
Davide Possanzini, der neue Trainer des FC Südtirol. © FC Südtirol/Bordoni
Plötzlich dominant? So tickt der neue FC Südtirol
Der FC Südtirol absolviert gerade zum 15. Mal in Folge seine Saisonvorbereitung im Ridnauntal. Doch abgesehen davon haben die Weiß-Roten in sportlicher Hinsicht einen völlig neuen Weg eingeschlagen. Wir waren beim Trainingslager vor Ort und haben genauer hingeschaut.
23. Juli 2026
Von: dl
In seinen vier Jahren in der Serie B war der FC Südtirol immer ein Team, das mit Teamgeist, Leidenschaft, Physis und vertikalem Spiel in die Spitze sein Glück versucht hat. Mit der Installierung von Sportdirektor Matteo Lovisa und Trainer Davide Possanzini soll sich der FCS zum Ballbesitz-Team entwickeln. Das sieht man auch bei den Einheiten in Stange bei Ratschings.
Anders als bei Vorgänger Fabrizio Castori war bei jeder Übung der Ball mit im Spiel. So wie es viele moderne Trainer mittlerweile praktizieren. Vor allem das Passspiel und die Bewegung ohne Ball wurden dabei forciert. Für den Fußball von Possanzini sind dies essenzielle Elemente – genauso wie das Positionsspiel. „Wir probieren, die Idee zu ändern. Die Mannschaft soll versuchen, aufs Feld zu gehen und das Spiel zu machen. Die Spieler sind sehr gut gebildet und hören gut zu. Das stimmt mich positiv“, so Possanzini.
Davide Possanzini (rechts) gibt klare Anweisungen. Vor allem das Passspiel muss passen. © FC Südtirol/Bordoni
Fabian Tait hätte mehr Probleme bei der Eingewöhnung des neuen Spielstils erwartet. „Es geht im Training besser als erwartet. Ich hätte mir gedacht, dass wir uns noch schwerer tun. Es ist viel Neues für uns dabei. Man muss mit dem Kopf extrem schnell denken“, erklärte der Kapitän. Der Technische Direktor, Hannes Fink, hat uns den Spielstil von Possanzini genauer erläutert.
Das neue Spielsystem
Im Ballbesitz soll mit einer Dreierkette in einem 3-4-2-1-System aufgebaut werden. Davor sind ein Sechser und ein Achter vorgesehen. Einer der Außenverteidiger – beispielsweise Salvatore Molina – schiebt hoch und der andere bildet die Dreierkette. Ganz vorne ist ein Stürmer vorgesehen. Ob dieser Raphael Odogwu oder Silvio Merkaj heißen wird, ist fraglich. Am Albaner scheint vor allem Aufsteiger Benevento und am Italo-Nigerianer der Serie-C-Klub Treviso interessiert zu sein.„Die Eingewöhnung geht im Training besser als erwartet.“ Fabian Tait
Ein echter Neuner wird jedenfalls noch gesucht. Genauso wie ein kreativer Spieler für das Mittelfeld und mindestens ein Flügelspieler, die es unter Castori gar nicht gab. Neuzugang Vasco Lopes soll für neue Elemente – wie mehr Dribblings und Eins-gegen-Eins-Situationen – im Drusus-Stadion sorgen. Gegen den Ball soll dann in einem 4-2-3-1-System verteidigt werden. Einer, der positiv auffällt im Training, ist Rückkehrer Niklas Pyythiä. Der Finne soll eine zentrale Rolle einnehmen und ist im Mittelfeld variabel einsetzbar.
Der neue starke Mann
Was den Transfermarkt betrifft, hat der FCS „noch einige Ideen. Dafür müssen wir zunächst aber noch Spieler abgeben“, so Fink. Gesprächsbereit sind Fink und Lovisa bei einigen Spielern – vor allem bei Torhüter Marius Adamonis und Verteidiger Frederic Veseli, die im Vorjahr beide noch Stammkräfte waren. Zum neuen Projekt sollen sie aber nicht passen. Sportdirektor Lovisa ist eifrig dabei, den Kader nach seinen Wunschvorstellungen zusammenzubauen. Dafür ist der 30-Jährige auch fleißig am Telefonieren.Der 30-jährige Matteo Lovisa will den FCS revolutionieren. © Alfred Tschager
„Er hat eine andere Art zu arbeiten als es sein Vorgänger Paolo Bravo hatte. Von der Fußballidee her unterscheiden sie sich. Zudem hat er eine andere Art der Verhandlungstechnik und Kommunikation. Wir versuchen, die Scoutingabteilung umzustrukturieren“, so Fink über Lovisa. Dafür spricht auch der Transfer von Angreifer Kenny Mixtur, der von der dritten französischen Liga kam und als echte Wundertüte gilt. In den Augen von Tait beginnt „ein neuer Zyklus“.
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