
Fabrizio Castori will den freien Fall des FC Südtirol stoppen. © DLife
FC Südtirol in der Krise: „Ihr könnt mich ruhig fertigmachen“
Der FC Südtirol wurde am Samstag heftig abgewatscht – und das zum zweiten Mal binnen einer Woche. Jetzt beginnt im Saison-Endspurt plötzlich das große Zittern. Das lässt auch Trainer Fabrizio Castori nicht kalt.
25. April 2026
Aus dem Drusus-Stadion in Bozen

Von:
Alexander Foppa
Fast eine Stunde lang musste die versammelte Medienrunde nach Schlusspfiff im Bauch des Drusus-Stadions ausharren, ehe zum vorher Gesehenen Stellung bezogen wurde. Der Frust nach dem 0:3 gegen Mantova saß tief, richtig tief.
Hinter verschlossenen Türen gab es zunächst wohl Klärungsbedarf – und das zu Recht. Konnte das klare 1:6 vergangene Woche gegen Spezia noch teilweise als unglücklich durchgewunken werden, so gab es dieses Mal nichts schönzureden. Zu harmlos, zu antriebslos, zu ideenlos agierte der FC Südtirol, um drei Runden vor Schluss den Klassenerhalt einzutüten. Jetzt dagegen ist die Playout-Zone nur mehr drei Punkte entfernt.
Castori um Selbstkontrolle bemüht
„Das war eine heftige Niederlage“, sagte Fabrizio Castori unmittelbar nachdem er endlich den Pressesaal betreten hatte. Der 71 Jahre alte Übungsleiter, der in seiner Karriere weit mehr als 1.500 Meisterschaftsspiele gecoacht hat, weiß mit solchen Situationen umzugehen. Er war während der Pressekonferenz um Kontrolle bemüht, legte immer wieder Pausen ein, um sich nicht in Rage zu reden. Und er umging bewusst jede Art von Fehleranalyse. „Die Leistung auf dem Platz war nicht gut, und auch meine nicht.“ Weiter ins Detail ging er nicht.Fabrizio Castori präsentierte sich mit finsterer Miene am Rednerpult.
Castoris Kopf war feuerrot – ob von der warmen Frühlingssonne aufgeheizt oder als Folge einer feurigen Kabinenansprache, das bleibt offen. Fragen der Journalisten jedenfalls blockte er weitestgehend ab. „Jede Kritik ist heute berechtigt. Ihr könnt mich ruhig fertigmachen. Ich aber schaue nach vorne.“
„Wir dürfen jetzt keinen sportlichen Selbstmord betreiben“ FCS-Trainer Fabrizio Castori
Castori ist – wie er es selbst sagt – darum bemüht, „keinen sportlichen Selbstmord“ zu betreiben. Was er damit meint? „Wir sind im Abwärtstrend, das ist offensichtlich. Jetzt aber müssen wir kühlen Kopf bewahren, wieder zusammenfinden und uns daran zurückerinnern, was wir bis vor acht Tagen alles gut gemacht haben.“
Voller Fokus aufs Finish
Der FCS-Coach will bei seinen Spielern die nächsten Tage speziell im mentalen Bereich die Hebel ansetzen. „Uns muss eines klar sein: Wir haben jetzt zwei Spiele, um uns zu retten!“ Damit hat Castori recht. In diesen zwei Spielen gegen Sampdoria und Juve Stabia, den letzten der Saison, muss sich sein Team dann aber ganz anders präsentieren. Ansonsten droht der Gang in die Abstiegsrunde.Profil bearbeiten
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