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FIFA-Boss Gianni Infantino steht im Kreuzfeuer der Kritik. © APA/afp / GIUSEPPE CACACE

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FIFA-Boss Gianni Infantino steht im Kreuzfeuer der Kritik. © APA/afp / GIUSEPPE CACACE

„Er hat versagt“: Platini schießt gegen Infantino

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini hat den umstrittenen FIFA-Boss Gianni Infantino scharf kritisiert.

„Wirtschaftliche Angelegenheiten sind eine Sache. Aber ich denke, Infantino hat versagt, weil er der Garant der Spielregeln ist und sie nicht respektiert hat“, sagte der frühere Weltklasse-Fußballer im Canal Football Club des französischen Senders Canal+.


Infantino steht massiv unter Druck. Mit seinem gescheiterten Plan, WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen, hatte der Präsident des Weltverbands zuletzt heftige Kritik ausgelöst. An einen Rückzug denkt der 56-Jährige, der seit 2016 an der Spitze der FIFA steht, offensichtlich aber nicht.

Platini: Fall Balogun „der schlimmste“

„Die Werbeunterbrechungen sind nicht im Reglement vorgesehen, die 30-minütige Halbzeitpause im Finale ist nicht im Reglement vorgesehen, und die Rote Karte ist der schlimmste Fall“, kritisierte Platini rückblickend auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko in diesem Sommer.

Michel Platini hielt sich mit Kritik nicht zurück. © APA/afp / VALERY HACHE

Michel Platini hielt sich mit Kritik nicht zurück. © APA/afp / VALERY HACHE


US-Stürmer Folarin Balogun hatte im Laufe des Turniers eine Rote Karte gesehen. Nach einem Telefonat zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump war die Sperre für den Angreifer aber ausgesetzt worden, was eine Welle der Empörung auslöste. Die FIFA-Regularien untersagen strikt jede politische Einmischung. Infantino sei „der Garant“ der Regeln, so der 71-jährige Platini weiter. Respektiere er sie nicht, müsse er gehen, forderte der Franzose.

Infantino war unter Präsident Platini mehrere Jahre Generalsekretär der UEFA gewesen. Als der Franzose im Zuge des großen FIFA-Skandals 2015 wegen einer ominösen Millionen-Zahlung zeitweise gesperrt wurde und dadurch nicht wie geplant als FIFA-Boss kandidieren konnte, trat Infantino aus dessen Schatten hervor und sicherte sich den Posten als Chef des Weltverbands.

UEFA bereitet Klage gegen Infantino vor

Der europäische Fußballverband UEFA will Infantino auch mit gerichtlicher Hilfe stürzen und bereitet wegen des WM-Investorendeals ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor. „Ich denke, dass das nicht über die sportlichen Instanzen geregelt wird. Ich denke, wenn die UEFA Infantino stürzen will, wird das über die Justiz geschehen“, meinte Platini.

„Ich wusste immer, dass er Geld und Macht sehr gerne mag“, sagte der frühere französische Nationalspieler zudem über Infantino. „Das ist ein Mikrokosmos von Leuten, die sich für die Chefs des Fußballs halten, dabei sind die Chefs des Fußballs die Mbappés, Zidanes, Maradonas.“

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