
Roberto Mancini ist neuer Nationaltrainer Italiens. © APA/afp / TIZIANA FABI
„Als hätte ich die Frau meines Lebens verloren“
Nach den chaotischen letzten Tagen ist jetzt endlich klar: Roberto Mancini ist neuer Nationaltrainer Italiens. Am Mittwochabend stellte sich der neue Commissario Tecnico der Presse – und entschuldigte sich.
29. Juli 2026
Von: det
Mit Roberto Mancinis Vergangenheit als Italien-Trainer könnte man ganze Bücher füllen. Das positivste Kapitel fiele auf das Jahr 2021 zurück, in dem der Star-Coach die kriselnde Nationalmannschaft sensationell zum Europameistertitel geführt hatte. Dann würden jedoch düstere Abschnitte folgen: Zunächst verpasste Italien die WM 2022, dann – und das schmerzte Italiens Fan-Herz noch mehr – beging Mancini Landesverrat. Zumindest so weit, wie man es im Fußball eben machen kann.
Der heute 61-Jährige verabschiedete sich 2023 trotz laufendem Vertrag urplötzlich nach Saudi-Arabien, wo er angeblich 25 Millionen Euro pro Saison kassierte. Nach einem Jahr wechselte er – wohl auch wegen des Geldes – nach Katar. Die eigenen Landesfarben für die Euroscheine eingetauscht – das sorgte in der stolzen Fußballnation für Empörung. Nun ist Mancini wieder zurück und soll Italien aus der tiefen Krise führen. Bei seiner Antritts-Pressekonferenz zeigte sich Mancini reumütig.
Das neue starke Trio in Italiens Fußball, von links: Claudio Ranieri (technischer Direktor), Roberto Mancini (Trainer) und Giovanni Malagò (FIGC-Präsident). © ANSA / FABIO CIMAGLIA
„Es tut mir sehr leid“, sagte der Trainer aus den Marken über den verhängnisvollen Wechsel im Jahr 2023. „Es ist, als hätte ich die Frau meines Lebens verloren. Wenn man das Trikot der Nationalmannschaft verliert, hat man etwas falsch gemacht.“
Mancini hat große Ziele
Neben dem neuen Verbandspräsidenten Giovanni Malagò sitzend, ergänzte Mancini: „Es gab damals einen Mangel an Kommunikation zwischen mir und (dem damaligen Präsidenten Gabriele) Gravina. Hätten wir miteinander gesprochen, wäre alles anders gekommen. So ist es nun einmal gelaufen. Es tut mir sehr leid.“ Dazu versprach der ehemalige Manchester-City-Trainer: „Ich werde versuchen, die Nationalmannschaft so gut spielen zu lassen, dass mir die Fans verzeihen.“„Ich will, dass die Fans ihre Nationalmannschaft wieder lieben.“ Claudio Ranieri
Mancini hält sich auch mit Zielen nicht zurück: „Ich will eine wichtige Trophäe gewinnen, vielleicht auch zwei. Es würde mir gefallen, mit der Nationalmannschaft ein Projekt auf die Beine zu stellen – und länger zu bleiben, als es mein Vertrag vorsieht.“
Zu Wort kam auch Claudio Ranieri, der neue technische Direktor der Nationalmannschaft. „Ich bin sehr glücklich über dieses Amt. Ich will, dass die Fans ihre Nationalmannschaft wieder lieben. Ich möchte den Kindern unser Italien bei der WM zeigen“, so die Worte von Ranieri.
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