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FCS-Geschäftsführer Dietmar Pfeifer  stand im Interview Rede und Antwort. © DLife/RM

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FCS-Geschäftsführer Dietmar Pfeifer stand im Interview Rede und Antwort. © DLife/RM

INTERVIEW | Pfeifer über Kofler-Deal: „Gibt immer viel Gerede“

Für Dietmar Pfeifer beginnt am Samstag seine 21. Saison beim FC Südtirol. Seit 2006 sitzt der Deutschnofner im Verwaltungsrat, seit 2009 ist er Geschäftsführer. Wohl keiner kennt den FC Südtirol besser. Der Manager ist die Konstante in der sich wandelnden Welt des FCS.

Der FC Südtirol hat im Sommer eine Zäsur erlebt. Sportlich blieb kein Stein auf dem anderen, auf dem Transfermarkt wurden neue Wege beschritten. Ist es der Beginn einer neuer Ära?


Dietmar Pfeifer: „Es braucht den Mut zur Veränderung, um sich weiterzuentwickeln. Der FC Südtirol hat in den letzten Jahren seine Ziele stets erreicht. Dennoch wollten wir jetzt diesen Wechsel vollziehen, um neue Ideen reinzubringen. Wenn man was verändert, dann muss man es ganz durchziehen. Sonst ist es eine halbe Sache.“


Was sagen Sie zur Arbeit von Sportchef Matteo Lovisa?

„Er hat eine andere Art zu arbeiten, ist sehr innovativ und auch auf dem internationalen Markt aktiv. Er schreckt nicht davor zurück, auch Spieler zu kontaktieren, die eigentlich nicht für den FC Südtirol infrage kommen würden. Doch sieht er nur eine klitzekleine Chance, dass dieser Spieler zu haben ist, tut er alles dafür, um ihn zu bekommen. Er geht nicht als Verlierer in die Verhandlung. Lovisa sagte gleich zu uns: Der FC Südtirol darf sich nicht kleiner machen, als er ist.“


Überrascht hat vor allem die Rückkehr von Verteidiger Andrea Giorgini für 1,2 Millionen Euro, nachdem der FCS den Spieler erst vor einem Jahr um die Hälfte hat ziehen lassen…

„Über Zahlen reden wir grundsätzlich nicht. Wir haben mit Giorgini einen der besten Serie-B-Verteidiger geholt. Das Finanzielle ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.“

Dietmar Pfeifer (l.) mit Matteo Lovisa und Hanens Fink (r.). © Alfred Tschager

Dietmar Pfeifer (l.) mit Matteo Lovisa und Hanens Fink (r.). © Alfred Tschager


Dann andersrum gefragt: War es ein Fehler, Giorgini vor einem Jahr zu verkaufen?

„Nein, das war kein Fehler. Der Deal war gründlich durchdacht. Bevor wir einem Wechsel zustimmen, wird er von allen Seiten durchleuchtet. Diese Entscheidung trifft nicht eine Person alleine. Der FC Südtirol hat auch vor einem Jahr völlig korrekt gehandelt.“


Raphael Kofler hat den Sprung in die Serie A geschafft und spülte rund 3 Millionen Euro in die FCS-Kassen. Wie beurteilen Sie den Deal?

„Wie immer im Fußball gab es viel Gerede. Doch so richtig ernst mit einer Verpflichtung von Kofler meinte es nur Cagliari. Wir haben über einen sehr langen Zeitraum verhandelt, bis wir eine Einigung erzielen konnten. Der FC Südtirol kann stolz sein, dass ein Spieler, der schon als junger Bub bei uns war, nun in der Serie A spielt. Für unsere jungen Spieler ist er ein Vorbild. Denn so schaut der ideale Werdegang aus.“


In den letzten vier Serie-B-Jahren war der FCS in finanzieller Hinsicht stets bei den Schlusslichtern. Hat sich das geändert?

„Ich kenne noch nicht die Zahlen der Gegner, aber der FC Südtirol hat auf jeden Fall finanziell zugelegt. Das sieht man ja auch bei unseren Neuverpflichtungen. Wir haben Spieler geholt, die in der letzten Saison im Play-off waren. Vasco Lopes kommt von der höchsten polnischen Liga. Will man diese Spieler verpflichten, muss man das Budget aufstocken. Das haben wir getan. Im Sponsoring konnten wir die Einnahmen steigern. Allerdings wird der FCS auch in dieser Saison im letzten Drittel rangieren, was die Finanzen der Serie-B-Vereine betrifft. Das ist fix.“

Raphael Kofler wurde beim FCS von der C-Jugend bis zu den Profis ausgebildet. © FC Südtirol/Bordoni

Raphael Kofler wurde beim FCS von der C-Jugend bis zu den Profis ausgebildet. © FC Südtirol/Bordoni


Das Ziel bleibt der Klassenerhalt? Oder träumt man von mehr?

„Wenn man so einen Umbruch vollzieht, braucht es auch Geduld – und Zeit. Es dauert eben, bis die Arbeit Früchte trägt. Natürlich wissen wir, dass wir die Eingewöhnungszeit so kurz wie möglich halten müssen. Das Ziel ist der Klassenerhalt, auch weil in der Serie B fünf Runden vor Schluss zwei Drittel der Mannschaften noch gegen den Abstieg kämpfen. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Klar hoffe ich auf ein besseres Ergebnis als letzte Saison, auch wenn wir am Ende unser Saisonziel – den Klassenerhalt in der Serie B – erreicht haben.“


Vor einem Jahr war von neuen Investoren beim FC Südtirol die Rede. Gibt es diesbezüglich Neuigkeiten?

„Es ist nicht einfach, Investoren auf dem Markt zu finden, die an einer Minderheitenbeteiligung interessiert sind. Der FC Südtirol braucht Investoren, die sich mit dem Land und den Werten des Vereins identifizieren. Sonst ist es nicht nachhaltig, sondern nur eine kurzfristige Finanzspritze, die langfristig mehr Probleme bereitet als löst. Es gibt in der Serie B Vereine, die mit Geld nur so um sich werfen. Diese Clubs treiben natürlich die Spielergehälter und Ablösesummen in die Höhe.“


Das Red-Bull-Gerücht hält sich hartnäckig...

„Ich kann versichern, dass Red Bull zu keinem Zeitpunkt jemals verlauten hat lassen, Anteile am FC Südtirol kaufen zu wollen. Auch ein Sponsor-Angebot hat es nie gegeben. Wir tauschen uns sportlich aus, aber das machen wir auch mit Inter, Juventus oder Bayern München. Im März 2025 hatte es das letzte Treffen gegeben. Dabei ging es ausschließlich ums Sportliche.“


Wo sehen Sie den FC Südtirol in fünf Jahren?

„Diese Frage kann ich unmöglich beantworten. Der FC Südtirol arbeitet tagtäglich daran, alle Bereiche im Verein wachsen zu lassen, damit die sportlichen Resultate Schritt für Schritt besser werden. Wir wollen neue Koflers ausbilden, über den Spielermarkt unser Budget erhöhen, weiter seriös arbeiten, natürlich neue Investoren gewinnen. Es ist dennoch brutal schwer, eine Entwicklung im Fußball vorherzusagen. Wer hätte vor rund 15 Jahren gedacht, dass so viele ausländische Investoren bei italienischen Clubs einsteigen? In der aktuellen Serie B ist keine andere Mannschaft länger dabei als wir. Was wiederum zeigt, wie schwer diese Liga ist. Ich glaube schon, dass wir den FC Südtirol irgendwann – ich weiß nicht wann – in der Serie A sehen können. Das ist keine Utopie.“

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