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Spielt am Mittwochabend mit Juventus in Dschidda um den Supercup: Cristiano Ronaldo. © APA/afp / TIZIANA FABI

Juve und Milan in Saudi-Arabien: Der Pokal des Geldes

Am Mittwochabend (18.30 Uhr) findet die 31. Supercoppa zwischen Meister Juventus und Pokal-Finalist Milan statt. Allerdings nicht in Italien, sondern im saudi-arabischen Dschidda. Ein weiteres Indiz für die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs.

Sieben Millionen Euro kassiert der italienische Fußballverband für die Austragung der Supercoppa in Saudi-Arabien. Deshalb haben die Bosse den sportlich zweitrangigen Titel gleich drei Mal in den nächsten fünf Jahren an die Saudis verpachtet. Macht insgesamt 21 Millionen für den Verband – und gegen die Menschenrechte.

Sogar Salvini jammert: „Das halte ich nicht aus“

Da wäre zum einen die Sache mit den Frauen im Fußballstadion während des Supercups. Ihnen sind extra ausgeschilderte Familienblöcke zugewiesen, woanders dürfen die weiblichen Tifosi das Stadion in Dschidda nicht betreten. Doch das kann die Empörung in Italien kaum lindern. Vor allem Menschenrechtsorganisationen kritisieren die italienische Liga hart, Amnesty International spricht von „verschlossenen Augen“ des Verbandes.

Gründe dafür gibt es genug: Der Mord am Journalisten Jamal Khashoggi, in dem das saudische Königshaus verstrickt sein soll. Das anhaltende Bombardement des Jemen, das von einer Militärkoalition aus Saudi-Arabien angeführt wird. Das geht sogar dem Innenminister Matteo Salvini, der selbst oft genug mit seiner rechts-populistischen Politik in den Schlagzeilen steht, zu weit. Der glühende Milan-Tifoso will sich das Match nicht ansehen, denn „ein Spiel mit Schleiern und Burkas, das halte ich nicht aus.“ Und der staatliche TV-Sender RAI wurde vom Verbraucherschutz dazu aufgefordert, das Spiel gar nicht erst zu übertragen.

Juventus-Trainer Max Allegri mit seinen Spielern beim Training in Dschedda. © APA/afp / GIUSEPPE CACACE

Die beiden Vereine halten sich mit öffentlichen Äußerungen so gut es geht zurück. Juventus-Trainer Max Allegri meinte nur: „Man hat uns gesagt, dass wir dort spielen. Also fahren wir auch hin.“ Und Giovanni Malagò, Chef des italienischen Olympischen Komitees, sieht die Sache überhaupt ganz anders. Er spricht von einem „Sieg der Heuchelei“ und betont, dass Saudi-Arabien schlicht das beste Angebot vorgelegt habe.

Im Grunde bleibt also alles beim Alten. Denn wie so oft im Sport, wird auch bei der Supercoppa die Moral zugunsten von viel Geld auf die Seite geschoben. Koste es, was es wolle – und seien es die Menschenrechte.

Autor: christian staffler

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