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Vorne lange Gesichter bei den Okzitaniern, hinten jubeln die Südtiroler Die Elf von Manfred Villgrater vor dem Anpfiff Hansi Mair und Martin Ritsch erzielten das 2:0, bzw. 3:0

Europeada: Zynische Südtiroler stehen im Halbfinale

Das Minimalziel bei der EM der Sprachminderheiten in der Lausitz ist erreicht. Die Villgrater-Truppe wies die Okzitanier am Donnerstag im Viertelfinale mit 3:0 in die Schranken und zog in die Runde der letzten Vier ein. Der Erfolg war hart umkämpft.

Hannes Kröss aus Radibor

Als in Radibor, einer 3000-Seelen-Ortschaft zehn Kilometer vor Bautzen, in der 18. Minute Peter Mair zum Torjubel abdrehte, da musste der Angreifer der Südtiroler schmunzeln. Den ersten Fehler der Hintermannschaft der Okzitaner hatte Südtirols Nummer „9“ eiskalt ausgenutzt und die Weiß-Roten schmeichelhaft in Führung gebracht. Nach einem Missverständnis zwischen Abwehr und Tormann spurtete Mair pfeilschnell in den Ball, umkurvte den Torhüter und schob aus spitzem Winkel ein.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Südfranzosen den Südtirolern mindestens ebenbürtig und hättenführen können, wenn Bru nach einem missglückten Rückpass von Althuber cooler geblieben wäre und den Ball ins Tor, statt ans Außennetz gehaut hätte (8.).

Immer wieder versuchten es die Okzitaner mit langen Pässen der zentralen Verteidiger oder der zentralen Mittelfeldspieler in die Spitze, wo sie den kampfstarken Bru – einen bulligen Mittelstürmer der Marke Christian Vieri – suchten. Und damit hatten die Südtiroler Verteidiger Probleme. So auch fünf Minuten nach dem Führungstreffer, als eben Bru nach einem Missverständnis zwischen Pietersteiner und RellichdenSüdtiroler Goalie mit einem Heber überwand und der Ball an die Oberseite der Querlatte prallte.


Südtiroler ohne Christian Rainer

Südtirol, das Christian Rainer verletzt vorgeben musste, fand nur schwer in die Partie, weil die Okzitaner im Mittelfeld dicht machten. So wichen die Spieler von Manfred Villgrater immer öfter auf die Seiten aus, doch die Hereingaben von den Flügeln fanden keinen Abnehmer. Mit der schmeichelhaften Führung ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Südtiroler besser in die Partie. Das lag zum einen daran, das sich die Villgrater-Elf besser auf die Okzitaner einstellen konnte. Zum anderen musste das „Gehirn“ der Franzosen, Lantier, verletzt vom Platz. Nach nur vier Minuten segelte Hansi Mair nach einer Hereingabe von Peter Mair um Zentimeter am Ball vorbei. Auf der Gegenseite schoss Amiel nur knapp darüber.


Hansi Mair steht goldrichtig

Auch die nächste Chance gehörte den Okzitanern, doch Brus Schuss ging ebenfalls über das von Pietersteiner gehütete Tor. In der 59. Minute feuerte Peter Mair einen wuchtigen Schuss ab, den Lebo parieren konnte. Nur 60 Sekunden später war es erneut die Nummer 9 der Südtiroler, die den Schlussmann nach Doppelpass mit Fischer zu einer Glanztat zwang.

Aus dem folgenden Eckball fiel der zweite Treffer der Südtiroler, als Hansi Mair goldrichtig stand und das Leder im Kasten der Okzitanier unterbrachte (60.). Damit war eine Vorentscheidung in Radibor gefallen, die Gegenwehr der Südfranzosen gebrochen.


Halbfinale am Freitag um 16 Uhr gegen Kroaten in Serbien

Gejubelt wurde auf Seiten der Südtiroler aber nur noch einmal, nämlich in der 73. Minute, als Ritsch mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze zum 3:0 traf. Szenen-Applaus gab es hingegen für Hannes Fischnaller, der nach einem Seitfallzieher nur die Querlatte traf.

Dank des Sieges haben sich die Weiß-Roten für das Halbfinale qualifiziert, welches am Freitag um 16 Uhr in Crostwitz über die Bühne gehen wird. Südtirol wird dann auf die kroatische Minderheit in Serbien treffen. Im zweiten Halbfinale stehen sich hingegen die Kärntner Slowenen und die Roma aus Ungarn gegenüber.


Südtirol - Okzitanier 3:0 (1:0)

Aufstellung Südtirol:
Patrick Pietersteiner, Danny Fäckl, Roland Harrasser, Benni Althuber, Stefan Rellich, Günther Fischer, Hansjörg Mair (ab 80. Jakob Moriggl), Martin Ritsch, Peter Mair (ab 77. Hansjörg Stockner), Hannes Fischnaller, Theo Pamer (ab 74. Armin Rungg)

Ersatzbank: Christian Platzer, Gabriel Brugger, Christian Rainer, Matthias Regele

Tore: 1:0 Peter Mair (18.), 2:0 Hansi Mair (60.), 3:0 Martin Ritsch (73.)

Autor: sportnews

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