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Ungarn steht in der Nations League vor einer Sensation. © APA/afp / JOHN MACDOUGALL

Ungarn wollen sensationelle Nations-League-Saison krönen

Ungarn führt die schwerste Gruppe der Nations League an. Für Rang eins in der Gruppe 3 reicht schon ein Punkt gegen Italien.

Nach dem 1:0-Erfolg in Deutschland am Freitag darf Ungarn realistisch vom Einzug ins Final Four der Fußball-Nations-League träumen. Gegen Italien reicht zum Abschluss schon ein Punkt, um eine sensationelle Gruppenphase zu krönen. Ein Umstand, den den Magyaren zum Start kaum jemand zugetraut hatte. Ganz besonders im Fokus steht am Montag in der Puskas Arena von Budapest Marco Rossi, der seinem Heimatland als Teamchef der Ungarn einen Strich durch die Rechnung machen kann.


Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass der Außenseiter in der „Todesgruppe“ 3 nach fünf Partien bei zehn Punkten hält und das Feld anführt. England wurde gleich zweimal (1:0 und 4:0) besiegt, gegen Deutschland gab es keine Niederlage (zuvor 1:1). An Italien hat man allerdings keine guten Erinnerungen, behielt die „Squadra Azzurra“ doch in Cesena im ersten Aufeinandertreffen, allerdings alles andere als souverän, mit 2:1 die Oberhand.

„Das Match wird sehr speziell für mich“, betonte Rossi. Dass sein Team Platz zwei schon sicher habe, sei ein großartiger Erfolg. Der Gruppensieg wäre eine Zugabe. „Vorher hätte niemand von uns erwartet, dass wir nach fünf Spielen zehn Punkte haben. Ich bin daher sehr dankbar für die Leistungen der Spieler“, sagte der 58-Jährige. Eine große Stütze wird er am Montag zum letzten Mal zur Verfügung haben, beendet Kapitän Adam Szalai doch nach der Partie seine Teamkarriere. Der 34-jährige Mittelstürmer in Diensten des FC Basel hält bei 85 Länderspielen und 26 Toren.

Kapitän Adam Szalai beendet nach dem Spiel seine Karriere. © ANSA / FILIP SINGER


Die Italiener hoffen darauf, dass kein weiteres mehr dazukommt. Auch sie sehen einen Teilerfolg schon vorab eingefahren. „In einer Gruppe mit Deutschland und England und mit so vielen jungen Spielern im Kader ist es toll, dass wir im letzten Spiel noch um den ersten Platz kämpfen“, verlautete Italiens Teamchef Roberto Mancini. Das sei auch wichtig im Hinblick auf die Zukunft. Bei der WM in Katar sind die Italiener ja nur Zuschauer. „Wir können uns keinen WM-Startplatz mehr holen, aber der Gruppensieg wäre ein Schritt in die richtige Richtung“, so Kapitän Leonardo Bonucci.

Im Parallelspiel zwischen England und Deutschland geht es im Londoner Wembley Stadium nur noch ums Prestige. Die noch sieglosen „Three Lions“ stehen als Absteiger in die Liga B bereits fest. Viel steht dennoch für Gareth Southgate auf dem Spiel. Der englische Teamchef wurde zuletzt aufgrund des Negativlaufs von den Fans ausgepfiffen, in sozialen Netzwerken werden bereits mögliche Nachfolger gehandelt. Nicht einmal zwei Monate vor dem Start der WM läuft England „zum ungünstigsten Zeitpunkt gegen die Wand“.

Gareth Southgate sitzt in England auf einem heißen Stuhl. © ANSA / ansa


Southgate sieht sich weiter als den „Richtigen“ und kann mit der Kritik gut leben. „Wenn die Reaktionen sich auf mich richten, ist das total in Ordnung, weil ich 52 bin und so gut wie alles durchgemacht habe. Es ist mein Job, den Druck von den Spielern wegzunehmen“, gab Englands Teamchef preis. Die Kicker stehen hinter ihm. „Es ist nicht an der Zeit in Panik auszubrechen. Er hat in den letzten Jahren gezeigt, was er diesem Team gibt. Er ist jemand, dem alle Jungs vertrauen und dem wir alle in seine Richtung folgen wollen“, sagte Offensivspieler Raheem Sterling.

Die DFB-Auswahl könnte bei einer Italien-Niederlage zumindest noch Zweiter werden. Viel wichtiger ist allerdings nach der ersten Niederlage in der Amtszeit von Hansi Flick wieder Selbstvertrauen zu tanken.

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