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Hannes Kiem

Hannes Kiem: „Ich bin auch noch da“

Für den Kapitän des FC Südtirol war der gestrige Sonntag der perfekte Tag. Der 27-jährige Kastelbeller erzielte kurz nach der Einwechslung seinen ersten Saisontreffer, den er seiner Freundin Martina und dem vor kurzem geborenen Töchterchen Victoria widmete. Beide waren im Drusus Stadion dabei. „Ich habe sehr schwere Monate hinter mir. Ich habe aber gezeigt, dass ich der Mannschaft helfen kann – wenn ich spiele.“

Im Drusus Stadion lief gestern die 84. Minute. Hannes Fink trat einen Eckball in die Mitte des Strafraums, wo der 120 Sekunden zuvor eingewechselte Hannes Kiem am höchsten stieg und den Ball mit dem Kopf in die Maschen nickte. Es ist der Treffer zum 3:0. Die Entscheidung zwischen den Weiß-Roten und Virtus Entella. Und wohl auch das Playoff-Ticket, auch wenn es mathematisch noch nicht ganz fix ist, dass der FCS um den Aufstieg in die Serie B mitspielt.

Für Hannes Kiem ist das erste Saisontor aber noch viel mehr. Sein Befreiungsschrei, der Jubel - sie habenviele Bedeutungen. Die Widmung geht an seine Freundin Martina,die vor kurzem der kleinen Victoria (am 11. April) das Leben schenkte. Gestern war die Tochter von Hannes Kiem zum ersten Mal im Stadion. Aber es war auch ein Tor für sich selbst. Denn Hannes Kiem hat harte Zeiten hinter sich. Mehr als vier lange Monate, in denen er keine einzige Minute auf dem Platz stand.

Der Treffer kommt fast einer Wiedergeburt gleich. Mit Sicherheit ist es aber ein Signal an das gesamte Umfeld, ganz nach dem Motto: Seht her, mich gibt es auch noch. „Ich habe seit dem 17. Dezember keine einzige Minute gespielt. Ich wollte es allen zeigen. Es ist nie leicht, wenn man nicht spielen darf. Aber man muss die Entscheidungen des Trainers akzeptieren. Alle haben sich mit mir gefreut, die gesamte Mannschaft ist hergekommen, um mich nach meinem Tor zu umarmen. Das war sehr schön und auch sehr wichtig für mich.“

Trotz seines Reservistendaseins ließ sich Hannes Kiem in den vergangenen Monaten nie hängen. „Mein Verdienst ist es, dass ich immer weitergearbeitet habe. Ich gebe nie auf und bin im Training immer mithundertprozentigem Einsatz dabei. Es war nicht leicht auf den Platz zu kommen undein Zeichen zu setzen. Vier Monate ohne Spielpraxis gehen nicht spurlos an einem Spieler vorbei. Das Tor war eine Befreiung. Diese Freude will ich auskosten.Ich habe immer gezeigt, dass ich meinen Beitrag leisten kann, wenn ich gebraucht werde und spiele. Die Playoffs haben wir so gut wie in der Tasche. Nun müssen wir so weitermachen“, sagte Kiem, der den heutigen freien Montag mit seiner Freundin und Töchterchen Valentina genießt.

Am Sonntag ist Lecce im Drusus Stadion zu Gast. Ein Prestigeduell wartet auf den FC Südtirol. Der Kapitän hat gezeigt, dass er für jede Herausforderung bereit ist.

Autor: sportnews

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