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David Wieser (2.v.l.) feierte mit Mantova einen glasklaren Sieg in Bozen. © DLife

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David Wieser (2.v.l.) feierte mit Mantova einen glasklaren Sieg in Bozen. © DLife

Ein Südtiroler versetzt dem FC Südtirol den Gnadenstoß

Auweia, FC Südtirol! Die Weiß-Roten schlitterten am Samstagnachmittag zuhause gegen Mantova ins nächste Debakel. Jetzt müssen sie plötzlich wieder um den Verbleib in der Serie B zittern.

Aus dem Drusus-Stadion in Bozen

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Alles war angerichtet für den Klassenerhalt, für die große Party in Weiß und Rot: Zwei Teams vermeintlich auf Augenhöhe, bestes Fußballwetter, dazu 5.063 Fans, die für eine Saison-Rekordkulisse sorgten. Am Ende wurde auch in Weiß und Rot gejubelt – allerdings nur bei den mehr als 1.000 Anhängern aus der Lombardei und den Gästekickern. Mantova hat mit einem 3:0 den Verbleib in der Serie B klargemacht.


Der FC Südtirol dagegen wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet. Die Elf von Fabrizio Castori fing sich – nur eine Woche nach dem 1:6 in La Spezia – die nächste heftige Abreibung ein. Zwei Runden vor Schluss sind die Playout-Plätze nur noch drei Punkte entfernt – und am kommenden Freitag geht's auswärts gegen den direkten Tabellennachbarn Sampdoria, im Hexenkessel Marassi.


Doch wie konnte es zur nächsten Schlappe kommen? Der FCS wirkte völlig ausgelaugt, konzeptlos und ungefährlich. Die Südtiroler hatten über 90 Minuten nur 41 Prozent Ballbesitz und nur einen einzigen Torschuss (ein Latten-Kopfball von Fabian Tait) – einfach viel zu wenig in so einem wichtigen Spiel. Warum mit Silvio Merkaj und Emanuele Pecorino gleich die beiden gefährlichsten Angreifer zunächst nur auf der Bank saßen, wird wohl Castoris Geheimnis bleiben.

Das war nicht Serie-B-würdig

Dabei agierte Mantova beileibe nicht wie eine Spitzenmannschaft. Allerdings leisteten sich die Gäste keine Fehler, sie spielten schnörkellos und konkret. Getrieben vom klaren Vorsprung und der Euphorie der eigenen Fans spielten sie das Ding locker runter.

In dieser Szene schiebt der Grödner Mantova-Spieler David Wieser zum 3:0 ein © DLife

In dieser Szene schiebt der Grödner Mantova-Spieler David Wieser zum 3:0 ein © DLife


Für den Schlusspunkt sorgte dann ausgerechnet ein Südtiroler: Der Grödner David Wieser, früher selbst in der FCS-Jugend aktiv, traf nach einem Patzer von Keeper Marius Adamonis zum 3:0. Es war sein erster Zweitliga-Treffer, den er mit einer akrobatischen Einlage gebührend feierte.

So lief das Duell:

Dann eben rein damitMantovas Trimboli bekommt an der Strafraumgrenze den Ball, er hebt den Kopf, weit und breit kein Gegenspieler in Sicht, jede Menge Zeit – also denkt er sich: Rein damit ins Kreuzeck. Adamonis hat beim 0:1 keine Chance (35.). Zuvor war Mantova bereits bei einem Fernschuss von Marras gefährlich geworden (22.).
Und schon wiederNur wenige Minuten nach dem ersten Nackenschlag lässt der FCS Mantova entlang des Sechzehners wieder frei gewähren. Dieses Mal zögert Marras nicht lange und zieht ab, sein Schuss landet im kurzen Eck – 0:2 (42.).
Das war Pech!Mit dem ersten Abschluss der Partie schrammt der FCS am Anschlusstor vorbei: Nach einer Flanke von Molina köpft Tait in der Mitte den Ball an den Pfosten (58.). Ein wirklicher Wachmacher ist es aber nicht, denn in der Folge plätschert die Partie weiter vor sich hin.
Ein Südtiroler beim Gegner...Ab der 72. Minute setzt auch FCS-Gegner Mantova auf Südtiroler Power: Der 24-jährige David Wieser aus St. Ulrich, der seit drei Jahren in Mantua aktiv ist, darf sich „zuhause“ zeigen.
...und der trifftWieser hat in der verbleibenden Schlussphase nur eine einzige Szene, doch die hat es in sich! Nach einem katastrophalen Fehlpass von FCS-Keeper Adamonis, zieht er alleine los und schiebt zum 3:0 ein. Sein erstes Serie-B-Tor. Er schlägt eine Luftrolle und erlöst sich von seinem Trikot. Das war's dann auch.

FC Südtirol – AC Mantova 0:3

FCS (3-5-2): Adamonis; Pietrangeli, Masiello (56. El Kaouakibi), Veseli; Molina, Tait (78. Crnigoj, Martini (56. Frigerio), Casiraghi, Simone Davi; Tonin (46. Merkaj), Odogwu (46. Pecorino).
Trainer: Castori

Mantova (3-4-2-1):
Bardi; Ali Dembele, Cella, Castellini (72. Paoletti); Maggioni, Trimboli, Kouda (72. Wieser), Benaissa (63. Radaelli); Marras, Ruocco (63. Falletti); Mancuso (82. Buso).
Trainer: Modesto

Schiedsrichterin: Maria Sole Ferrieri Caputi (Livorno)

Tore: 0:1 Trimboli (35.), 0:2 Marras (42.), 0:3 Wieser (83.)

Zuschauer: 5.063 (1.055 Gäste)


Die weiteren Samstag-Spiele:

Catanzaro - Spezia 4:2
Tore: 1:0 Petriccione (24.), 1:1 Valoti (44.), 2:1 Fellipe Jack (63.), 3:1 Pittarello (78.), 4:1 Pittarello (82.), 4:2 Lapadula (Elfmeter/93.)

Reggiana - Palermo 1:1
Tore: 1:0 Lambourde (21.), 1:1 Palumbo (30.)

Pescara - Juve Stabia 1:1
Tore: 1:0 Insigne (57.), 1:1 Correia (61.)

Frosinone - Carrarese 3:0
Tore: 1:0 Calo (Elfmeter/54.), 2:0 Fiori (72.), 3:0 Kone (Elfmeter/96.)

Entella - Padova 1:0
Tor: 1:0 Cuppone (76.)

Venezia - Empoli 2:0
Tore: 1:0 Adorante (50.), 2:0 Doumbia (87.)

Cesena - Sampdoria 0:0

Die Tabelle

SPGUVTVP
1. Venezia36239473:2978
2. Monza36229557:2775
3. Frosinone362112370:3475
4. Palermo361912558:2969
5. Catanzaro361514758:4559
6. Modena3614101247:3452
7. Juve Stabia361117843:4350
8. Avellino3612101442:5446
9. Cesena361291542:5245
10. Carrarese3610131346:5043
11. Mantova361271742:5043
12. Sampdoria3610111534:4741
13. FC Südtirol368161237:4640
14. Padova3610101634:4640
15. Virtus Entella369121534:4839
16. Empoli368131544:5237
17. Pescara367131650:6434
18. Bari368101833:5834
19. Reggiana368101834:5434
20. Spezia36891940:5633

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