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Roberto De Zerbi ist Trainer bei Shakhtar. © ANSA / Sergey Dolzhenko

Italienischer Shakhtar-Trainer in Kiew: „Von Bomben aufgeweckt“

Seit dem Sommer wird der ukrainische Topverein Shakhtar von einem italienischen Trainer-Staff geleitet. Wie es für Chefcoach Roberto De Zerbi & Co. durch die russische Invasion in der Ukraine weitergeht, ist offen.

Nach guten Jahren bei Sassuolo wechselte De Zerbi – mitsamt seinen sieben italienischen Mitarbeitern – in die Ukraine. Bei Shakhtar erhoffte sich der 42-Jährige einen weiteren Schritt nach vorne in seiner Trainerkarriere. Immerhin gilt der Verein als der beste in der Ukraine. Ursprünglich war Shakhtar im der Region Donbass und der Stadt Donezk beheimatet, doch seit den Unruhen vor einigen Jahren ist man im „Exil“ in Kiew.


Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am Donnerstag ist auch Kiew bedroht, doch De Zerbi möchte die Ukraine (noch) nicht verlassen. „Ich sitze seit Stunden in meinem Zimmer, es ist ein schrecklicher Tag“, wird De Zerbi von der Gazzetta dello Sport zitiert. Erst am Montag war Shakhtar nach einem langen Trainingslager in der Türkei in die Ukraine zurückgekehrt.

„Wir sehen vom Hotelzimmer aus Kolonnen von Autos mit Menschen drinnen, die aus Kiew fliehen wollen.“ Roberto De Zerbi

Vorerst will De Zerbi nicht aus Kiew weichen: „In den letzten Tagen hätte ich meine Mannschaft und den Klub nicht alleine lassen können. Ich habe 13 Jungs aus Brasilien im Kader, dazu mein Staff… Wir hätten nach Hause zurückkehren können, aber jetzt sitzen wir fest. In der Nacht haben uns Bomben-Explosionen aufgeweckt. Die italienische Botschaft hat uns angeboten zu gehen, aber wir sind Sportsmänner und wollten unsere Mannschaft nicht alleine lassen. Jetzt ist der Flughafen geschlossen und wir bleiben da. Von unserem Hotelfenster aus sehen wir Kolonnen von Autos mit Menschen drinnen, die aus Kiew und vermutlich nach Polen fliehen wollen.“

Am Wochenende hätte die ukrainische Liga ihren Betrieb wiederaufnehmen sollen. Durch den Krieg wird daraus nichts, die Meisterschaft wurde ausgesetzt. Die brasilianischen Profis von Shakhtar haben sich mit ihren Familien in einem Hotel in Kiew versammelt und einen eindringlichen Appell an ihr Heimatland entsandt, wonach man sie aus der Ukraine herausholen möge.

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