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Sportdirektor Matteo Lovisa, Geschäftsführer Dietmar Pfeifer und der Technische Direktor Hannes Fink (von links) erklärten die Transferstrategie.

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Sportdirektor Matteo Lovisa, Geschäftsführer Dietmar Pfeifer und der Technische Direktor Hannes Fink (von links) erklärten die Transferstrategie.

Transfer-Wahnsinn: Warum der FCS alles verändert

18 Zugänge und 16 Abgänge: Das erste Transferfenster des FC Südtirol unter Neo-Sportdirektor war noch spektakulärer als gedacht. Am Mittwoch haben die wichtigsten Vereinsvertreter des FCS den neuen Weg ausführlich erklärt und sich auch gegen aufkommende Kritik gewehrt.

Aus dem FCS-Center in Rungg

David Lechthaler

Von:
David Lechthaler

Der FCS hat eine eigene Pressekonferenz in Rungg einberufen, um die Kursänderung des Vereins der Öffentlichkeit genauer zu erläutern. Am Deadline Day wurden noch zwei der wichtigsten Offensivspieler der letzten Jahre, Daniele Casiraghi und Silvio Merkaj, verkauft. Vor allem den Abgang von Merkaj zu Aufsteiger Vicenza haben einige Fans nicht verstanden, weil er in den bisherigen beiden Saisonspielen, die immerhin vier Punkte eingebracht haben, in der Startelf stand und dabei auch einen Treffer lieferte.


„Merkajs Vertrag wäre im kommenden Jahr ausgelaufen. Auf eine Verlängerung konnten wir uns nicht einigen. Deswegen wollten wir ihn noch gewinnbringend verkaufen. In den ersten Saisonspielen haben wir ihn gebraucht, weil die neuen Stürmer noch nicht so weit bzw. da waren. Aber es war von Beginn an unser Plan, Merkaj abzugeben. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Transferfenster“, erklärte Lovisa den Abgang des Albaners, der sinnbildlich für die Spielweise des FCS stand.

Pfeifer, Fink und Lovisa erklären den Weg

Zu Beginn der PK hat Geschäftsführer Dietmar Pfeifer den eingeschlagenen Weg genauer erläutert: „Nach der vergangenen Saison und dem Playout war uns klar, dass ein Umbruch und ein Verjüngungsprozess her muss. Und das auf allen Ebenen. Bei diesem neuen Weg ist Geduld gefragt. Ich finde jedenfalls, dass Lovisa und Hannes Fink starke Arbeit in diesem Sommer geleistet haben.“ Satte 34 Transferbewegungen hat es insgesamt gegeben.
„Nach dem Playout war uns klar, dass ein Umbruch und ein Verjüngungsprozess her muss.“ Geschäftsführer Dietmar Pfeifer

Fink und Pfeifer gratulierten in diesem Zuge auch Raphael Kofler zu seinem Serie-A-Debüt für Cagliari gegen Inter, das auch ein großer Erfolg für den FC Südtirol sei. „Das spricht für unseren Weg. Ein Elias Schrott, der am Sonntag sein Serie-B-Debüt gefeiert hat, wurde beispielsweise nicht umsonst eingewechselt, sondern weil Trainer Davide Possanzini von ihm überzeugt ist. Da gehören auch Fehler dazu. Auch Kofler musste zu Beginn viel Kritik einstecken“, so Fink.

Der Technische Direktor lobte die Arbeit von Lovisa ausdrücklich: „Er arbeitet wirklich Tag und Nacht.“ Auch der 30-Jährige selbst verteidigte den Verjüngungsprozess: „Es wird immer gesagt, dass es im italienischen Fußball Veränderungen braucht. Wenn man dann in der Realität auf junge Spieler baut, ist das auch nicht immer recht. Aber damit kann ich gut leben. Ich bin voll überzeugt. Das Alter spielt für mich bei den Transfers keine Rolle.“ Die vier neuen potenziellen Mittelstürmer haben beispielsweise ein Durchschnittsalter von 21,5 Jahren.

Total neue Hierarchie in der Kabine

Auf eine Journalistenfrage, ob die Hierarchie in der Kabine mit dem Abgang einiger Spieler nicht durcheinandergewirbelt wurde, hatte Lovisa eine klare Antwort parat: „Mit Giorgini, Tait, Molina, Plizzari, Bjarkasson und Varnier haben wir noch genug Führungsspieler im Kader. Am Ende müssen die Spieler auf dem Feld den Ton angeben und dort das nötige Tempo mitgehen können. Viele der bisherigen Akteure waren am Ende ihres Zyklus angelangt. Die Spielweise der letzten Jahre hat viel Kraft gekostet.“

Auf ihn ruhen die Hoffnungen im Sturm: Alvin Okoro.

Auf ihn ruhen die Hoffnungen im Sturm: Alvin Okoro.


Zudem möchte Lovisa den neuen FC Südtirol nicht nur auf Stürmertore aufbauen. Im Vorjahr waren die Weiß-Roten auf die Treffer von Merkaj und Emanuele Pecorino angewiesen. Jetzt soll mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld kommen und die Treffer auf mehrere Schultern aufgeteilt werden. Verzichten muss der FCS in den kommenden Wochen auf Rückkehrer Niklas Pyyhtiä, der mit seiner Achillessehnenverletzung wohl erst wieder im Oktober ein Thema wird.
„Mit Giorgini, Tait, Molina, Plizzari, Bjarkasson und Varnier haben wir noch genug Führungsspieler im Kader.“ Sportdirektor Matteo Lovisa

Zum Ende der PK lobte Lovisa auch noch seinen Verein: „Ich muss mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Hier herrscht ein super Umfeld, vor allem für junge Spieler. Das Trainingszentrum ist ideal, um sich zu entwickeln.“ Immer wieder musste Lovisa lesen, dass er sich bei Transfers gerne bei seinem Ex-Verein Juve Stabia bediene. Dies wollte er so nicht stehen lassen. „Von Juve Stabia direkt habe ich nur Giorgini geholt. Die anderen Neuzugänge waren nicht dort unter Vertrag. Jedenfalls kann es uns schon helfen, dass einige bereits zusammen gespielt haben.“ Immerhin war der Umbruch gewaltig.

Schlagwörter: Fussball Serie B FC Südtirol

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