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Diego Maradona starb am 25. November 2020. © AFP / ALEJANDRO PAGNI

Hintergründe zum Maradona-Tod: Ließ man ihn hilflos sterben?

Gerichtliche Untersuchungen rund um den Tod von Diego Maradona im vergangenen November zeigen ein erschütterndes Bild. Jetzt könnte sogar Anklage wegen Totschlags erhoben werden.

Nach monatelangen Ermittlungen, Befragungen und Rekonstruktionen seiner letzten Lebenstage sind Gerichtssachverständige in Argentinien nun zur klaren Erkenntnis gekommen: Der Tod von Diego Armando Maradona hätte vermieden werden können.


Nach Auffassung einer von der Staatsanwaltschaft eingesetzten Ärztekommission sei Maradona nach dessen Gehirnoperation Anfang November 2020 völlig falsch beziehungsweise überhaupt nicht betreut worden. Deshalb droht seinen persönlichen Ärzten, Neurochirurg Leopoldo Luque und Psychiaterin Agustina Cosachov, eine Anklage wegen Totschlags und dementsprechend eine Haftstrafe von 8 bis 25 Jahren. Dazu könnten weitere medizinische Betreuer des argentinischen Nationalhelden in den kommenden Wochen in den Fokus der Ermittler geraten.

„Seine Augen sind groß wie Brüste einer Frau“
Laut Berichten des Nachrichtenportals Pagina12 werden Luque und Cosachov für Maradonas frühen Tod verantwortlich gemacht. Sie hätten ihm völlig falsche Medikamente verabreicht, seinen sich deutlich verschlechternden Gesundheitszustand ignoriert und sich darüber sogar lustig gemacht. „Seine Augen sind groß wie Brüste einer Frau“, soll Luque gegenüber einer betreuenden Person mit unterschwelligem Ton gesagt haben – und das am 22. November, also drei Tage vor seinem späteren Tod.
Kein Arzt griff ein
Dabei waren diese äußerlichen Merkmale klare Indizien dafür, dass Maradona längst in eine Klinik überstellt werden hätte müssen, anstatt in seinem für ärztliche Betreuung völlig ungeeigneten Ansitz in Tigre zu verbleiben. Dort habe sich sein Zustand unter regelmäßiger Zufuhr von Antidepressiva und Alkohol förmlich stündlich verschlechtert. Irgendwann habe Maradona, so argentinische Medienberichte, ganze Tage verbracht, ohne einen Fuß aus dem Bett zu bekommen.

Obwohl Leibwächter des Jahrhundertfußballers und Personen aus dessen näherem Umfeld immer wieder Alarm schlugen, hätten Luque und Cosachov völlig fahrlässig gehandelt und dadurch das Ableben in Kauf genommen. Am 25. November 2020 starb Diego Maradona an einem Herzstillstand. Nun drängen Hinterbliebene, Ermittler und Gerichte nach Auklärung.

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