a Champions League

Schachtar Donezk spielt auch wieder in der Champions League, wie zuletzt gegen Inter Mailand oder in der Quali gegen Rapid Wien. © APA/epa / ROLAND SCHLAGER

In der Ukraine rollt wieder der Ball

Fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn rollt in der Ukraine wieder der Ball. Mit der Begegnung zwischen Schachtar Donezk und Metalist Charkiw nahm die höchste ukrainische Fußballliga am Dienstagmittag ihren Spielbetrieb wieder auf.

Am offiziellen Tag der Staatsflagge sollten die Fußballer den kriegsgeplagten Ukrainern etwas Ablenkung verschaffen. Die Partie zwischen dem nach zahlreichen Abgängen veränderten Schachtar und Metalist endete 0:0.


Der russische Angriffskrieg, der das Land seit dem 24. Februar in einen Ausnahmezustand versetzt, war auch beim Ligastart allgegenwärtig. Vor dem Anpfiff im Olympijskyj-Stadion von Kiew gedachten beide Teams mit einer Gedenkminute den Kriegsopfern, außerdem durfte ein versehrter Kriegsveteran den symbolischen Anstoß ausführen.

Von den Rängen gab es keinen Jubel, alle Spiele finden aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres ohne Zuschauer statt. Auch für die Profis gelten strenge Sicherheitsregeln: Bei einem Luftalarm wird das Spiel unverzüglich abgebrochen, alle Beteiligten haben sich dann in einen nahe liegenden Schutzkeller zu begeben.

Bei Luftalarm sofort in den Schutzkeller
Der kroatische Schachtar-Trainer Igor Jovicevic sagte vor dem Spiel: „Das ist unser Job, und wir sehen es als sehr große Verantwortung, der Welt zu zeigen, dass das Leben in der Ukraine nicht stehen geblieben ist, sondern weitergeht.“ Mittelfeldspieler Michailo Mudryk erinnerte daran, dass sich jeder bewusst sein sollte, was in der Ukraine passiert. Weil viel Zeit vergangen ist und die Welt das vielleicht vergessen hat.

Schachtar spielt auch in der Champions League. Die Mannschaft lag an der Spitze der Tabelle, als die Meisterschaft im Februar abgebrochen wurde. Die Heimspiele in der Königsklasse trägt der Club in Polen aus.

Aus Sicherheitsgründen finden die Partien ohne Zuschauer statt. © Tobias Unterhofer / Tobias Unterhofer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll sich höchstpersönlich für die Wiederaufnahme der Meisterschaft starkgemacht haben. Der Ligastart sei eine „Demonstration der Furchtlosigkeit unseres Volkes, des unbrechbaren Geistes und des Strebens der Ukraine nach dem unvermeidlichen Sieg im Krieg um die Unabhängigkeit mit den russischen Besatzer“, wurde Verbandspräsident Andrij Pawelko auf der Internetseite des ukrainischen Fußballverbandes zitiert. Ein Ausweichen ins Ausland wäre das falsche Zeichen und „künstlich“ gewesen, meinte Pawelko. Er sprach von einer „historischen Meisterschaft“.

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