
Davide Possanzini, der neue Trainer des FC Südtirol bei seiner Antritts-PK. © Bordoni
FCS-Coach stellt sich vor: „Wir wollen dominieren“
Viel war über Davide Possanzini gesprochen worden, ehe er sich am Donnerstag erstmals selbst als neuer Trainer des FC Südtirol vorstellte. Dabei unterstrich der 50-Jährige, dass beim FCS künftig eine andere Art des Fußballs gespielt werden soll.
25. Juni 2026
Aus dem FCS-Center in Rungg
Von:
David Lechthaler
Possanzini gilt als einer der modernsten Trainer in ganz Italien. Der langjährige Assistent von Tottenham-Coach Roberto De Zerbi steht für Ballbesitz, einen risikoreichen Spielaufbau und viel Flexibilität. Ganz im Gegenteil zu Vorgänger Fabrizio Castori. Possanzini steht sinnbildlich für den neuen Weg, den Neo-Sportdirektor Matteo Lovisa gehen will. Der 30-Jährige erklärte bei der Vorstellungs-PK von Possanzini: „Das war unsere wichtigste Entscheidung. Wir wollen einen neuen Fußball in den Verein bringen.“
Sämtliche wichtigen Vertreter des Vereins waren am Donnerstag im Mediencenter des FC Südtirol in Rungg anwesend – darunter auch Hauptsponsor Hans Krapf, der den Verein seit seiner Gründung im Jahr 1995 unterstützt. Das zeigt, wie sehr die Verantwortlichen hinter diesem neuen Weg stehen. Nach einer schwierigen Saison, die in den Playouts mündete, ist beim FCS wieder eine Aufbruchstimmung zu erkennen.
Davide Possanzini (Bildmitte) am Rednerpult mit Vizepräsident Carlo Costa (links) und Sportdirektor Matteo Lovisa.
Nach kurzer Zeit ergriff Possanzini mit rauer Stimme das Wort. Der neue Trainer des FC Südtirol, der einen bodenständigen Eindruck machte, sprach in freundlicher und unaufgeregter Tonlage über...
...die Kontaktaufnahme mit dem FC Südtirol: „Hannes Fink und Matteo Lovisa haben mir die Philosophie und die Werte des Klubs bei einem Telefonat erklärt. Nach sechs Monaten zuhause wollte ich unbedingt wieder arbeiten. Ich hatte genug Zeit, darüber nachzudenken, welche Fehler ich zuletzt in Mantua gemacht habe. Nun bin ich voller Vorfreude.“
...seine Art des Fußballs: „Jeder Trainer hat seine Ideen. Ich möchte das Spiel dominieren und den Rhythmus kontrollieren. Dabei geht es nicht um ein bestimmtes System. Das sieht man auch aktuell bei der WM. Mittlerweile haben viele Teams in der Defensive eine andere Formation als in der Offensive.“
„Wir haben eine gewisse Idee vom Fußball und gar einige Spieler des Kaders werden zu dieser nicht passen.“ FCS-Coach Davide Possanzini
...den aktuellen Kader: „Wir haben eine gewisse Idee vom Fußball und gar einige Spieler werden zu dieser nicht passen. Es beginnt ein neuer Zyklus, das ist klar. Ich werde jetzt keine Namen nennen. Wir werden das mit den Spielern klar und fair kommunizieren. Es wird keine Revolution geben, aber wir schlagen einen neuen Weg ein. Gleichzeitig wollen wir einige Charakteristiken des Kaders wie die Arbeitsmentalität und die Menschlichkeit bewahren. Das ist ein großer Schatz dieses Vereins.“
...die Ziele: „Wir wollen Schritt für Schritt gehen. In der heurigen Saison müssen wir die Basis setzen. Dann können wir im Jahr darauf weiter nach vorne schauen. Ich spüre hier großes Vertrauen und möchte dieses zurückzahlen. Mir ist es wichtig, dass ich meine große Passion für den Fußball vermitteln kann.“
Possanzini war lange Co-Trainer vom aktuellen Tottenham-Coach Roberto De Zerbi. © APA/afp / CLEMENT MAHOUDEAU
...seinen Förderer De Zerbi: „Wir haben zusammen gespielt und hatten immer eine ähnliche Idee vom Fußball. Meine Erfahrung mit ihm hat mir sehr geholfen. Ich habe in der Jugend angefangen zu trainieren und seitdem hat sich meine Idee vom Fußball immer weiter verfeinert. Ich will, dass man die Identität meiner Mannschaft auf dem Platz sieht und diese klar erkennbar ist.“
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