
Resolut: Obermais-Verteidiger Francesco Del Bello gegen FCS-Stürmer Silvio Merkaj. © DLife/Matteo Groppo
Gegen die Lokalrivalen: Der neue FCS hat noch Mühe
Am Samstagabend fand im Drusus-Stadion ein Dreierturnier zwischen dem FC Südtirol, dem FC Obermais und Virtus Bozen statt. Wir waren live vor Ort und haben das Geschehen zusammengefasst.
01. August 2026
Aus dem Drusus-Stadion
Von:
David Lechthaler
Es war ein sommerliches Südtiroler Fußball-Fest, das den rund 2.000 Fans am Samstagabend in der Bozner Arena geboten wurde. Die drei besten heimischen Vereine standen sich im Rahmen eines Dreierturniers gegenüber. Gespielt wurde jede der drei Partien über zwei Mal 30 Minuten. Begonnen hat das Vorbereitungsturnier mit herrlichem Sonnenschein, ehe es in der letzten Partie zwischen Virtus und dem FCS plötzlich wie aus Kübeln schüttete.
Der FC Südtirol geht erwartungsgemäß als Sieger dieses „Triangolare“ hervor. Der Serie-B-Verein tat sich gegen die beiden Viertligisten aber nicht gerade leicht. Vor allem die zweite Halbzeit gegen den FC Obermais war alles andere als überzeugend. Der FCS ist noch in der Findungsphase. Die Spieler haben sich an das neue System von Trainer Davide Possanzini noch nicht gewöhnt. Doch bis zum Ligastart sind es noch drei Wochen.
Der junge Elias Schrott im FCS-Trikot gegen den FC Obermais.
Die beiden Serie-D-Vereine gaben jeweils eine gute Figur ab. Bei Obermais war dies vor allem beim Spiel gegen den FC Südtirol der Fall, wo die Meraner ihre beste Formation aufboten. Aufsteiger Virtus hat das Duell gegen Obermais hingegen mit 2:1 für sich entschieden und dabei technische Klasse unterstrichen. Die Elf von Trainer Elis Kaptina funktionierte aber auch als Einheit gut. Gegen den FC Südtirol verlor Virtus am Ende mit 0:3 – auch, weil Kaptina seine Jungs in der Halbzeit durchtauschte.
FC Südtirol – Virtus Bozen 3:0
FCS: Adamonis, Federico Davi, Veseli, Stabile, Veroli, Tait, Martini, Frigerio, Casiraghi, Simone Davi, Mixtur.Virtus: Tschöll (ab 53. Malinverni), Borgognoni (ab 31. Bussi), Kicaj, Kaptina (ab 31. Forti), Rossi (ab 31. Meta), Tarolli (ab 31. Angeli), Zandonatti, Vinciguerra (ab 31. Calabrese), Cremonini (ab 31. Brugnara), Timpone (ab 31. Giacomin Slemmer), Eccheli (ab 31. Passadore).
Tore: 1:0 Casiraghi (24.), 2:0 Simone Davi (45.), 3:0 Mixtur (49.)
Beim 3:0-Sieg gegen Virtus Bozen feierte Davide Veroli bereits sein Debüt im FCS-Trikot. Der Verteidiger war erst am Vortag als Ersatz für Raphael Kofler aus Cagliari gekommen. Beim FC Südtirol war das neue System gut erkennbar. Allerdings war die Umsetzung noch nicht ideal – was zu dieser Zeit der Vorbereitung relativ normal ist. Im Aufbau agiert der FCS mit einer Dreierkette, das Positionsspiel mit dem Ball sieht äußerst variabel aus. Verteidigt wird dann in einem 4-2-3-1-System.
Daniele Casiraghi gegen die Virtus-Defensive um Goalie Jakob Tschöll.
Virtus hielt gegen den FCS gut mit und hatte immer wieder auch seine Ballbesitzphasen. Das erste Tor für den FC Südtirol, der gegen Virtus mit Fabian Tait und den Davi-Brüdern agierte, erzielte Daniele Casiraghi mit einem abgefälschten Schuss. Nach einem Treffer von Simone Davi, der ebenfalls abgelenkt war, traf in der zweiten Halbzeit auch noch Neuzugang Kenny Mixtur für die Weiß-Roten. Gegen Ende hätte Federico Davi nach einem schönen Tait-Pass auch noch das vierte Tor erzielen können.
FC Südtirol – Obermais 1:0
FCS: Plizzari, Molina, Stivanello, Pietrangeli, Stabile, Tronchin, Pyythiä, Lopes, Vasic, Schrott, Merkaj.FCO: Tenderini, Dallagiacoma (ab 48. Sula), Del Bello, Kofler, Ghiotti, Bauernfeind, Villgrattner (ab 54. Schweitzer), Moras, Loncini (ab 40. Unterthurner), Stecher, Brusco.
Tore: 1:0 Lopes (28.)
In seinem ersten Spiel gegen den FC Obermais enttäuschte der FC Südtirol insgesamt und gewann nur knapp mit 1:0. Das entscheidende Tor für Südtirols einzig reinen Profi-Klub erzielte Vasco Lopes, der im Strafraum nur noch einschieben musste. Die Vorlage gab dabei der junge Südtiroler Elias Schrott. Er war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel des FCS. Im Mittelfeld zeigten die Neuzugänge Aljosa Vasic und Niklas Pyythiä nur in Ansätzen ihre Klasse. Im Angriff hing Silvio Merkaj völlig in der Luft. Sein Verbleib in Bozen ist alles andere als sicher.
Vasco Lopes traf für einen blassen FC Südtirol gegen Obermais.
Gegen Ende des Spiels wurde Obermais immer stärker. Die größte Chance für die Meraner hatte der Vinschger Tizian Stecher per Abstauber, den er aber knapp verzog. Auffällig bei den Obermaisern waren die beiden Neuzugänge Marco Moras in der Offensive und Francesco Del Bello als Innenverteidiger. Moras war gar einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. In der zweiten Halbzeit setzte der 31-Jährige einen Freistoß nur knapp neben das Tor. Der neue Trainer des FC Südtirol, Davide Possanzini, war mit dem Auftritt seiner Mannschaft jedenfalls unzufrieden und schüttelte nach dem Abpfiff sinnbildlich den Kopf.
Obermais – Virtus Bozen 1:2
FCO: Pircher, Sula, Bravoco (ab 28. Demetz), Schaller, Pirhofer, Kofler, Leitner (ab 38. Loncini), Schweitzer, Unterthurner, Turini, Palasgo.Virtus: Bresolin (ab 45. Malinverni), Angeli (ab 31. Meta), Borgognoni (ab 31. Bussi), Kaptina (ab 31. Forti), Kicaj (ab 31. Eccheli), Rossi (ab 31. Passadore), Tarolli (ab 31. Calabrese), Zandonatti, Vinciguerra, Cremonini (ab 31. Brugnara), Timpone (ab 31. Giacomin Slemmer).
Tore: 0:1 Cremonini (9.), 0:2 Forti (40.), 1:2 Unterthurner (52.)
Im ersten Spiel, das um 17.30 Uhr bei noch hohen Temperaturen begann, schlug Virtus Bozen den FC Obermais mit 2:1. Die Talferstädter, die nahezu zwei Mannschaften aufs Feld schickten, waren dabei das bessere Team. Vor allem im ersten Durchgang hatte Virtus mit seinen erfahrenen Strategen Davide Cremonini und Arnaldo Kaptina deutlich mehr Ballbesitz. Cremonini besorgte gleich in der Anfangsphase mit einem Flachschuss im Strafraum das 1:0.
Virtus Bozen (in grün) hielt sich den FC Obermais vom Leib.
Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde durch die schwere Verletzung des Obermaisers Axel Leitner überschattet, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss mit einer Trage vom Feld gebracht werden musste. Anschließend erzielte Matteo Forti das 2:0 für Virtus. In der Schlussphase kam Obermais noch zum Anschlusstreffer durch Raphael Unterthurner, der nach einem Steilpass alleine vor dem Tor eiskalt blieb. Der 20-jährige Angreifer war der insgesamt auffälligste bei den Blau-Weißen.
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