
Beim FC Südtirol herrschte nach Spielende grenzenloser Jubel. © FC Südtirol
Die Erlösung: Der FC Südtirol ist gerettet!
Es war ein Kämpfen, Zittern und Bangen – doch jetzt steht fest: Der FC Südtirol wird auch im fünften Jahr in Folge in der Serie B bleiben. Das große Abstiegsduell gegen Bari im restlos ausverkauften Drusus-Stadion wurde allerdings zur unglaublichen Nervenschlacht.
22. Mai 2026
Aus dem Drusus-Stadion in Bozen

Von:
Alexander Foppa
Es war um 21.52 Uhr, als hinter dem Drusus-Stadion ein großes Feuerwerk in die Luft stieg, sich drinnen in der Arena die Fans in den Armen lagen und die Spieler wild jubelnd über den Rasen flitzten. Es war der Moment, als feststand: Der FC Südtirol ist gerettet!
Der FCS profitierte im Playout Duell mit Bari am Ende von der besseren Tabellenplatzierung nach Abschluss der regulären Saison. Denn wie das Hinspiel in Apulien vor einer Woche endete auch das Retourmatch in Bozen mit einem 0:0 – genug für die Südtiroler, um die Klasse zu halten.
Grenzenloser Jubel und totale Stille
Am Ende wurde im Drusus-Stadion überschwänglich gejubelt und gefeiert. Zumindest im Großteil der mit 5.520 Zuschauern erstmals seit zweieinhalb Jahren ausverkauften Arena am Eisackufer, auch bei den vielen Ehrengästen darunter Ski-Ass Dominik Paris und der deutsche Fußball-Star Robert Andrich. Nur im Gästesektor war es mucksmäuschenstill. Denn das große Bari – über Jahrzehnte hinweg immer wieder in der Serie A anzutreffen – muss in die Drittklassigkeit absteigen.Abgesehen von kleineren Scharmützeln am Gästesektor, die aber von FCS-Fans nach Spielende ausgegangen waren, blieb es völlig friedlich. Und das passte zu diesem rundum gelungenen Abend für den FC Südtirol – und für den Südtiroler Fußball. Den Rest erledigten die Spieler in den weißen Dressen auf dem Rasen. Sie kämpften so leidenschaftlich wie Löwen, sie warfen nochmal alles, aber wirklich alles rein. Mit Erfolg.
Die Höhepunkte des Spiels
| Bari, ist das alles? | In der ersten Hälfte diktierte der FCS ganz klar das Spielgeschehen, die beste Chance vergab Molina, der den Innenpfosten traf (34.). Von Bari kam lange Zeit wenig – abgesehen von einem Alu-Streifer von Rao, bei dem FCS-Keeper Adamonis aber zur Stelle gewesen wäre (32.), und einem Distanzschuss von Piscopo (43.). |
| Verdutzte Gesichter | In der 62. Minute flippen Spieler und Fans in Weiß und Rot aus: Pecorino trifft nach einem Konter zum 1:0. Die Freude erstickt jedoch urplötzlich, denn Schiri La Penna läuft zum Videobildschirm und annulliert das Tor schließlich. Bei der Aktion, die zum Tor führte, behauptete Pecorino an der Mittellinie rustikal den Ball – zu heftig für den Unparteiischen. |
| Puh, das war knapp! | Ein Bari-Schuss wird aus kürzester Distanz von Gytkjaer aufs Tor gelenkt, doch Adamonis lenkt den Ball mit einem grandiosen Reflex über die Latte (79.). Dieses Mal hatte der FCS Glück. |
| Ein letzter Schreck | Und nochmal müssen im Drusus-Stadion alle tief durchatmen. Denn plötzlich zieht der eingewechselte Artioli aus der Distanz ab, und Adamonis muss sich ganz lange strecken, um die Kugel abzuwehren (89.). Kurze Zeit später ist Schluss – und alle Dämme brechen. |
Somit endet eine Saison des FC Südtirol, die eine wahre Achterbahnfahrt war – mit Momenten grenzenloser Euphorie nach Last-Minute-Siegen, schmerzhaften Rückschlägen, dem tiefen Fall bis an den Abgrund und die finale Wiederauferstehung. Woche für Woche lebten Fans, Spieler und Trainer zwischen Hoffnung und Verzweiflung, bis am Ende genau dieser unerschütterliche Zusammenhalt den Unterschied machte. Jetzt geht es (verspätet) in die Sommerpause. Und dann wird im August wieder angegriffen – in der Serie B!
FC Südtirol – SSC Bari 0:0
FCS (3-5-2): Adamonis; El Kaouakibi, Pietrangeli, Veseli; Molina, Frigerio (82. Tait), Tronchin, Casiraghi (86. Crnigoj), Davi; Merkaj, Pecorino (86. Odogwu)Bari (4-3-1-2): Cerofolini; Mantovani (57. Dickmann), Odenthal, Nikolaou, Dorval; Braunöder (83. Artioli), Maggiore, Piscopo; Pagano (67. Gytkjaer); Moncini, Rao (83. Cuni)
Tore: –
Zuschauer: 5.520 (626 Gäste)
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