a Serie B

Jonas Heinz sammelte in der abgelaufenen Saison seine ersten Profiminuten. Beim FCS traut man ihm viel zu.

Aufstieg in die Serie B: Das ändert sich für die FCS-Talente

Der Aufstieg in die Serie B ist für den FC Südtirol ein Meilenstein. Nicht nur die 1. Mannschaft steht vor einer riesengroßen Herausforderung. Auch Nachwuchs-Chef Alex Schraffl hat alle Hände voll zu tun. Was sich für die FCS-Jugend ändern wird und auf welche Südtiroler Talente ein Auge geworfen wird, hat er im SportNews-Interview verraten.

Über den Amateurfußball kam Alex Schraffl zum FC Südtirol. Jetzt ist er gemeinsam mit dem Verein in der zweithöchsten Profiliga des Landes angekommen. Welchen Umbruch das mit sich bringt und ob der Verein auf auswärtige Talente setzen muss um konkurrenzfähig zu bleiben, hat der Eisacktaler im Interview erzählt.



Alex Schraffl, der Aufstieg in die Serie B ist für den ganzen Verein ein großer Schritt. Was bedeutet das für die FCS-Jugend?

„In erster Linie wird sich für die U15, U16 und U17 sehr viel ändern. In dieser Altersklasse spielen wir künftig gegen die besten Vereine Italiens. Das wird eine große Herausforderung und nächste Saison wahrscheinlich auch ein Lehrjahr. Ob man sportlich mithalten kann, wird man sehen. Die Serie B ist auch für unsere Jungen ein ganz anderes Kaliber.“

Alex Schraffl arbeitet seit Jahren beim FCS. Keiner kennt die Südtiroler Fußballtalente so gut wie er.


Wie geht der Verein diese neuen Herausforderungen an? Werden Talente aus ganz Italien nach Südtirol gelotst?

„Ganz klar: Wir werden unsere Strategie nicht ändern! Es werden keine Jugendspieler von auswärts kommen, nur um das Niveau zu heben. Natürlich wird es schwer gegen Inter oder Milan zu bestehen, doch ich bin überzeugt, dass unsere Jungen durch das höhere Niveau viel dazulernen. Außerdem hätten wir gar nicht die Strukturen, um Spieler aus ganz Italien bei uns unterzubringen. Wo sollten die wohnen? Der FC Südtirol hat kein Heim.“


Kommen wir zu den Südtiroler Talenten. Wie gut ist der Nachwuchs im Land?

„Die Jugendabteilung des FC Südtirol hat einen sehr guten Ruf, auch auf nationaler Ebene. Wir haben immer wieder hervorragende Talente bei uns und haben in den vergangenen Jahren stets Spieler zu Serie-A- und -B-Vereinen abgegeben. Im letzten Sommer sind zwei zu Juventus gewechselt. Es soll so sein, dass Talente stolz darauf sind, in unserem Nachwuchs zu spielen. Jetzt bekommen Südtiroler die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Und ich bin froh darüber, denn ich weiß, dass wir gut aufgestellt sind.“

Mit Simone Davi und Jonas Heinz haben zuletzt wieder zwei Südtiroler den Sprung in den Profikader geschafft. Wer könnte folgen?

„Jonas Heinz ist zurzeit das größte Talent. Er bekommt einen Profivertrag und wird in die Serie C verliehen. Er soll Spielpraxis sammeln und wird das schaffen. Filippo Vinciguerra ist auch talentiert, er war heuer in Levico und wird bei einem Titelanwärter in der Serie D den nächsten Schritt machen. Manuel Nicotera und Noah Mayr können sich bei Virtus Bozen in der Serie D beweisen. Wir haben auch Federico Davi, den Bruder von Simone, nicht aus den Augen verloren.“


Der 2005er-Jahrgang gilt als sehr talentiert. Wie sieht ihre Zukunft aus?

„Diese Spieler waren heuer in der U17 und sind Meister geworden. In den Playoffs gab es ein unglückliches Aus gegen Juve Stabia. Sie sollen nächstes Jahr versuchen, in der Primavera-Meisterschaft vorne mitzuspielen. Dort gibt es nämlich ein Ligensystem. Wir spielen aktuell in der Primavera 3 (von 4 Ligen; Anm. d. Red.), wollen aber versuchen aufzusteigen. Ein paar 2004er, zum Beispiel Adrian Lechl, Victor Vasilico oder Fabian Zandonatti werden wir auch behalten.“


Was passiert mit den restlichen Spielern dieses Jahrgangs?


„Die Nachfrage von Oberliga-Vereinen ist enorm. Durch die neue Jugendregelung ist sie noch gestiegen. Wir fahren hier eine klare Linie: Nach Möglichkeit sollen die Spieler zu ihren Heimatvereinen oder zumindest in die nähere Umgebung zurückkehren.“


In den letzten Jahren haben es viele Talente bei anderen Vereinen versucht. Wie will man das künftig vermeiden?


„Wir sind jetzt auch ein Topverein. Es muss schon ein sehr guter Klub kommen, damit wir Jugendspieler abgegeben. Wenn jetzt Inter oder Juve kommen, werden wir den Weg für Südtiroler Talente dorthin weiterhin nicht verbauen. Die Frage ist: Wer hat es in den letzten Jahren bei anderen Vereine geschafft? Eigentlich nur Manuel De Luca. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Simon Straudi beim FC Südtirol in der Serie C gespielt hätte. In Bremen saß er auf der Bank, gespielt hat er nur in der U23. Lorenzo Sgarbi (gehört Napoli; Anm. d. Red.) war heuer bei Legnago. Bei uns hätte er auch in der Serie C gespielt und wäre jetzt in die Serie B aufgestiegen. Kurzum: Der FC Südtirol ist schon eine gute Adresse.“
„Ich bin froh, dass er künftig mit dabei ist. Mit Hannes sind wir noch besser aufgestellt.“ Alex Schraffl über Hannes Fink

Was auffällt ist, dass der FCS stets sehr gute Torhüter hervorbringt. Woran liegt das?

„Reinhold Harrasser leistet sehr gute Arbeit. Womöglich kann man sich bald zwei von drei Torhütern im Profikader sparen, weil junge Südtiroler die Rollen ausfüllen. Schon heuer wird der dritte Tormann ein junger Einheimischer sein. Julian Pircher war in der Oberliga sehr gut, jetzt kann er sich in der Serie D beweisen. Michele Marano, Jacopo Passarella, Daniel Casaril oder Simone Tononi, das sind alles starke Tormänner aus unserem Nachwuchs. Dazu kommt Daniel Theiner, der von Sassuolo umworben ist.“


Welche Rolle wird Hannes Fink künftig im FCS-Nachwuchs spielen?

„Er wird als Bindeglied zwischen Primavera, U17 und Profimannschaft agieren. Hannes wird sich um jene Talente kümmern, die zu anderen Vereinen verliehen werden. Mit ihm sind wir noch besser aufgestellt. Ich bin sehr froh, dass Hannes künftig dabei ist, zumal er eine riesige Erfahrung als Profi vorweisen kann.“


Letztes Kapitel: Der FCS engagiert sich auch im Frauenfußball. Wie sehen die Pläne aus?

„Über 100 Mädchen trainieren bei uns. Der Frauensektor wurde in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. Mit Marco Maraner kommt ein neuer Verantwortlicher, der schon sehr viel für den Südtiroler Frauenfußball geleistet hat. Von Brixen kommt Marco Castellaneta als neuer Trainer der 1. Mannschaft.“

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