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Hat sich erneut zu seinem WM-Traum geäußert: Gianni Infantino. © ANSA / Miguel Gutierrez

Gianni Infantino sieht die Zukunft nicht in Europa

Mit Blick auf die Debatte um eine WM im Zwei-Jahres-Rhythmus hat Weltverbands-Präsident Gianni Infantino die Haltung Europas kritisiert. Die bedeutenden Nationen würden einen zu großen Teil des Kuchens für sich beanspruchen. Gleichzeitig richtete er auch den Blick nach Afrika.

„Wir sehen, dass Fußball sich in eine Richtung entwickelt, wo wenige alles haben und die Mehrheit hat nichts. In Europa findet die WM zweimal pro Woche statt, weil die besten Spieler in Europa spielen“, sagte der Schweizer vor dem Europarat in Straßburg, wo es um einen kürzlichen Kommissionsbericht ging.


Sogar in Europa gebe es ein großes Ungleichgewicht, betonte Infantino. Die große Mehrheit Europas sehe nicht die besten Spieler und nehme nicht an den Top-Wettbewerben teil. Die Änderung des WM-Rhythmus ist seit Monaten großes Streitthema im Fußball – die Europäische Fußball-Union und die südamerikanische Konföderation CONMEBOL sind dagegen.

Infantinos Blick nach Afrika
„Wir müssen die gesamte Welt miteinbeziehen“, betonte Infantino und richtete den Blick vor allem nach Afrika: „Wir müssen den Afrikanern Hoffnung geben, dass sie nicht über das Mittelmeer kommen müssen, um hier vielleicht ein besseres Leben führen zu können. Wir müssen ihnen Möglichkeiten und Würde geben.“

Zurzeit geht der Afrika Cup über die Bühne. © APA/afp / PIUS UTOMI EKPEI

Infantino hat unterdessen auch WM-Gastgeber Katar vor der anhaltenden Kritik vor allem in Sachen Menschenrechte in Schutz genommen. „Ein Wandel erfolgt nicht schnell. In Europa dauerte es Jahrhunderte und Jahrzehnte. Dank der WM und dank des Schlaglichts hat sich das System in Rekordzeit in nur wenigen Jahren entwickelt“, sagte Infantino und ergänzte: „Es muss noch viel getan werden, viel geändert werden. Wir müssen den Druck aufrechterhalten, aber auch anerkennen, dass es Änderungen gab“, sprach er von den Bauarbeiten in Katar, die mehrere tausend Tote gefordert haben.

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