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Wird in Paris an der Seitenlinie fehlen: Bayern-Trainer Vincent Kompany. © APA/afp / INA FASSBENDER

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Wird in Paris an der Seitenlinie fehlen: Bayern-Trainer Vincent Kompany. © APA/afp / INA FASSBENDER

Bayern in Paris: Ohne den Boss, aber mit Musiala

Auf diese unkalkulierbare Ausnahmesituation hätten die vor Kraft und Selbstbewusstsein strotzenden Münchner Triple-Jäger um den rechtzeitig wieder magischen Jamal Musiala liebend gerne verzichtet.

Eine Kraftprobe mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain um Weltfußballer Ousmane Dembélé ist im Saisonendspurt ohnehin die größtmögliche Prüfung in der Champions League. Noch dazu im Halbfinale und speziell auswärts im hitzigen Parc des Princes.


Und dann fehlt dem FC Bayern im 50. Saison-Pflichtspiel am Dienstag (21.00 Uhr) auch noch der Cheftrainer in der Coaching-Zone. Vincent Kompany ist nach der dritten Gelben Karte, die er beim irren 4:3 gegen Real Madrid vor zwei Wochen sah, im Hinspiel gesperrt. Ein Handicap, das auf dem Weg ins Endspiel am 30. Mai in Budapest folgenschwer enden könnte.

Kane: Natürlich werden wir den Trainer vermissen

„Natürlich werden wir ihn vermissen an der Seitenlinie. Er ist unser Anführer, er ist unser Boss“, sagte Torjäger Harry Kane zur Premiere ohne Kompany. Vorbereitung, Taktik, Aufstellung – alles das darf der 40 Jahre alte Belgier noch erledigen. Aber nach der Ankunft des Münchner Teams im Stadion ist Kompany raus – dann muss sein Assistent Aaron Danks die Chef-Rolle ausfüllen.

Everybody's Darling: Vincent Kompany. © APA/afp / ALEXANDRA BEIER

Everybody's Darling: Vincent Kompany. © APA/afp / ALEXANDRA BEIER


„Ich mache mir da keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden“, beschwichtigte Kompany zwar. „Wir werden damit umgehen“, versicherte auch Kane. Die Führungsspieler, allen voran Kapitän Manuel Neuer, Mittelfeldchef Joshua Kimmich und auch er selbst, müssten eben in dieser speziellen Situation „die Mannschaft pushen“, bemerkte Kane.

Kompany gesperrt

Kann der Engländer Danks seinen Chef doubeln? Beim Abschlusstraining noch in München gab der 42-Jährige energisch die Kommandos bei den Übungen. Kane und Co. klatschten auffällig mit Danks ab – Kompany beobachtete es gelassen. Sichtbar in Erscheinung tritt Danks sonst im Alltag bei Spielen, wenn die Bayern oder ihr Gegner eine Ecke oder einen Freistoß ausführen. Dann überlässt ihm Kompany die Bühne und auch die Anweisungen vom Spielfeldrand.

Und in Paris? Da soll es auch ohne die Aura, ohne die spontanen Eingebungen von Kompany gut ausgehen. „Um Gottes willen“ – das war die spontane Reaktion von Sportvorstand Max Eberl, als ihm die Kompany-Sperre nach dem Weiterkommen gegen Real Madrid bewusst wurde. Übertrieben war diese Reaktion nicht. Besonders wenn man auf die meisterliche 4:3-Aufholjagd blickt, welche die Münchner gerade erst am Wochenende in Mainz hinlegten.

297 Tage nach dem Musiala-Schock

Die Kompany-Sperre ist aber nicht die einzige große Personalie beim europäischen Neo-Klassiker. Da ist ja auch noch Jamal Musiala. 297 Tage nach seiner schweren Beinverletzung bei der Club-WM in den USA kommt es zum emotionalen Wiedersehen des 23-Jährigen mit PSG.

Gianluigi Donnarumma verletzte bei der Klub-WM Jamal Musiala schwer. © APA/afp / PATRICIA DE MELO MOREIRA

Gianluigi Donnarumma verletzte bei der Klub-WM Jamal Musiala schwer. © APA/afp / PATRICIA DE MELO MOREIRA


Die schockierenden Bilder vom heftigen Crash mit dem damaligen PSG-Torwart Gianluigi Donnarumma beim Viertelfinal-Aus in Atlanta (0:2) und dem schlimm abgewinkelten linken Fuß sind unvergessen. „Die schaue ich mir auf gar keinen Fall mehr an“, sagte Musiala. Schwere Monate mit Rückschlägen liegen hinter ihm.

Aber jetzt scheint der Nationalspieler wieder zu Magic Musiala zu werden. „Dieser Jubel, dieses Lachen – wenn ein Offensivspieler das hat, dann ist alles gelöst, dann ist alles in Ordnung“, frohlockte Kompany nach dem Sieg in Mainz.

Im Prinzenpark soll sich für Musiala ein Kreis schließen – wenige Wochen vor der WM. In Mainz war er als Einwechselspieler ebenso wie der grandiose Michael Olise der Gamechanger. Das 4:3 nach 0:3 war noch mal ein emotionaler Push für die Münchner. „Wir brauchen dieses Gefühl und diese Mentalität, wenn wir noch mehr gewinnen wollen“, betonte Musiala im Anschluss.

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