
Mit vereinten Kräften brachten Daniele Casiraghi und Co. Bari in Bedrängnis. © Felice Calabro' / Felice Calabro'
Abstiegskrimi in Bari: Der FC Südtirol lebt
Der FCS klammert sich an die Serie B! Im ersten Teil des großen Abstiegskracher erkämpften, erspielten sich die Südtiroler in Bari ein wertvolles Unentschieden. Nun halten sie alle Trümpfe in der Hand.
15. Mai 2026
Von: alexander foppa
Nur nicht verlieren, war die Devise des FC Südtirol vor dem Playout-Hinspiel in Bari. Und das Unterfangen gelang: Die zuletzt so arg strauchelnde FCS-Elf holte ein torloses Remis. Dabei waren die Gäste vor knapp 28.000 Zuschauern dem Sieg sogar deutlich näher, als der frühere Erstligist aus Apulien.
Der FC Südtirol wartet mittlerweile seit 73 Tagen bzw. elf Spielen auf einen Sieg. Doch anders als zuletzt beim so bitteren 1:1 gegen Juve Stabia können Simone Davi und Co. dieses Mal sehrwohl mit einem Unentschieden leben. Damit wahrt der FCS nämlich den Vorteil, den er sich aufgrund der besser Tabellenplatzierung erarbeitet hatte. Heißt: Ein weiteres Remis am kommenden Freitag in Bozen reicht, um den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse zu sichern.
FCS engagierter und gefährlicher
Im stimmungsvollen Stadio San Nicola in Bari waren es nicht etwa die Hausherren, die den Ton angaben, sondern in erster Linie die zuvor wochenlang taumelnden Südtiroler. Daniele Casiraghi mit seinen Freistößen, der rackernde Emanuele Pecorino und der immer wieder gefährliche Silvio Merkaj waren dem Siegtor mehrfach nahe.Bari dagegen tat wenig für den notwendigen Sieg, abgesehen von einer Drangphase in der ersten Spielhälfte. Die Folge? Ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen, lautstarke Anfeindungen aus der eigenen Fankurve. Die FCS-Kicker dagegen marschierten nach Spielende mit breiter Brust zu den wenigen mitgereisten Anhängern aus dem hohen Norden. Ihnen ist klar: Nochmal so eine Vorstellung und der FC Südtirol bleibt drin!
Die Highlights
| Bari macht Dampf | In einer mitreißenden, chancenreichen ersten Hälfte drückt Bari aufs Gaspedal. Maggiore (aus elf Metern) und Rao (aus spitzem Winkel) haben in der 15. Minute den Führungstreffer auf dem Fuß. |
| Casiraghi fehlen Millimeter | In der 41. Minute hebt Standardspezialist Casiraghi das Leder nach einem Freistoß über die Mauer – und zugleich haarscharf am Tor vorbei. Die Szene wiederholt sich in der 56. Minute, als der Zauberfuß den ruhenden Ball neuerlich in Richtung Tor zirkelt, Bari-Keeper Cerofolini aber gerade noch abwehren kann. |
| FCS am Drücker | Im Laufe der zweiten Halbzeit entreißen die Südtiroler Bari komplett das Zepter. Sie drücken vehement in Richtung Sechzehner, scheitern aber immer wieder an Cerofolini – wie etwa Merkaj, dessen hammerharter Schuss vom Goalie weggefäustet wird (68.). |
| Davis Lattenstreichler | Die rund zwei Dutzend mitgereisten FCS-Fans haben den Torschrei auf den Lippen! Simone Davi tankt sich auf links durch und flankt in die Mitte. Die Hereingabe wird immer länger und rutscht schließlich über die Lattenoberkante. Von dort springt das Leder ins Feld, wo Baris Nikolaou in höchster Not vor Merkaj klärt. Es ist die letzte große Chance des Spiels. |
Der FC Südtirol wird noch diese Nacht von Bari nach Verona fliegen und dann die weitere Heimreise mit dem Bus antreten. Dabei heißt es: Den neu geschöpften Mut mit ins Gepäck packen, Energiereserven füllen und ab Sonntag das überlebenswichtige Duell in Bozen vorbereiten. Am kommenden Freitag gilt es dann ab 20 Uhr neuerlich: Nur nicht verlieren!
SSC Bari – FC Südtirol 0:0
Bari (3-5-2): Cerofolini; Mantovani, Odenthal, Nikolaou; Piscopo, Esteves (62. Braunöder), Maggiore (76. Cuni), Pagano (62. Artioli), Dorval; Moncini (76. De Pieri), Rao (86. Bellomo)FCS (3-5-2): Adamonis; Veseli, Pietrangeli, El Kaouakibi; Molina, Casiraghi, Tronchin (86. Zedadka), Frigerio (65. Frigerio), Simone Davi (86. Tait); Merkaj (78. Odogwu), Pecorino (86. Crnigoj)
Tore: –
Zuschauer: 27.734 (21 Gäste)
Rückspiel: Freitag, 22. Mai (20 Uhr)
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