
Scharfer Gegenwind für Gianni Infantino. © APA/AFP / PABLO PORCIUNCULA
Europäer drohen mit WM-Boykott
Die 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) drohen dem Weltverband (FIFA) geschlossen mit einem WM-Boykott bei Männern und Frauen, falls dieser den angekündigten Investorendeal durchzieht.
30. Juli 2026
Von: apa/sn
Das gab die UEFA nach einem virtuellen Dringlichkeitsmeeting am Donnerstag bekannt. „Als Konsequenz aus der heutigen Diskussion werden keine UEFA-Nationalmannschaften an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge im Raum stehen“, teilte die UEFA mit.
Der europäische Fußball unter Führung von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin macht damit Ernst und hat eine ultimative Drohung an Infantino ausgesprochen. Sie lautet: Wenn ihr den Plan mit dem Investorendeal in die Tat umsetzt, werden wir die nächste Weltmeisterschaft und alle weiteren Wettbewerbe des Weltverbands zusammen boykottieren.
WM kein Anlageprodukt
„Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab. Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Es darf keinen Zweifel geben: Die UEFA und ihre nationalen Verbände werden sich diesen Plänen mit aller Entschlossenheit widersetzen“, hieß es in dem von allen 55 nationalen Verbänden unterzeichneten UEFA-Schreiben.„Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, hieß es darin. Europas Dachverband stellt klar: Selbst wenn unter den 211 Mitgliedsstaaten eine Mehrheit für den Investorendeal votieren sollte, werde man diesen Beschluss nicht mittragen.
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