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Im Finale des Afrika Cups überschlugen sich die Ereignisse. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

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Im Finale des Afrika Cups überschlugen sich die Ereignisse. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

57 Tage später: Senegal doch nicht Afrika-Cup-Champion

57 Tage nach dem skandalösen Endspiel um den Afrika Cup hat Marokko trotz der sportlichen Niederlage gegen Senegal überraschend den Sieg zugesprochen bekommen.

Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbands CAF gab dem Einspruch der Marokkaner statt und wertete die infolge fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen völlig aus dem Ruder gelaufene Partie mit 3:0 für die Gastgeber des Finales in Rabat. Senegal hatte die von Tumulten begleitete Begegnung nach Verlängerung 1:0 gewonnen – und will nun gegen die nachträgliche Aberkennung des Titels Einspruch einlegen.


Das Gericht stellte sich gegen die Entscheidung des CAF, der zunächst zwar zahlreiche Geldstrafen gegen beide Teams ausgesprochen, das sportliche Ergebnis aber nicht infrage gestellt hatte. In der Berufungsverhandlung wurde nun unter Verweis auf Artikel 82 des Regelwerks für den Afrika Cup befunden, das senegalesische Team habe durch das Verlassen des Platzes gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben – und müsse daher als Verlierer gewertet werden.


„Schande für Afrika“

Senegals nationaler Fußball-Verband will die Entscheidung nicht akzeptieren und vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen, wie Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow noch am Abend im staatlichen Rundfunk RTS ankündigte. „Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite“, sagte er. Die Entscheidung des Berufungsgerichts sei eine „Schande für Afrika“.

Senegal hatte das Finale nach vielen Tumulten gewonnen. © APA/afp / PAUL ELLIS

Senegal hatte das Finale nach vielen Tumulten gewonnen. © APA/afp / PAUL ELLIS


Das Finale in Rabat hatte als Skandalspiel weltweit Schlagzeilen gemacht – nicht nur wegen der Tumulte am Schluss, sondern auch wegen des unsportlichen Verhaltens der Gastgeber. Mehrere Balljungen hatten bei strömendem Regen mehrfach versucht, Senegals Torwart Edouard Mendy dessen Handtuch zu klauen.

Und auch auf dem Platz ging es rund. Nachdem der Schiedsrichter in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit ein regelkonformes Tor für den Senegal aberkannte und dafür wenig später einen sehr fragwürdigen Elfmeter für Marokko pfiff, reichte es Pape Thiaw: Senegals Trainer zitierte seine Mannschaft aus Protest in die Kabine.

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