
Simon Laner (42 Jahre) und Raphael Kofler (21) haben einen verblüffend ähnlichen Werdegang.
Raphael Koflers Vorgänger: „Endlich ein Südtiroler!“
Simon Laner war der bislang letzte heimische Fußballer, der in der Serie A einen Startelf-Einsatz hatte. Das war vor 13 Jahren. Heute arbeitet der Meraner als Spieleragent – und in dieser Funktion schaut er nicht nur bei Raphael Kofler ganz genau hin, er hat sogar einen weiteren Südtiroler auf dem Zettel.
10. September 2026

Von:
Alexander Foppa
Es war der 30. Oktober 2013, als Hellas Verona im traditionsreichen Serie-A-Duell Sampdoria mit 2:0 besiegte. Auf dem Platz standen Nationalspieler wie Luca Toni, Jorginho, Éder oder Shkodran Mustafi. Und neben ihnen ein damals 29 Jahre alter Burggräfler: Simon Laner.
Der Mittelfeldmann aus Meran sammelte in den höchsten fünf Spielklassen Italiens und in der Schweiz für 14 verschiedene Klubs insgesamt 407 Einsätze, ehe er seine Karriere 2023 ausklingen ließ. Die meiste Zeit verbrachte er bei seinem Ausbildungs- und Herzensverein Hellas Verona, für den er an besagtem Oktober-Tag 67 Minuten lang auf dem Platz stand. Damit ist er bis heute von den 20 Südtirolern, die in der Serie A zum Einsatz kamen, der letzte, der von Beginn an auflief. Danach kam noch Manuel De Luca, der jedoch vier Mal eingewechselt wurde.
Auch Laner in Cagliari und bei den Azzurrini
Nun könnte Laner diesen besonderen Status bald an Raphael Kofler weiterreichen. Dessen Startelf-Debüt bei Cagliari rückt nämlich immer näher. Zuletzt kam er in der Liga zu zwei Kurzeinsätzen, im Pokal stand er sogar schon in der Anfangsformation. Kurios: Laner absolvierte den Großteil seiner 22 Serie-A-Spiele ausgerechnet für Koflers heutigen Verein. „Cagliari verkörpert nicht nur eine ganze Stadt, der Klub ist pure Identifikation für alle Sarden. Der Fußball wird dort richtig gelebt“, erzählt der Ex-Profi.Simon Laner absolvierte 4 Serie-A-Spiele für Hellas Verona und 18 für Cagliari.
Laner ist nicht nur in Cagliari Koflers Vorgänger. Wie der 21-jährige Rablander spielte auch der Passerstädter früher für Italiens U20-Nationalteam. SportNews hat ihn nach einem Ratschlag gefragt. „Den braucht er von mir gar nicht“, schmunzelt Laner, „denn Raphael hat schon das Allerwichtigste: eine Mega-Mentalität. Die richtige Einstellung ist noch wichtiger als technische Fähigkeiten, das wird einem erst im Laufe der Karriere bewusst.“
„Gegen Totti schlotterten mir die Knie“ Simon Laner
Seine Mega-Mentalität wird der 21-jährige Rablander in den nächsten Monaten noch brauchen können, „denn es ist schon was anderes, ob du in einem kleinen Serie-B-Stadion oder in den riesigen Arenen in Neapel, Mailand oder Rom aufläufst.“ Apropos Rom, daran verbindet Laner besondere Erinnerungen: „Meine unmittelbaren Gegenspieler im Olimpico waren damals Francesco Totti und Miralem Pjanic, da schlotterten mir schon ein wenig die Knie, als ich mich an der Seitenlinie für die Einwechslung bereitmachte.“
Allerdings sieht Laner Kofler auch für diese Aufgaben gewappnet. Seiner Meinung nach passt er mit seiner Ruhe und Physis perfekt in den modernen Fußball. „Und eines möchte ich noch sagen: Mich freut es riesig für ihn und für unseren Fußball. Südtirol hat neben Jannik Sinner noch viele weitere tolle Sportler. Schön, dass es endlich wieder einer in die Serie A geschafft hat, der sich in dieser Liga behaupten dürfte“
Simon Laner prophezeit Raphael Kofler eine große Zukunft. © Instagram/Cagliari Calcio
Das Besondere an Laners aktuellem Job: Mit Elias Schrott hat er gleich einen weiteren Südtiroler unter seinen Fittichen, der es einmal ins Fußball-Oberhaus schaffen könnte. Laner arbeitet nämlich für die Spieleragentur AS1, die neben großen Stars wie Bayerns Luis Diaz, PSG-Verteidiger Nuno Mendes oder Milan-Trainer Ruben Amorim eben auch den 17-jährigen Mittelfeldspieler des FC Südtirol betreut.
Elias Schrott hat die „Kofler-Mentalität“
Schrotts Serie-B-Debüt Ende August verlief zwar unglücklich, Laner aber prophezeit: „Er könnte der nächste Kofler werden.“ Er verrät auch, warum: „Er hat andere Voraussetzungen, eine andere Spielweise – aber eben diese Kofler-Mentalität. Die ist im italienischen Fußball selten.“Und Laner muss es wissen. Von seinem Wohnort in Bergamo – nur einen Steinwurf von Atalantas Heimspielstätte entfernt – bereist der zweifache Familienvater den halben Stiefelstaat. Er schaut sich bis zu 200 Spiele im Jahr an, in großen Arenen ebenso wie auf staubigen Jugendfußballfeldern. Da bleibt kaum Zeit für einen Abstecher in die Heimat. „Wenn ich aber beispielsweise mal beim FC Südtirol bin, dann verbinde ich das mit einem Abstecher nach Meran, zu meinen Eltern und meinen Freunden.“ Der Kontakt zur Heimat ist also geblieben – genauso wie Laners genauer Blick auf den Südtiroler Fußball und seine Talente.
*Stand: 1. September 2026
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