a Serie B

Blickt mit dem FC Südtirol auf die Premierensaison in der Serie B: Lamberto Zauli © fcs

Zauli stellt sich vor: „Habe verstanden, welche Werte hier zählen“

Am Montag hat Lamberto Zauli sein Arbeitspapier als neuer Trainer des FC Südtirol unterzeichnet, keine 24 Stunden später wurde er im FCS-Center in Rungg der Öffentlichkeit präsentiert. SportNews war dabei.

Aus dem FCS-Center in Rungg/Eppan

Von:
Alexander Foppa

Er kam leisen Schrittes, reichte jedem der rund zwei Dutzend Medienvertreter sowie den anwesenden Klubangestellten artig die Hand, sprach leise, wohl überdachte Worte, verabschiedete sich dann bei jedem persönlich und verschwand im Bürokomplex des FCS-Centers. Lamberto Zauli war bei seinem ersten öffentlicher Auftritt an seinem neuen Arbeitsplatz sichtlich um Zurückhaltung und Bescheidenheit bemüht.


Auf Fragen zu seiner Vergangenheit, seiner Auffassung von Fußball und seinen Zielen mit dem FC Südtirol gab der 50-Jährige allerdings klare, unmissverständliche Antworten. Hier fassen wir seine wichtigsten Aussagen bei der Trainer-Präsentation zusammen.

Lamberto Zauli über...
...seine Zeit als Serie-A-Spieler: „Ich habe im Fußball viel erlebt, konnte auf mehreren Stationen und unter unzähligen Trainern sehr viel aufsaugen. Ich lebe den Fußball! Das will ich auch meine Spielern vermitteln.“

...sein Engagement bei Juventus: „Ich bin unendlich dankbar, bei so einem großen Verein arbeiten gedurft zu haben. Die Organisation, all die Möglichkeiten und besonders die Auswahl an talentierten Spielern war überragend. Ich habe da schon noch den ein oder anderen interessanten Namen auf dem Zettel. Ich weiß, dass unser Sportdirektor Paolo Bravo ausgezeichnete Kontakte hat, vielleicht schafft er es, einen dieser jungen Juve-Spieler nach Südtirol zu holen.“

...seine ersten Tage im FCS-Center: „Ich war von Juventus höchste Standards gewohnt, aber die Infrastruktur hier beim FC Südtirol ist ebenfalls außergewöhnlich. Bei Trainingszentren und Stadien hinkt Italien anderen Ländern weit hinterher, da bildet der FCS eine grandiose Ausnahme. Es kann für den sportlichen Erfolg fundamental sein, auf solche Begebenheiten zurückgreifen zu können – das weiß ich aus eigener Erfahrung.“
„Ich habe kein persönliches Projekt.“ FCS-Trainer Lamberto Zauli

...seinen Einjahresvertrag: „Wir haben ein gutes, ehrliches Abkommen geschlossen. Ich finde die Laufzeit nicht außergewöhnlich. Fußball ist eine schnelllebige Welt, speziell das Trainergeschäft. Deshalb sage ich auch ganz ehrlich: Ich habe kein persönliches Projekt. Mein Projekt ist immer der nächste Tag, das ist die nächste Trainingseinheit, das nächste Spiel.“

...seine mangelnde Serie-B-Erfahrung: „Klar, was das anbelangt bin ich ein absoluter Anfänger. Ich kann Bravo und dem FC Südtirol nur aufrichtig danken, dass sie mir diese Chance geben. Ich werde versuchen, schnellstmöglich das Vertrauen der Spieler zu gewinnen und dem Verein dann auch beweisen, dass ich dieser Herausforderung gewachsen bin. Fest steht: Es wird kein einfaches Jahr, denn aufgrund der namhaften Teilnehmer ist das keine zweite Liga, sondern vielmehr eine Art Serie A2.“

...alte Bekanntschaften: „Bravo kenne ich aus unserer gemeinsamen Zeit bei Santarcangelo. Ich bin froh, dass er sich an mich erinnert und mich hier her geholt hat. Außerdem habe ich bereits mit Innenverteidiger Marco Curto zusammengearbeitet. Er war bereits damals, in Empolis Jugend, ein herausragender Spieler, dessen Potenzial in meinen Augen noch lange nicht ausgeschöpft ist.“

Lamberto Zauli und Sportdirektor Paolo Bravo (r.) kennen sich aus gemeinsamen Drittliga-Zeiten. © fcs


...sein Spielsystem: „Ich bevorzuge das Spiel mit einer Viererkette in der Abwehr und davor situationsabhängig zwei oder drei Mittelfeldmännern. Allerdings komme ich nicht hier her und zwinge der Mannschaft mein Spiel auf. Vielmehr werde ich versuchen, das Vorhandene, sprich all das, was schon eingespielt ist, zu nutzen und zu verfeinern.“

...Spielereinkäufe: „Bei meiner Vertragsunterschrift habe ich die FCS-Welt bereits von außen gekannt und geschätzt. Ich habe sofort verstanden, welche Werte hier zählen. Das ist auch bei den Spielern absolute Voraussetzung für ein Engagement. Sie müssen den Verein kennen und zu ihm passen. Die nächsten Tage werde ich mit Bravo diesbezüglich viele Gespräche führen, wobei wir uns bereits einig sind, dass wir den breiten Mannschaftskader mit rund zehn neuen Spielern aufwerten wollen.“

...mögliche Abgänge: „Ich ziehe vor jedem einzelnen Spieler der Meistermannschaft meinen Hut, sie haben Großartiges geleistet. Viele von ihnen verdienen sich die Chance, in der Serie B zu spielen. Nun liegt es an uns auszuwerten, auf welchen Positionen wir noch Qualität ins Boot holen müssen und wen wir dafür abgeben werden. Da wartet viel Arbeit auf uns.“

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