a Europa League

Rudi Garcia will den ersten internationalen Titel seit 1993 nach Marseille holen. © APA/afp / PHILIPPE DESMAZES

Atletico vs. Marseille: Das Duell der Gegensätze

Während die Spanier alle zwei Jahre in einem Endspiel steht, wartet Olympique Marseille seit 1993 auf einen internationalen Titel. Doch nicht nur auf Spielfeld wird es heiß hergehen. Auch die beiden Fanlager könnten gegensätzlicher nicht sein.

Zum fünften Mal in acht Jahren steht Atletico Madrid in einem europäischen Finale. Die beiden Champions-League-Endspiele gegen Real Madrid, 2014 und 2016, hat Atletico verloren. In der Europa League sah das allerdings anders aus. Dort haben die Colchoneros beide Male gewonnen: 2010 gegen Fulham und 2012 gegen den Athletic Club.

Die voraussichtlichen Aufstellungen im Europa-League-Finale.

Atletico-Trainer Simeone gesperrt


Dieses Mal muss der Club allerdings auf Trainer Diego Simeone verzichten. Der Argentinier hat Atletico Madrid zurück in die europäische Elite geführt und gilt als Vater des Erfolgs. Weil er sich im Halbfinale gegen Arsenal zu sehr beschwert hat, muss er jetzt zuschauen. Sein Assistent German Burgos, der als rechte Hand von Simeone gilt, wird ihn ersetzen. Um zu wenig Emotionen am Spielfeldrand muss man sich dabei keine Sorgen machen. Burgos, der als Frontman einer Rockband mit langen Haaren und Baseball-Cap für Furore sorgte, ist ein heißblütiger Co-Trainer.

© APA/afp / PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Muss auf die Tribüne: Atletico-Coach Diego Simeone.


Trotz der Trainersperre ist Atletico als Favorit einzustufen. Auch, weil die Spanier viel mehr internationale Erfahrung als Olympique Marseille mitbringen. Zudem wird sich Superstar Antoine Griezmann mit einer Trophäe aus Madrid verabschieden wollen. Der Franzose steht vor einem Wechsel zu Barcelona – für eine fixierte Ablösesumme von 100 Millionen Euro.

Marseille vertraut auf Kapitän Payet


Bei Gegner Olympique Marseille ruhen die Hoffnungen auf Dimitri Payet. Er soll den zweiten internationalen Titel in die südfranzösische Hafenstadt holen. 1993 gewann Marseille die Champions League, die drei weiteren Endspiele wurden verloren. Jetzt soll Payet dafür sorgen, dass es in Marseille wieder etwas zu feiern gibt. Der 31-Jährige ist nach Midtjylland-Routinier Jakob Poulsen der beste Vorlagengeber Europas. 24 Tore hat Payet in 46 Spielen aufgelegt – eigentlich unfassbar, dass in Frankreich darüber diskutiert wird, ob er mit zur WM soll oder nicht.

© APA/afp / BORIS HORVAT

Gibt die Richtung an: Marseille-Kapitän Dimitri Payet.


Bei Marseille ist Payet nicht nur Kapitän, sondern auch Dreh-und Angelpunkt. Immer wenn die Truppe von Rudi Garcia gefährlich wird, hat der 37-fache Nationalspieler seine Füße im Spiel. Und genau davor hat Atletico die meiste Angst. Denn zusammen mit Florin Thauvin und Lucas Ocampos bildet Payet ein brandgefährliches Offensivduo. Zudem ist Stammkeeper Steve Mandanda wieder fit. Zuletzt wurde der Nationalkeeper von Yohan Pelè vertreten.

Rechts gegen links: Kampf der Fankulturen


Nicht nur auf dem Platz, auch auf den Tribünen in Lyon wird es heiß hergehen. Denn während die Atletico-Fans dem rechten Lager zugewandt sind, ist die Marseille-Kurve politisch links – und ein eiserner Verfechter von Pyrotechnik. Das kommt den Verein allerdings immer wieder teuer zu stehen. In dieser Saison hat Marseille bereits 350.000 Euro Strafe an den französischen Verband bezahlt.

Atletico hingegen macht immer wieder Schlagzeilen mit rechtsextremen Fans. Immer wieder tauchen in der Kurve Hakenkreuz-Fahnen auf, rassistische Beleidigungen sind an der Tagesordnung. 2014 warfen Neonazis, die der Atletico-Ultragruppierung „Frente“ angehören, einen La-Coruna-Fan in den Fluss Manzanares. Der bekennende Antifaschist hatte sich zuvor Straßenschlachten mit den Atletico-Ultras geliefert und bezahlte dafür mit seinem Leben.

Autor: cst

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