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Aleksander Ceferin stellt sich gegen die Pläne der FIFA. © APA/afp / ROBIN VAN LONKHUIJSEN

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Aleksander Ceferin stellt sich gegen die Pläne der FIFA. © APA/afp / ROBIN VAN LONKHUIJSEN

Wie die UEFA den Milliardenplan der FIFA torpediert

Sein Meisterstück als UEFA-Boss hat Aleksander Ceferin quasi zum Ende seiner gut zehnjährigen Amtszeit abgeliefert – und der Funktionär hätte wahrscheinlich gerne darauf verzichtet.

Innerhalb von 48 Stunden organisierte Ceferin – ein Rechtsanwalt aus Slowenen – in Europa den geschlossenen Widerstand gegen den milliardenschweren WM-Investorenplan, mit dem Gianni Infantino und die FIFA in dieser Woche die Fußball-Welt verblüfften.


Ceferins UEFA torpedierte das Geschäftsgebaren des Weltverbandes in drei Akten. Teil eins: Empörung. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften.“ Teil zwei: Spott. „Das sagt alles über diesen Plan aus, was man wissen muss“, hieß es zum kolportierten Ultimatum bis zum 19. September.

Teil drei am Donnerstag war nicht weniger als der offene Bruch mit der FIFA und eine sportpolitische Explosion, die schon jetzt einen Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern sicher hat. Ceferin versammelte alle 55 Mitgliederstaaten – darunter auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB), Weltmeister Spanien und die zunächst abtrünnigen Tschechen – hinter sich und droht der FIFA mit dem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbandes. Und zwar ab sofort.

Ceferin als Gegenentwurf zu Infantino

„Als Folge der heutigen Diskussion werden keine Nationalmannschaften aus der UEFA an einem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge bestehen bleiben, es sei denn, dieser Vorschlag wird vollständig verworfen und es werden verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führung oder Wettbewerbe nie wieder für private Eigentümer öffnet“, ließ die UEFA wissen. Das Statement lässt keinerlei Interpretationsspielraum.

Im Kreuzfeuer der Kritik: Gianni Infantino (links), hier mit seinem Buddy Donald Trump. © APA / DAN MULLAN

Im Kreuzfeuer der Kritik: Gianni Infantino (links), hier mit seinem Buddy Donald Trump. © APA / DAN MULLAN


Wie bei Teil eins (Empörung) und Teil zwei (Spott) wird Ceferin dabei nicht zitiert, er wird in der Mitteilung nicht einmal namentlich erwähnt. Doch der 58-Jährige ist wieder einmal derjenige, der den Widerstand anführt. So war es auch schon bei Infantinos gescheiterten Milliardenplänen im Jahr 2018 und der von Topclubs erdachten und vorbereiteten Super League, die Ceferin und seine UEFA 2021 auf spektakuläre Art und Weise platzen ließen.

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