a Champions League

Lautaro Martinez und Inter sind beim AC Milan zu Gast. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Dieses Spiel hält ganz Fußball-Italien in Atem

Die gesamte Fußball-Welt schaut nach langer Zeit mal wieder nach Mailand – und dort sonnt man sich im unerwarteten Glanz der Königsklasse. Das Stadtduell zwischen Milan und INter im Champions-League-Halbfinale soll den beiden wiedererstarkten Vereinen und dem ganzen Calcio einen kräftigen Schub versetzen.

„Das ist nicht ein Derby, das ist das Derby“, tönte Inter-Trainer Simone Inzaghi vor dem Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen am Mittwoch (21 Uhr). Wie vor genau 20 Jahren ist der Kampf um den Einzug ins Finale wieder eine innerstädtische Angelegenheit. Anders als damals will diesmal Inter jubeln – die Nerazzurri sind favorisiert.


Das liegt in erster Linie daran, dass Milan womöglich ohne seinen gefährlichsten Spieler antreten muss. Stürmer Rafael Leao droht wegen einer Adduktorenverletzung auszufallen. Coach Stefano Pioli will erst am Spieltag nach einem finalen Fitnesstest entscheiden, ob er seinen Star in den Kader holt. „Rafa und sein Arzt werden mir am Morgen sagen, wie es aussieht. Wenn es ihm gut geht, dann wird er nominiert. Wenn nicht, dann nicht.“ Der Offensivspieler hatte sich jüngst in der Liga verletzt und konnte bis Dienstag nicht mit der Mannschaft trainieren.

Ein herber Verlust

Mit seinen Sturmläufen auf der linken Seite ist der Portugiese derzeit einer der Spektakel-Garanten im europäischen Fußball. Im Viertelfinale gegen den Napoli (1:0, 1:1) hatte er beide Milan-Treffer vorbereitet. Ohne den 23-Jährigen sei Milan nur die Hälfte wert, meinte der einstige Topstürmer Christian Vieri in der Gazzetta dello Sport.

Rafael Leao ist fraglich. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Weil darüber hinaus Inter just zur wichtigsten Phase der Saison seine Topform gefunden zu haben scheint, sieht Vieri die Inzaghi-Truppe vorn. „Inter hat den besten Kader, vor allem was den Angriff angeht. Eigentlich dürften die gegen niemanden verlieren“, sagte der Fußball-Rentner und Kult-Kommentator über die Offensive um Romelu Lukaku, Edin Dzeko, und den argentinischen Weltmeister Lautaro Martinez.

Dass sich Milan und Inter in der Vorschlussrunde der Champions League gegenüberstehen und andere Hochkaräter wie Bayern, Liverpool, Barcelona oder Paris nur noch zuschauen dürfen, das hätte vor der Saison kaum jemand für möglich gehalten. Inter stand 2010, Milan 2007 letztmals in einem Halbfinale – beide Male gewannen die Norditaliener dann übrigens den Titel.

Die größte Bühne

Mit reichlich Glück bei der Auslosung der K.o.-Phase und altbewährten Defensiv- und Minimalismus-Tugenden – Milan etwa kassierte in vier Playoff-Partien bei drei selbst erzielten Treffern nur ein Gegentor – waren die Mailänder diesmal erfolgreich. Und nun kommt es zum Derby im größtmöglichen Schaufenster. Das bewarb Milan am Montagabend bereits, indem das berühmte Hotel Burj Khalifa von Dubai komplett in rot und schwarz angeleuchtet wurde.

Romelu Lukaku & Co. sind leicht favorisiert. © ANSA / FABIO FRUSTACI


„Das Spiel ist wichtig für den italienischen Fußball“, sagte Torwart-Legende Dino Zoff jüngst. Ob beim Flutlichtevent im altehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion von San Siro wieder zwei Vereine in der absoluten Weltspitze zu sehen sein werden, das könne der 81-Jährige nicht sagen. „Aber die Zahlen deuten das an.“

Der Weltmeister von 1982 erinnerte daran, dass neben Milan und Inter auch noch Juventus und Roma in der Europa League sowie Fiorentina in der Conference League jeweils in den Vorschlussrunden stehen. Fünf Serie-A-Teams gleichzeitig in den Halbfinals europäischer Vereinswettbewerbe hat es bislang noch nie gegeben.
„Im Ausland denkt man nicht an diese Dinge, dort geht man auf den Platz und spielt.“ Dino Zoff

„Das zeigt, dass der italienische Fußball, über den wir selbst hierzulande oft zweifeln, international hoch angesehen wird“, sagte Zoff. In Italien wird der Sport immer wieder von Nebengeräuschen überlagert, aktuell etwa vom Rechtsstreit von Rekordmeister Juve um mögliche Bilanzfälschungen. Zoff aber sagt: „Im Ausland denkt man nicht an diese Dinge, dort geht man auf den Platz und spielt.“

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