
Gianni Infantino steht in der Kritik – folgt auf den Schweizer nun Aleksander Ceferin? © APA/afp / JAVIER SORIANO
Zeitenwende im Fußball: Wer könnte Infantino beerben?
FIFA-Boss Gianni Infantino ist mit seinen milliardenschweren Investorenplänen gescheitert. Seine Zukunft ist so ungewiss wie noch nie zuvor. Wer könnte auf den mächtigsten Fußball-Funktionär der Welt folgen?
02. August 2026
Von: dpa/nie
Infantino wird nach seiner persönlichen Niederlage nun immer heftiger attackiert. Der 56-Jährige will sich eigentlich, wenn alles geordnet zugeht, beim 77. FIFA-Kongress im März nächsten Jahres in Rabat (Marokko) ein weiteres und letztes Mal für vier Jahre wählen lassen.
Noch vor wenigen Wochen galt es als nahezu undenkbar, dass Infantino auf dem Weg zu einer neuen Amtszeit straucheln könnte. Das hat sich dramatisch geändert. Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen für die Wahl zum FIFA-Präsidenten einreichen. Wer könnten die Herausforderer sein? Eine Auswahl.
Die prominentesten Lösungen: Ceferin und Al-Khelaifi
Mit dem Nahkampf kennt sich der UEFA-Präsident aus. Aleksander Ceferin war früher Karate-Kämpfer. Der Rechtsanwalt aus Slowenien gibt sich gerne als Gegenentwurf zu Gianni Infantino, hat beim Europäischen Fußball-Verband aber selbst die Vermarktung vehement vorangetrieben. Quasi zum Ende seiner Amtszeit als UEFA-Boss, da er 2027 nicht mehr kandidieren will, hat Ceferin den europäischen Protest gegen seinen FIFA-Widersacher organisiert. Nach einer gewissen Zeit brauche jede Organisation „frisches Blut“, sagte er Anfang 2024. Ob das auch für ihn und die FIFA gilt?Aleksander Ceferin und Nasser Al-Khelaifi schielen auf das Amt von Gianni Infantino. © APA/afp / JOSEP LAGO
Die 2021 von Gianni Infantino formulierte Idee einer WM im Zweijahres-Rhythmus schmetterte er nicht ab. Nasser Al-Khelaifi, Vorsitzender der mächtigen Clubvereinigung European Football Clubs (EFC/früher ECA), zeigte sich offen für eine Diskussion. Das wirkte höflich. Al-Khelaifi, seit 2011 Präsident von Paris Saint-Germain sowie unter anderem Vorstand des Sport- und Unterhaltungsnetzwerks beIN, ließ bereits mitteilen, am Posten des FIFA-Chefs kein Interesse zu haben. So bleibt er vorerst Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee und Vertrauter von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
Ein Schwede träumt vom höchsten Amt im Fußball
Der Sohn eines Schweden und einer Niederländerin war mal Schweizer Jugendmeister im Tischtennis. Karriere machte Mattias Grafström aber als Funktionär im Fußball. Der gebürtige Schweizer wurde nach einer Interimszeit 2024 als Nachfolger der Senegalesin Fatma Samoura offiziell FIFA-Generalsekretär. Grafström ist eigentlich ein enger Vertrauter von Gianni Infantino. Medienberichten zufolge soll der Mann mit der Glatze aber angeblich die Chance auf den höchsten Posten im Weltfußball sehen.Die WM in den USA, Kanada und Mexiko war sein Heimspiel. Victor Montagliani wurde in Vancouver geboren und stieg 2012 zum Präsidenten des kanadischen Fußball-Verbands auf. Nachdem im FIFA-Korruptionsskandal 2015 der damalige Concacaf-Boss Jeffrey Webb verhaftet wurde, eröffnete sich ihm die große Aufstiegschance. Seit 2016 schon führt Montagliani, der Carlo Ancelotti zu seinen Vertrauten zählt, den für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverband. Infantinos Investorenpläne lehnte der Concacaf geschlossen ab.
Zweite Chance im Wahlkampf gegen Infantino?
2016 hatte Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa schon einmal Gianni Infantino herausgefordert. Damals setzte sich der Schweizer bei der Präsidentenwahl der FIFA aber knapp gegen den Funktionär aus Bahrain durch, der sich mit Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte konfrontiert sah. Infantinos Investorenpläne lehnte der asiatische Fußballdachverband AFC, dessen Präsident Al Khalifa ist, ab. Man müsse in einen kollektiven Dialog treten und Respekt vor der Amtsführung haben, beschied al-Chalifa.Profil bearbeiten
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