a Italienpokal

Grenzenloser Jubel bei Napoli: Die titellose Zeit hat ein Ende. © ANSA / ETTORE FERRARI

Napoli schnappt Juve den Pokal weg

Nach dem Supercup hat Juventus auch die Coppa Italia aus der Hand gegeben: Napoli besiegte die Vecchia Signora im Endspiel in Rom spät, aber völlig verdient. Für Gesprächsstoff im Olympiastadion sorgten allerdings nicht nur die Fußballer.

Das war ein Abend zum vergessen für Serienmeister Juventus und dessen erneut blassen Superstar Cristiano Ronaldo. Nach torlosen 90 Minuten besiegte Napoli den Serie-A-Spitzenreiter mit 4:2 nach Elfmeterschießen. Während Trainer Maurizio Sarri mit Juve in dieser Saison weiter ohne Titel bleibt, herrschte bei seinen ehemaligen Schützlingen aus der Hafenstadt nach Schlusspfiff grenzenloser Jubel. Sie freuten sich mit Gennaro Gattuso, der seinen ersten großen Erfolg als Trainer einfuhr.

Hymnen-Fauxpas und virtuelle Fans
Für Aufsehen sorgten beim Pokal-Endspiel zunächst aber nicht die Fußballer, sondern Sergio Sylvestre. Der Sänger vergaß beim Vortragen der italienischen Nationalhymne vor Spielbeginn schlichtweg eine Strophe – sehr zur Verwunderung von Nationaltrainer Roberto Mancini und Verbandschef Gabriele Gravina, die sich in unmittelbarer Nähe auf der Tribüne eingefunden hatten. Sie gehörten zu der handvoll Zuschauer im 70.000 Personen fassenden Olimpico. Um die gähnende Leere auf den Rängen zu überdecken, wurden die Tribünen während der Live-Ausstrahlung des TV-Senders Rai1 kurzerhand mit virtuellen Fans gefüllt, die in den Fankurven mit Papptafeln in den Vereinsfarben zappelten. Beide Aktionen sorgten noch vor Spielbeginn für Gesprächsstoff und teils ausufernde Häme im Netz.

Im Fernsehen waren die virtuell gefüllten Tribünen gut sichtbar. © ANSA / FERMO IMMAGINE RAIUNO


Als es dann soweit war, und im Olimpico der Ball rollte, war Napoli zunächst das deutlich aktivere Team. In der 24. Minute scheiterte Lorenzo Insigne mit einem Freistoß am Torpfosten, kurz vor der Pause zwang Diego Demme Juve-Schlussmann Gigi Buffon zu einer Glanzparade.
Napoli trifft zwei Mal Aluminium
Juventus hatte über weite Strecken zwar mehr Ballbesitz, Napoli war zumeist aber gefährlicher. Dies war auch in der zweiten, ereignisarmen Halbzeit so. Den großen Höhepunkt der Partie gab es erst in der 92. Minute, als die Süditaliener gleich zwei Mal den Lucky Punch auf dem Fuß hatten. Zunächst parierte Buffon einen wuchtigen Kopfball von Nikola Maksimovic, den Abpraller knallte Eljif Elmas aus zwei Metern Torentfernung ans Aluminium. Auch hier hatte der Juve-Goalie seine Fingerspitzen im Spiel.

Danach ging das Coppa-Italia-Finale erstmals seit 1980 direkt ins Elfmeterschießen über. Napoli-Torhüter Alex Meret hielt auf Anhieb den Elfmeter von Paulo Dybala, danach vergab auch noch Danilo. Auf der Gegenseite trafen Insigne, Matteo Politano, Maksimovic und Arkadiusz Milik ins Schwarze. Sie sicherten Napoli den Pokaltriumph und sorgten nicht nur für (regelwidrige) Jubeltrauben auf dem Feld, sondern gaben zugleich den Startschuss für die Feierlichkeiten der Fans zuhause auf den Straßen Neapels.

Autor: fop

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