
Am Sonntag blieb alles ruhig auf der Siegesfeier. In der Nacht zuvor gab es Krawalle. © APA/afp / KENZO TRIBOUILLARD
Krawalle nach PSG-Triumph: Festnahmen und verletzte Polizisten
Nach heftigen Krawallen nach dem Champions-League-Finalerfolg von Paris St. Germain ist es in ganz Frankreich zu zahlreichen Festnahmen gekommen.
31. Mai 2026
Von: dpa
Nach einer aktualisierten Zwischenbilanz von Innenminister Laurent Nunez hat sich die Lage weiter verschärft: Demnach wurden landesweit inzwischen rund 780 Menschen festgenommen, darunter etwa 480 allein in Paris. Es ist anzunehmen, dass die Zahl im Laufe der Auswertungen steigt. Nach Behördenangaben wurden 57 Polizisten verletzt.
Insgesamt seien mehr als 200 Personen verletzt worden, es gebe in Paris auch einen Toten nach einem Motorradunfall inmitten der Unruhen. Zu Zwischenfällen kam es in rund fünfzehn Städten, darunter Plünderungen in Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble. „Es gab feierliche Demonstrationen, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet waren, was der Situation entspricht, die wir erwartet und daher vorausgesehen hatten. Diese Ausschreitungen sind absolut inakzeptabel“, erklärte Nunez bei einer Pressekonferenz am Sonntag.
Rund 8.000 Polizisten nur in Paris im Einsatz
Präsident Emmanuel Macron verurteilte die gewaltsamen Auseinandersetzungen auf das Schärfste. „Ich will mich nicht daran gewöhnen“, sagte Macron bei der Ehrung des Teams im Elysee-Palast. Dabei kündigte er ein hartes Vorgehen als Reaktion an. „Das ist kein Fußball, das ist kein Sport, das ist nicht, was wir lieben. Wir werden gegenüber denjenigen, die erwischt wurden, kompromisslos sein“, erläuterte Macron der Nachrichtenagentur AP zufolge. „Wir wollen nicht, dass sich dies wiederholt. Es ist vorbei. Wir haben genug. Das muss ein Ende haben.“Emmanuel Macron empfing PSG am Sonntag. © APA/afp / CHRISTOPHE PETIT TESSON
Besonders auf dem Champs-Elysees eskalierte die Lage: Vermummte Personen und Einsatzkräfte gerieten mehrfach aneinander, Wurfgeschosse und Tränengas wurden eingesetzt. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Autos brennen, Barrikaden errichtet und Feuerwerkskörper auf Menschen gefeuert werden. Rund 8.000 Polizisten waren in Paris im Einsatz, landesweit insgesamt 22.000. Die Szenen erinnerten an die schweren Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph von PSG im Vorjahr. Damals gab es zwei Tote, knapp 200 Verletzte sowie 559 Festnahmen.Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

Kommentare (0)