
Simone Davi war nach seinem Siegtreffer nicht mehr zu halten. © Alle Fotos: DLife
Verrückter FCS-Start: Ein Leiferer sorgt für Gänsehaut
Das mit Spannung erwartete erste Serie-B-Spiel des neuen FC Südtirol wurde zu einem Drama mit einem bezaubernden Happy End: Mittendrin ein Leiferer Bursche, der ein ganzes Stadion zum Beben brachte.
22. August 2026
Aus dem Drususstadion

Von:
Thomas Debelyak
Beim FC Südtirol blieb in diesem Sommer kein Stein auf dem anderen. Aus diesem Grund waren das Interesse und die Neugierde vor diesem Samstagabend riesig: Wie tritt der neue, völlig veränderte FCS auf? Was dürfen sich die Fans in dieser Saison erwarten? 3.000 Zuschauer haben schließlich den Weg ins Drususstadion gefunden – und sie verließen die Arena nach Spielende mit einem Gefühl aus Euphorie, Staunen – vor allem aber mit viel Gänsehaut. Der FCS feierte gegen Virtus Entella einen verrückten 1:0-Sieg – und der gefeierte Held war ein waschechter Südtiroler.
Simone Davi, der unter Neo-Trainer Davide Possanzini bislang eine untergeordnete Rolle spielte, wurde in der 83. Minute eingewechselt – und benötigte nur sieben Minuten, um das Stadion zum Beben zu bringen. Bei einem Entlastungsangriff kam der 26-jährige Leiferer, eigentlich ein Außenverteidiger und nicht fürs Toreschießen bekannt, an der Strafraumgrenze zum Ball und hämmerte ihn mit links in die Maschen. Davis hemmungsloser Jubel mit entblößtem Oberkörper zeigte, welche Emotionen hier freigesetzt wurden.
Schlüsselszene: Stabile (rechts) bekommt die Rote Karte.
Denn: Zu jenem Zeitpunkt sah es überhaupt nicht nach einem FCS-Sieg aus. Die Weißroten spielten nämlich die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl, nachdem Verteidiger Giacomo Stabile in der 44. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Abseits des Spielgeschehens soll er seinem Gegner Tommaso Annoni einen Schlag gegen den Kopf verpasst haben – so leiteten es zumindest die Unparteiischen an der Seitenlinie der Schiedsrichterin Maria Sole Ferrieri Caputi weiter, die Stabile wegen der Tätlichkeit vom Platz stellte. Freunde machte sich die auch ansonsten nicht ganz sattelfeste Schiedsrichterin im Drususstadion damit keine.
Es spricht für die Qualitäten des FC Südtirol, dass auch in Unterzahl das eigene Tor nie in Gefahr geriet. Und: Dass der FCS im Vergleich zu den letzten Jahren viel sicherer, teilweise dominanter mit dem Ball auftritt, entging den Fans ebenfalls nicht. Eine andere Erkenntnis des Abends: Silvio Merkaj, der eigentlich auf der Verkaufsliste steht und zur Überraschung aller in der Startelf stand, war der auffälligste FCS-Akteur auf dem Rasen – und somit einer der Gewinner. Kurzum: Der neue FC Südtirol macht Lust auf mehr.
Die Highlights
| Erst das aberkannte Tor… | Lange Zeit plätschert das Spiel vor sich hin, doch dann überschlagen sich am Ende der ersten Halbzeit die Ereignisse. Lopes trifft nach einem Merkaj-Pass zum 1:0, doch der Treffer wird wegen Abseits korrekterweise aberkannt. |
| … dann die Rote… | Kurz nachdem das Tor aberkannt wurde, schaut das ganze Stadion plötzlich an die Mittellinie, wo sich Entella-Profi Annoni auf dem Boden wälzt – und Schiedsrichterin Caputi die Rote Karte gegen FCS-Profi Stabile zückt. Offenbar hatte der FCS-Profi seinen Gegner abseits des Spielgeschehens am Kopf getroffen (44.) – eine strittige Entscheidung, die das Stadion toben lässt. |
| … und der Hochkaräter | Damit nicht genug: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erkämpft sich Merkaj den Ball und legt auf Lopes ab, der im Strafraum einen „Elfmeter in Bewegung“ vorfindet – doch seinen Schuss klärt Verteidiger Previtali spektakulär mit dem Kopf auf der Linie (45.+3). |
| Davis Goldschuss | In der zweiten Halbzeit macht Entella in Überzahl zwar das Spiel, doch gefährlicher ist der FCS. Und schließlich ist es ein echter Südtiroler, der das Stadion beben lässt. Nach einem Entlastungsangriff gelangt die Kugel zum eingewechselten Simone Davi, der aus 16 Metern ins Glück trifft (90.). |
Weiter geht es für den FC Südtirol am nächsten Sonntag, 30. August mit dem Auswärtsspiel bei Benevento. Der Start in die neue Saison ist mit dem Pokalsieg in Catanzaro und dem ersten Meisterschaftstriumph gegen Virtus Entella jedenfalls voll geglückt.
FC Südtirol – Virtus Entella 1:0
FCS (5-4-1): Plizzari; Molina, Stivanello, Giorgini, Stabile, Bjarkason (ab 83. Simone Davi); Lopes (ab 57. Burnete), Pyyhtiä (ab 46. Veroli), Tronchin, Vasic (ab 46. Rispoli); MerkajVirtus Entella (5-4-1): Del Frate; Previtali, Parodi (ab 87. Marconi), Tiritiello, Alborghetti, Di Mario; Annoni (ab 77. Tirelli), Squizzato (ab 61. Lucas Martello), Franzoni, Guiu (ab 88. Valori); Forte (ab 77. Corona)
Tor: 1:0 Simone Davi (90.)
Rote Karte: Stabile (44./FCS)
Zuschauer: 3.052 (34 Gästefans)
Serie B, 1. Spieltag
Avellino
22.08.Arezzo
Benevento
22.08.Modena
- 22.08.26
Carrarese
1 : 2Mantova
Cesena
22.08.Sampdoria
Empoli
22.08.Cremonese
Hellas Verona
22.08.Ascoli
- 22.08.26
L.R. Vicenza
3 : 2Catanzaro
Palermo
22.08.Juve Stabia
Pisa
22.08.Padova
- 22.08.26
FC Südtirol
1 : 0Virtus Entella
Tabelle
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. L.R. Vicenza | 1 | 1 | 0 | 0 | 3:2 | 3 |
| 2. Mantova | 1 | 1 | 0 | 0 | 2:1 | 3 |
| 3. FC Südtirol | 1 | 1 | 0 | 0 | 1:0 | 3 |
| 4. Arezzo | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Ascoli | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Avellino | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Benevento | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Cesena | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Cremonese | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Empoli | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Hellas Verona | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Juve Stabia | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Modena | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Padova | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Palermo | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Pisa | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 4. Sampdoria | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 | 0 |
| 18. Catanzaro | 1 | 0 | 0 | 1 | 2:3 | 0 |
| 19. Carrarese | 1 | 0 | 0 | 1 | 1:2 | 0 |
| 20. Virtus Entella | 1 | 0 | 0 | 1 | 0:1 | 0 |
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