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Manuel Brusco, Star-Stürmer des FC Obermais. © Patrick Schwienbacher

a Serie D

Manuel Brusco, Star-Stürmer des FC Obermais. © Patrick Schwienbacher

Das Obermaiser Wunder: „Es gibt einen Fußballgott“

Der FC Obermais hat eines der schönsten Märchen im hiesigen Amateurfußball geschrieben: Am Sonntag retteten sich die Meraner im Serie-D-Playout auf spektakuläre Art und Weise. Wir haben nach der langen Partynacht beim FCO nachgefragt.

Auch am Tag danach konnte Michael Höller noch nicht fassen, was sich da am Sonntag im Stadio Comunale von Vigasio abgespielt hat. „Das wird sicher noch einige Tage dauern, bis ich das realisiere. Das war einfach der pure Wahnsinn“, sagte der sportliche Leiter am Montag – nach einer ganz kurzen Nacht, wohlgemerkt. „Wir haben noch in Vigasio gefeiert, dann ging es auf die Lahn, wo die Party bis in die frühen Morgenstunden gestiegen ist.“


Obermais bleibt in der Serie D – und zwar dank eines Spiels, das in die Historie eingehen wird. Im alles entscheidenden Playout-Match lagen Kapitän Edoardo Ghiotti & Co. bis zur dritten Minute der Nachspielzeit mit 1:2 zurück und waren de facto abgestiegen. Dann rettete Stefan Turini seinen FCO jedoch in die Verlängerung. Dort benötigten die Blauweißen unbedingt einen Sieg, sonst wäre der Abstieg besiegelt gewesen. Als Alex Loncini in der 116. Minute mit einem Hammer aus 18 Metern dieses Märchen vollbrachte, brachen alle Dämme – und 400 mitgereiste Fans verfielen in pure Ekstase.

Sarner, Bozner – alle sind Obermais-Fans

„400 Fans“, wiederholt der ungläubig wirkende Höller immer wieder, „400 Fans sind uns zu diesem Schicksalsspiel ins 190 Kilometer entfernte Vigasio gefolgt. Ich habe auf der Tribüne mit einem Bozner und mit einem Sarner gesprochen: Sie haben mit Obermais eigentlich nicht viel zu tun, sind aber trotzdem hierhergekommen, weil ihnen das taugt. Die Emotionen haben einfach alle mitgerissen“, so Höller.

So jubelten die Obermaiser über den Klassenerhalt.

So jubelten die Obermaiser über den Klassenerhalt.


Auch die einzelnen Episoden passten perfekt in dieses Obermaiser Märchen. „Martin Ciaghi, der heuer keine einfache Saison hatte, wird eingewechselt und leistet zu den zwei entscheidenden Toren die Vorarbeit. Stefan Turini, der lange verletzt war, rettet uns in die Verlängerung. Und Alex Loncini, der erst im Laufe der Meisterschaft zum FCO kam, schießt das Siegtor. Hut ab vor dieser Mannschaft, sie hat immer daran geglaubt! Es gibt wirklich einen Fußballgott“, so Höller.
„Man hat gesehen, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz falsch ist.“ Michael Höller

Was ist nun schöner – der Oberliga-Titel vom Vorjahr oder diese märchenhafte Rettung? „Ein Titel ist natürlich immer ein Titel, aber von der Leistung her, vom ganzen Aufwand her, von dem, was wir dieses Jahr über alles auf den Platz gelassen haben, hat dieser Klassenerhalt schon einen ganz, ganz besonderen Wert“, so Höller.

So freuen sich die Obermaiser über den Klassenerhalt.

So freuen sich die Obermaiser über den Klassenerhalt.


Ein Resümee zur ersten Serie-D-Saison zu ziehen, ist in diesen Stunden nicht unbedingt leicht. „Diesen Klassenerhalt muss man erst wirken lassen. Aber ja, insgesamt glaube ich, dass man heuer gesehen hat, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz falsch ist. Wir haben von Beginn an auf junge und hungrige Südtiroler gesetzt und dabei viele von ihnen aus unteren Ligen geholt – das ist für diese Liga untypisch. Die Buben haben das Vertrauen eindrucksvoll zurückgezahlt. Wir werden versuchen, diesen Weg auch in der kommenden Saison weiterzugehen“, so der ehemalige Mittelfeldspieler.

Im Schnitt 600 Zuschauer

Eine Sache freute Höller ganz besonders: „Das Interesse der Leute hat mich überwältigt. Im Schnitt waren 600 Zuschauer bei unseren Heimspielen, bei manchen Partien sogar mehr als 1.000. Unsere Curva ist zu jedem Auswärtsspiel mitgefahren und hat Stimmung gemacht. Die Kirsche auf der Torte war nun, dass uns rund 400 Fans nach Vigasio gefolgt sind.“

Die Planungen im Hinblick auf die nächste Saison waren zuletzt nicht einfach, da Obermais bis zum Sonntag nicht wusste, ob es die Oberliga oder Serie D sein wird. „Wir hoffen, dass das Grundgerüst beisammenbleibt, der einheimische Stamm hat für uns höchste Priorität“, so Höller, der mit einer guten Nachricht abschließt: „Eine Sache ist schon fix: Trainer Flavio Toccoli wird auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen.“

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