, doch in der aktuellen Saison musste eine Mannschaft aus Europa nach Ozeanien reisen.


Ein Drittligist muss nach Tahiti

Der Campionnat National ist die dritte Liga in Frankreich. Dort ist der AF Rodez, eine Mannschaft aus Südfrankreich, drauf und dran den Durchmarsch in die zweite Liga zu schaffen. Rodez, in Frankreich nur „Le RAF“ genannt, ist ein Traditionsverein. 1929 gegründet, schafften es die Rot-Gelben aber nie ganz nach oben. Ende der 1980er-Jahre war Rodez für ein paar Saisonen zweitklassig.

Jetzt wurde der Klub mit einem Schlag berühmt. Allerdings nicht, weil er die dritte Liga in Frankreich anführt. Der Grund war ein Pokalspiel, für das der Drittligist 15.000 Kilometer zurücklegen musste. Der Gegner in der siebten Runde des „Coupe de France“ kam nämlich aus Tahiti.


Eine 31-Stunden-Reise für 90 Minuten Fußball

Tahiti ist die größte Insel von Französisch-Polynesien und der AS Tefana ist ihr aktueller Fußballmeister. Dreimal gewann Tefana bisher die Meisterschaft und in der Champions League von Ozeanien kamen die Inselkicker 2012 sogar bis in das Finale. Im November folgte das nächste Highlight. Ein Pokalspiel gegen eine Mannschaft aus Frankreich.

31 Stunden lang war Rodez auf dem Weg, bis der Drittligist in Tahiti angekommen war. Es folgten 90 Minuten Fußball, dann machte sich die Mannschaft wieder auf den Rückweg. Zumindest hat sich die Reise, die vom französischen Verband bezahlt wurde, gelohnt. Rodez gewann gegen Tefana mit 3:0 und zog in die nächste Pokalrunde ein. Ende gut, alles gut.


SN/cst


Autor: sportnews

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