
Lionel Messi schlüpft ein letztes Mal in das Trikot der argentinischen Nationalmannschaft. © APA/afp / PATRICIA DE MELO MOREIRA
Tränen garantiert: Ein letztes Mal Messi für Argentinien
Beim Abschied der lebenden Legende sind Tränen garantiert. Das Testspiel Argentiniens gegen Benin wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (1.00 Uhr MESZ) in Buenos Aires zum Lebewohl für Lionel Messi.
05. Oktober 2026
Von: apa
Beim Abschied der lebenden Legende sind Tränen garantiert. Das Testspiel Argentiniens gegen Benin wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (1.00 Uhr MESZ) in Buenos Aires zum Lebewohl für Lionel Messi, der nicht nur den argentinischen Fans unvergessliche Momente beschert hat. Es ist das Ende einer 21-jährigen Reise, an deren Anfang der achtmalige Weltfußballer in seiner Heimat unter dem Radar flog und sich die Zuneigung seiner Landsleute erst peu a peu erarbeiten musste.
„Von dem Moment an, in dem er das Monumental betritt, wird es für alle ein unvergesslicher Tag sein“, prophezeite Argentiniens Teamchef Lionel Scaloni. Wer sich auch noch an den tränenreichen Abschied einst von seinem spanischen Herzensclub FC Barcelona im Sommer 2021 und damit ebenfalls nach 21 Jahren erinnert, wird erahnen können, wie emotional es für Messi nun beim Abschied in Argentinien werden könnte. Vor, während und nach seinem 208. Einsatz für Argentinien in einem Sondertrikot mit goldener Rückennummer. „Ein letztes Mal. Ein Trikot fürs ganze Leben“, schrieb Messi, der von seiner Frau, seinen Kindern und seiner Mutter nach Argentinien begleitet wurde.
Argentinien hatte Messi lange nicht auf Radar
Mit 13 Jahren war Messi 2000 bereits in der Nachwuchsakademie des FC Barcelona aufgeschlagen, der argentinische Verband (AFA) hatte seinen samt Familie aus Rosario ausgewanderten Wunderkicker lange nicht auf dem Radar. Auch bei der U17-WM 2003 nicht, als Argentinien das Semifinale gegen Spanien mit 2:3 verlor. Spaniens Doppeltorschütze Cesc Fabregas, damals Teamkollege Messis in La Masia, soll argentinischen Delegierten danach erklärt haben: „Ihr habt verloren, weil wir euren besten Spieler bei Barca haben und er ein Genie ist.“Ein junger Lionel Messi im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft bei der WM 2006. © APA/afp / DANIEL GARCIA
Als die AFA schließlich zur „Heimholung“ des verlorenen Sohnes ansetzte, verlief diese nicht ohne Pannen. So erkundigte sich die AFA etwa bei Barca nach einem gewissen „Mecci“ mit vermeintlich italienisch klingendem Namen. Hürden wie diese wurden aber überwunden, 2004 kam Messi erstmals für die U20 der Albiceleste zum Einsatz. Doch die Skepsis blieb. Bei der U20-WM 2005 in den Niederlanden begann Messi auf der Bank, als Argentinien sein Eröffnungsspiel verlor.
Erster Teamrücktritt 2016
„Es gab starken Widerstand dagegen, einen Jungen einzuberufen, der nicht im Land spielte“, erzählte Messi-Biograph Sergio Levinsky. Später wurde er kritisiert, weil er seine Vereinsform nicht reproduzieren konnte, und von einigen Fans als „pecho frio“ bezeichnet – als jemand, dem Herz oder Feuer fehlt. Doch die Liebe wuchs. Nach dem verlorenen Copa-America-Finale 2016, dem vierten bei einer Großveranstaltung, zog sich Messi frustriert aus dem Team zurück, die Öffentlichkeit drängte prompt auf die Rückkehr.2022 krönte sich Lionel Messi mit Argentinien zum Weltmeister. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT
Niemand sollte es bereuen, dass Messi weitermachte. Sechs Jahre später, nach Argentiniens erstem WM-Titel seit 36 Jahren, hatte sich die ehemalige Größe des FC Barcelona auch in der Nationalmannschaft ein Denkmal erbaut, das einer Krönung der langen Karriere gleichkam. Fast hätte es in diesem Jahr bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada ein zweites Mal geklappt. Erst im Finale war gegen Spanien – Messis zweiter Heimat – Endstation.
Abschied diesmal endgültig
Anders als nach seinem Teamrücktritt vor zehn Jahren wird es diesmal ein endgültiger Abschied sein. „Es war eine Entscheidung, die mir in der Seele wehgetan hat und immer noch wehtut, aber ich verstehe, dass es an der Zeit ist“, hatte Messi Ende August erklärt. Das verlorene WM-Finale und damit der geplatzte Traum einer erfolgreichen Titelverteidigung, dann der Tod seines Vaters Jorge mit gerade 68 Jahren hatten den 39-Jährigen nachdenklich gestimmt und zu dem entscheidenden Schritt mitbewogen.Lionel Messi spielt ein letztes Mal für Argentinien. © APA/afp / JUAN MABROMATA
„Es bleibt die Wehmut, dass er nicht mehr dabei sein wird. Und das nicht nur aus fußballerischer Sicht“, sagte Scaloni. Von der Weltbühne des Fußballs wird Messi, nach dem das Verbandstrainingszentrum in Ezeiza bei Buenos Aires benannt ist, aber sicher noch nicht verschwinden. Sein Vertrag bei Inter Miami ist noch bis Ende 2028 gültig. Seine nächste Lebensphase hat er jedenfalls längst mit eingeläutet. Sein Portfolio umfasst ein kleines Imperium: Eine Hotelkette, Immobilien und auch zwei spanische Fußballvereine.
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