
Max Reinthaler hat bei 1860 München eine ungewisse Zukunft vor sich. © max.36
Max Reinthaler über 1860-Chaos: „Nichts vom Klub gehört“
Max Reinthaler steht seit zweieinhalb Jahren bei 1860 München unter Vertrag, ehe vergangene Woche der Schock kam: Die Löwen erhalten keine Lizenz für die 3. Liga. Wie geht es jetzt für Reinthaler weiter? Wir haben mit dem Algunder ausführlich über das Chaos bei Sechzig und auch über sein Privatleben gesprochen.
09. Juni 2026
Von: dl
Vor kurzem hat Max Reinthaler in Verona seine langjährige Freundin Julia geheiratet, die er bereits zu Augsburger Zeiten kennengelernt hatte. Nach der Hochzeit ging es für ihn und seine Frau direkt in die Flitterwochen nach Bali. Trotzdem hat sich Reinthaler Zeit für ein Interview mit SportNews genommen. Dabei ging es vor allem um 1860 München, das zum zweiten Mal nach 2017 wegen Liquiditätsproblemen den Zwangsabstieg in die Regionalliga hinnehmen muss.
„Zunächst war es schon ein Schock für uns. Man hat schon oft gehört, dass der Verein Geld braucht. Aber dass es so weit kommt, war dann doch eine Überraschung für alle. Wir Spieler wissen alle nicht, wie es jetzt weitergeht. Niemand vom Verein hat sich bei uns gemeldet. Auch die Berater wissen nichts. Wahrscheinlich auch, weil das Thema sehr komplex ist. Alle scheinen aktuell mit der Situation überfordert zu sein. Wir erfahren alles nur über die Medien“, erklärte Reinthaler, dessen Vertrag eigentlich nur für die 3. Liga gilt.
Max Reinthaler hat kürzlich seine langjährige Freundin Julia geheiratet. © max.36
Die Tatsache, dass man von offizieller Vereinsseite einfach gar nichts höre, sei für ihn schon ein wenig enttäuschend. Reinthaler hat aus persönlicher Sicht eigentlich sein bestes Jahr bei Sechzig gespielt – auch, wenn sein Traum vom dritten Aufstieg (nach Hansa Rostock und Wehen Wiesbaden) in München nicht erfüllt wurde. Der 31-Jährige war in der Dreierkette der Löwen gesetzt. Es gab auch schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus. Doch diese sind jetzt natürlich auf Eis gelegt.
Verbleib nicht ausgeschlossen
„Grundsätzlich bin ich für alles offen – auch für einen Verbleib bei 1860. Ich fühle mich in München pudelwohl. Meine Frau kommt aus der Stadt und ich habe viele Freunde dort. Wir wohnen im Stadtviertel der Sechziger, in Giesing. Dort lebt der Mythos 1860 nach wie vor. An Spieltagen verwandelt sich hier alles in Blau und Weiß. Die Fans fangen schon am Morgen mit Weißwurstfrühstück an und pilgern dann gemeinsam ins Stadion. Bei den Löwen werden noch die alten Werte des Fußballs gelebt und der Verein bildet als echter Stadtklub einen totalen Kontrast zum Weltverein FC Bayern“, so Reinthaler.Max Reinthaler (rechts) fühlt sich bei Kultklub 1860 München eigentlich pudelwohl. © max.36
Laut Reinthaler haben lediglich einige junge Spieler von 1860 einen Vertrag für die Regionalliga, sprich vierte Spielklasse. Die arrivierten Profis hingegen nicht. „Jetzt genieße ich erst mal meinen Urlaub auf Bali und versuche, das Thema ganz nüchtern zu betrachten. Ich möchte schon so hoch wie möglich spielen. Auch das Finanzielle spielt in meinem Alter eine Rolle. Falls sich Sechzig aber vernünftig aufstellen sollte, ist ein Verbleib nicht ausgeschlossen“, erklärte der Verteidiger.
„Ich könnte mir eine Rückkehr zum FC Südtirol schon vorstellen.“ Max Reinthaler
Reinthaler, der sein einziges Spiel für Udinese Calcio ausgerechnet in der Europa League gegen den FC Liverpool bestritten hatte, spielte in seiner Jugend auch für den FC Südtirol gespielt. Die Geschehnisse bei den Weiß-Roten verfolgt der Burggräfler nach wie vor genau. „Im letzten Sommer hat es mal Kontakt zwischen mir und dem Verein gegeben. Ich könnte mir eine Rückkehr zum FCS grundsätzlich schon vorstellen“, so Reinthaler abschließend.
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